Erste GNTM-Folge erntet Kritik: Diversität nur für die Quote?

Berlin - Ganz neu, total anders, super divers: Das ist die 16. Staffel "Germany's Next Topmodel". Vielleicht wäre es dem ein oder anderen sogar aufgefallen, wenn es nicht allein in Folge eins etwa 6589 Mal betont worden wäre.

Am Donnerstagabend lief die erste Folge "Germany's Next Topmodel".
Am Donnerstagabend lief die erste Folge "Germany's Next Topmodel".  © dpa/ProSieben/Richard Hübner

Jung, groß, schlank, makellos: Diese Attribute sollte Heidi Klums (47) Topmodel noch vor wenigen Jahren mitbringen, um sich überhaupt für die Show bewerben zu können.

In diesem Jahr sollte alles anders werden. Größe, Gewicht, Alter, Geschlechtsidentität oder körperliche Behinderungen sollten keine Rolle spielen.

Das Ergebnis: In der ersten Folge wurde kaum eine Kandidatin ohne optische Besonderheit, Auffälligkeit oder dramatische Vorgeschichte vorgestellt.

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Eine schöne Idee, welches jedoch gewohnt plakativ umgesetzt wurde und nur so nach dem verzweifelten Versuch schrie, die kritischen Stimmen verstummen zu lassen, welche das Konzept der Sendung seit Jahren anprangern.

Otto Waalkes als Gastjuror?

Heidi Klum (47) sucht wieder Deutschlands schönstes Meeedchen.
Heidi Klum (47) sucht wieder Deutschlands schönstes Meeedchen.  © dpa/Kay Nietfeld

Twitter-Größe "anredo" bringt die Problematik der Staffel schon jetzt auf den Punkt: "Wie viele der angepriesenen Plus-Size-Models, Transgender-Models, Non-Binary-Models, Models mit Behinderungen, kleinen Models, großen Models und älteren Models werden am Ende im Finale stehen?"

Die bittere Prognose wird im dazugehörigen Bild von "Let's Dance"-Juror Joachim Llambi (56) präsentiert: in Form einer Null-Punkte-Kelle.

Trotz aller Kritik verspricht "Germany's Next Topmodel" in Folge eins hartgesottenen Trash-Fans wieder jede Menge Kreischen, Drama, Tränen und Otto Waalkes (72), der offenbar seine Fashion-Qualitäten als Gastjuror unter Beweis stellen soll.

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Doch auch in der ersten Folge verblüffte Heidi die Zuschauer bereits mit einem ganz speziellen Gast: Designer Manfred Thierry Mugler. Der 72-Jährige hinterließ bei der Twitter-Gemeinde binnen Sekunden einen bleibenden Eindruck, erntete wenig schmeichelnde Vergleiche mit Harry Potters Onkel Vernon oder "Super Mario"-Antagonist "Wario".

Und natürlich kam auch Heidis Tochter Leni Klum bereits in der Auftaktfolge zum Einsatz. Die 16-Jährige, die erst vor wenigen Monaten medienwirksam ihr Model-Debüt feierte, durfte - natürlich ganz spontan und ungeplant - im Gespräch mit der gehörlosen Kandidatin Maria ihre Gebärdensprache-Kenntnisse vorführen.

31 Kandidatinnen wurden eingeladen, 25 schafften es am Ende in die nächste Runde.

Die Twitter-Reaktionen zur ersten Folge "Germany's Next Topmodel":

Alles in allem bleibt zu sagen: Es war jede Menge los in Folge eins. Und zu hoffen: Dass GNTM uns am Ende doch überrascht und die groß beworbene Diversität nicht nur dem Quoten-Push dienen sollte. Wie es mit Heidis Kreisch-Bande weitergeht, erfahrt Ihr nächsten Donnerstag um 20.15 Uhr auf ProSieben.

Titelfoto: dpa/Kay Nietfeld

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