"Fakt ist!" aus Erfurt: Darf man heute nicht mehr alles sagen, was man denkt?

Erfurt - Eine Diskussion über Meinungsfreiheit steht beim MDR an. "Fakt ist! aus Erfurt" geht dem Thema auf den Grund. Ist unsere Demokratie in Gefahr?

"Fakt ist! aus Erfurt" wird moderiert von Dr. Andreas Menzel (*1962, links) und Lars Sänger (42).
"Fakt ist! aus Erfurt" wird moderiert von Dr. Andreas Menzel (*1962, links) und Lars Sänger (42).  © MDR

Darf man heute nicht mehr alles sagen, was man denkt? Haben die Menschen verlernt, miteinander zu diskutieren? Welche Rolle spielen Politiker und Medien in dieser Entwicklung?

Das sind die Fragen, die der Sender in seiner Ankündigung in den Raum stellt.

Andreas Menzel (*1962) und Lars Sänger (42) moderieren. Das Live-Publikum im Studio bringt sich wie immer mit Meinungen, Standpunkten, Erfahrungen und Fragen ein.

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Im Podium stellen sich der Diskussion folgende Gäste:

  • Dr. Veronika Karnowski, Kommunikationsforscherin, Universität Erfurt
  • Madeleine Henfling, Bündnis 90/Die Grünen, thüringische Landtagsabgeordnete
  • Andreas Bühl, CDU, thüringischer Landtagsabgeordneter
  • Birand Bingül, Journalist und Autor

Das sagen die Gäste im Vorfeld:

In Sachsen - hier Leipzig Ende November - nehmen Bürger an Demonstrationen zu den Themen Ukraine-Krieg und Energiekrise teil.
In Sachsen - hier Leipzig Ende November - nehmen Bürger an Demonstrationen zu den Themen Ukraine-Krieg und Energiekrise teil.  © Lena Werres/dpa

"Streit ist in einer Demokratie unerlässlich." Schwierig werde es, wenn wir uns nicht mehr auf Fakten einigen könnten, sagt die Abgeordnete von Bündnis90/Die Grünen Madeleine Henfling. Sie beklagt, dass CDU und FDP versuchen würden, eine "Kulturkampf-Debatte", insbesondere gegen Grüne und Linke, "vom Zaun zu brechen", was in letzter Konsequenz demokratiegefährdend sei.

Andreas Bühl ist parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion. Er beklagt, dass die Kollegen von Rot-Rot-Grün immer dann die "sozialistischen Kampfbegriffe" auspacken, wenn andere im Parlament nicht ihrer Meinung sind.

Der Journalist und Buchautor Birand Bingül zeichnet ebenfalls ein düsteres Bild von der Debattenkultur in Deutschland. Er befürchtet gar "amerikanische Verhältnisse", da es insbesondere der AfD immer wieder gelänge zu polarisieren und konstruktive Debatten in der Gesellschaft zu verhindern.

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Zu mehr Gelassenheit ruft auf der anderen Seite die Kommunikationsforscherin Dr. Veronika Karnowski auf: "So polarisiert und überspitzt, wie es in sozialen Medien wie Twitter aussieht, sind die meisten gesellschaftlichen Debatten gar nicht." Auch schon vor 50 Jahren sei ähnlich diskutiert worden, nur habe sich heute die Reichweite und damit die Aufmerksamkeit verändert – dank der sozialen Medien. Vieles seien jedoch nur "Stürme im Wasserglas".

TV-Tipp: Publikum und Fachleute diskutieren die aktuelle Debatten-Kultur bei "Fakt ist! aus Erfurt" am Montag, 5. Dezember, um 20.30 Uhr im Livestream auf mdr.de/fakt-ist sowie ab 22.10 Uhr im MDR-Fernsehen.

Titelfoto: Lena Werres/dpa

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