Frontal 21: Corona-Tod eines Asylbewerbers (35) in Unterkunft

München - Ein 35-jähriger Mann aus Afghanistan lebte in der staatlichen Gemeinschaftsunterkunft in München und hatte sich offenbar mit dem Coronavirus angesteckt. Ende April ist er verstorben. 

Frontal21-Moderatorin Ilka Brecht.
Frontal21-Moderatorin Ilka Brecht.  © ZDF/Svea Pietschmann

Nach dem Corona-Tod eines Asylbewerbers hat die Staatsanwaltschaft München ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet. 

Das >> ZDF-Magazin "Frontal 21" widmet sich am heutigen Dienstag (2. Juni, 21.00 Uhr) im ZDF diesem Fall. 

Die für die Unterkunft verantwortliche Regierung von Oberbayern, das Münchner Gesundheitsamt und das Bayerische Innenministerium weisen Vorwürfe zurück: "Die bayerischen Behörden haben rechtzeitig alle notwendigen Maßnahmen ergriffen", so ein Sprecher von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

Die Krankheitsgeschichte des Mannes: Der Asylbewerber klagte Anfang April erstmals über Symptome wie Fieber und Kopfschmerzen, informierte die Leitung der Unterkunft. 

Am 7. April wurde er von einem Arzt untersucht. Das Angebot, ihn in ein Krankenhaus zu bringen, habe der Asylbewerber abgelehnt. Drei Tage später wurde er nach einem positiven Coronatest auf die Intensivstation des Münchner Klinikums rechts der Isar gebracht. Er starb am 25. April 2020.

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Unbekannt

Klinikpersonal verfolgt die Äußerungen von Markus Söder (CSU,r), Ministerpräsident von Bayern, nach einem Besuch der Intensivstation in der München Klinik Schwabing. Ministerpräsident Söder und Oberbürgermeister Reiter hatten die Covid-19-Intensivstation in Haus 3 besucht.
Klinikpersonal verfolgt die Äußerungen von Markus Söder (CSU,r), Ministerpräsident von Bayern, nach einem Besuch der Intensivstation in der München Klinik Schwabing. Ministerpräsident Söder und Oberbürgermeister Reiter hatten die Covid-19-Intensivstation in Haus 3 besucht.  © Tobias Hase/dpa


Die Anwältin des Verstorbenen, Katharina Camerer, hat Strafanzeige gestellt und erklärte: "Es wurde nicht verhindert, dass mein Mandant sich ansteckt, obwohl es in der Unterkunft bereits einen bekannten Covid-19-Fall gab. Außerdem wurde er erst sehr spät in ein Krankenhaus gebracht." 

Die Staatsanwaltschaft München führt die Ermittlungen gegen Unbekannt: "Die Anzeige richtet sich gegen eine Mehrzahl namentlich noch nicht bekannter Personen, darunter die Verantwortlichen der Regierung von Oberbayern als Träger der betroffenen Gemeinschaftsunterkunft, die Verantwortlichen des zuständigen Gesundheitsamts sowie mit dem Verstorbenen befasste Rettungsdienstmitarbeiter bzw. Ärzte."

In der letzten Frontal-21-Sendung kamen Ex-Covid-19-Patienten zu Wort. Sie berichten von ihren zum teils schwersten Verläufen.

Sie werden in den Statistiken als "Genesene" geführt, sind aber längst noch nicht gesund. Gedächtnisverlust, Herzprobleme, schier unerträgliche Kopfschmerzen - die Folgen von Corona. Zu sehen in der ZDF-Mediathek.

Titelfoto: ZDF/Svea Pietschmann

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