"Game of Thrones"-Kreatur entschlüsselt! Forscher studieren "Schattenwolf"-DNA

München - Es ist eines der größten Serien-Franchises der jüngsten TV-Geschichte: die Adaption der Bestseller-Reihe von George R.R. Martin: "Game of Thrones" ("GoT").

Die heute lebenden Wölfe können schon furchterregend sein. Wie da wohl "Canis dirus" erst gewesen sein mag? (Archiv)
Die heute lebenden Wölfe können schon furchterregend sein. Wie da wohl "Canis dirus" erst gewesen sein mag? (Archiv)  © 123RF/ramoncarretero

Ein immer wieder auftauchender Nebencharakter des Fantasy-Epos' ist das Wappentier des Hauses "Stark" in Winterfell: der Schattenwolf.

Die größte und ungewöhnlichste aller Wolfsarten südlich von Westeros hat tatsächlich ein reales Vorbild.

Den vor etwa 13.000 Jahren ausgestorbenen "Canis dirus".

Zu deutsch: "Schrecklicher Hund". Im Gegensatz zu den meisten Schauplätzen der Serie war dieser jedoch weniger in Europa zu finden, sondern vor allem in Nordamerika weit verbreitet.

Der "schreckliche Hund" galt lange als enger Verwandter des heutigen Wolfs. Doch nun haben Forscher - unter anderem mit Unterstützung aus München - herausgefunden: Das Erbgut der beiden Tiere ist so unterschiedlich, dass sie sich nicht einmal miteinander hätten fortpflanzen können.

"Den Wissenschaftlern ist es zum ersten Mal gelungen, aus fünf teilweise mehr als 50.000 Jahre alten subfossilen Canis dirus-Überresten DNA zu gewinnen und diese zu sequenzieren", heißt es in einer Mitteilung der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München.

Das Ergebnis: Der geistige "Schattenwolf"-Vater und die heutigen Wolfsarten seien bestenfalls als "sehr entfernte Cousins" einzustufen.

"Schattenwolf" stolpert über die eigene Evolution

George R.R. Martin (72) schrieb mit der Bestseller-Reihe "Das Lied von Feuer und Eis" die Vorlage zur "Game of Thrones"-Serie. (Archiv)
George R.R. Martin (72) schrieb mit der Bestseller-Reihe "Das Lied von Feuer und Eis" die Vorlage zur "Game of Thrones"-Serie. (Archiv)  © Christian Charisius/dpa

Dabei hätten beide Tierarten sehr ähnliche körperliche Merkmale - was lange Zeit für den Irrglauben sorgte.

Professor Laurent Frantz, Paläogenomiker an der Münchner LMU und Mitwirkender an der internationalen Studie, zeigt sich entsprechend verblüfft über die neugewonnen Kenntnisse.

"Als wir mit dieser Studie begannen, dachten wir, dass Canis dirus nur ein vergrößerter Wolf ist. Dass die genetischen Unterschiede so groß sind, dass sie sich wahrscheinlich nicht gekreuzt haben können, hat uns sehr überrascht", wird er in der Mitteilung zitiert.

Dass es diese Tierart heute nicht mehr gibt, ist wohl auf seine genetische Beschaffenheit zurückzuführen.

Die Forscher vermuten, dass Canis dirus durch eben diesen tiefgreifenden, evolutionären Unterschied und "die reproduktive Isolation" schlechte auf veränderte Umweltbedingungen am Ende der Eiszeit gewappnet war.

"Möglicherweise ein Grund, warum die Tiere ausgestorben sind und nur noch als Fantasy-Kreaturen überdauern", heißt es. Mit den GoT-Bildern im Hinterkopf ist es dann doch irgendwie beruhigend, dass es heute keine Schattenwölfe gibt. Weder südlich noch nördlich der Mauer.

Titelfoto: 123RF/ramoncarretero

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