"Fakt ist!": Wer nicht gendert, sei reaktionär und frauenfeindlich...

Von Björn Strauss

Magdeburg - Gendern wir mal... "Fakt ist" - diesmal aus Sachsen-Anhalt - will wissen: "Brauchen wir geschlechtergerechte Sprache?"

Das "Fakt ist!"-Moderatoren-Team aus Magdeburg: Anja Heyde (44) und Stefan Bernschein.
Das "Fakt ist!"-Moderatoren-Team aus Magdeburg: Anja Heyde (44) und Stefan Bernschein.  © MDR/Andreas Lander

Das will der MDR in der Talkrunde "Fakt ist!" herausfinden Zugegeben, ein Thema, das polarisiert!

Wie denn nun? Gendersternchen, Unterstrich oder Doppelpunkt – die gendergerechte Sprache dringt immer mehr in Texte und gesprochene Sprache. Geschlechtergerecht soll es zugehen, wenn die Deutschen kommunizieren. Und diese "neue" Sprache erhitzt die Gemüter, scheidet die Geister.

Laut einer aktuellen Umfrage seien derzeit fast zwei Drittel der Deutschen gegen das "Gendern", so der MDR.

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In Leserbriefen und Artikeln ist von "Gender-Wahn" die Rede, beim erstmaligen Gendern im "Tatort" erging sich ein Shitstorm - vom "Untergang der deutschen Sprache" ist in sozialen Medien die Rede.

Selbst Petitionen zur Rettung der Sprache werden verfasst - unterzeichnet von namhaften Künstlern, Politikern, Unternehmern - oder waren es Künstler*innen, Politiker:innen und Unternehmenden?

Wird die Grammatik verändert, um politische Ziele durchzusetzen?

Kathrin Kunkel-Razum aus der DUDEN-Chefredaktion diskutiert mit im MDR.
Kathrin Kunkel-Razum aus der DUDEN-Chefredaktion diskutiert mit im MDR.  © PR/DUDEN

"Was ist mit den Menschen, die sich weder durch die weibliche noch durch die männliche Form bezeichnet fühlen?", fragt der MDR. Haben diese Menschen ein Recht darauf, Veränderungen im Sprachgebrauch einzufordern? Und: Müssen alle anderen dieser Forderung folgen?

Wer kommuniziert, wird mitunter kreativ. Aus Bestattern werden Bestattende, aus Studenten Studierende. Handelt es sich um sprachliche Feinheit oder schon um eine Ideologie?

Wer nicht gendert, sei reaktionär und frauenfeindlich, heißt es hin und wieder im Netz. Wird die Grammatik verändert, um politische Ziele durchzusetzen? Denn im Wahljahr 2021 kramt so manche Partei das Thema bereits aus den Schubladen.

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Darüber, was hinter der Debatte steckt und über mögliche Lösungen zur Versachlichung diskutiert Anja Heyde (44) mit folgenden Gästen:

  • Henning Lobin, Direktor des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache,
  • Kathrin Kunkel-Razum, Chefredakteurin DUDEN,
  • Norbert Dörner, Buchautor
  • Eva von Angern (Linke), Mitglied im Landesfrauenrat Sachsen-Anhalt.

Bürgerreporter Stefan Bernschein spricht mit Martin Taube von Lambda Mitteldeutschland, einem Jugendverband für queere Menschen, mit Anja Krimm vom MDR-Publikumsservice und mit Anna Kreye von der Jungen Union Sachsen-Anhalt.

TV-Tipp: Sprachexpertinnen und -experten und das Publikum sprechen am heutigen Montag, 19. Juli, um 20.30 Uhr im MDR-Livestream und 22.15 Uhr im MDR-Fernsehen übers Gendern.

Titelfoto: MDR/Andreas Lander/PR DUDEN

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