Jochen Breyer im ZDF: Darf man seine Meinung nicht mehr äußern?

ZDF/Berlin/Leipzig - Was ist mit der Gesellschaft in den vergangenen Pandemie-Monaten passiert? Das Coronavirus breitete sich aus - genauso wie ein Riss, der durch das Land zu gehen scheint. Aber sind alle Gegner der Pandemie-Maßnahmen Nazis? Warum brechen Freundschaften auseinander? Wie kann man das Auseinanderdriften aufhalten? Darf man seine Meinung nicht mehr äußern?

Der studierte Journalist und Moderator Jochen Breyer (38, u. a. "das aktuelle sportstudio") war für die elfte Zoom-Sendung in unterwegs.
Der studierte Journalist und Moderator Jochen Breyer (38, u. a. "das aktuelle sportstudio") war für die elfte Zoom-Sendung in unterwegs.  © ZDF/Tim Gorbauch

Das ZDF hat sich erneut an ein heiß diskutiertes Thema herangezoomt. "Wie steht es um die Meinungsfreiheit? Wird der Meinungskorridor enger - im Freundeskreis, im Job, in den Medien?" Das sind die Fragen, auf die Jochen Breyer (38) für die "ZDFzoom"-Reihe "Am Puls Deutschlands" nachging.

Zu sehen gab es die Doku am Mittwoch im ZDF - also einen Tag vor der umstrittenen, viel diskutierten und zynischen "Schauspieler-Aktion" rund um Liefers und Co.

Jochen Breyer und sein Team hören immer öfter, "dass man ja nicht mehr alles sagen dürfe - etwa bei Corona-Themen oder in der Flüchtlingsfrage".

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"Hat sich da tatsächlich etwas verändert?", fragte er. Um das herauszufinden, wurde ein Aufruf gestartet (TAG24 berichtete) - mit gewaltiger Resonanz: "3000 Kommentare, Hunderte E-Mails - Nachrichten aus einer aufgewühlten Gesellschaft", so der Sender.

Jochen Breyer auf Meinungssuche quer durch Deutschland

"3000 Kommentare, Hunderte E-Mails - Nachrichten aus einer aufgewühlten Gesellschaft", sind laut ZDF zusammengekommen.
"3000 Kommentare, Hunderte E-Mails - Nachrichten aus einer aufgewühlten Gesellschaft", sind laut ZDF zusammengekommen.  © ZDF/Hendrik Eichmann

"Viele verwechseln leider 'eine Meinung haben' mit 'Rassismus'", heißt es da. Oder: "Meinungsfreiheit gibt es nur noch in eine Richtung - alles andere wird in die große Nazi-Schublade gepackt."

Und so machte sich der Moderator auf den Weg - wie immer quer durch Deutschland, quer durch verschiedene Gesellschaftsschichten.

Für Mareike M. aus Hürth zum Beispiel habe sich der Meinungskorridor in letzter Zeit verengt, sie nennt es Meinungs- und Gesinnungsdiktatur: "Eine Meinung wird vorgegeben - auch von Zeitungen oder Medien. Und dieser Meinung müssen alle folgen. Und wenn man dann wagt, eine kleine Kritik zu äußern, wird man sofort in Grund und Boden gestampft."

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Vertriebsleiter Armin P. sorgt sich, dass man mit seiner Meinung allzu schnell in eine Schublade gesteckt zu werde. Bereits seit der Flüchtlingskrise 2015 hat er das Gefühl, nicht mehr alles sagen zu können: "Wenn du dich jetzt mit irgendjemandem über Migranten unterhältst, da bist du doch ratzfatz ein Nazi."

In der bereits elften Ausgabe von "Am Puls Deutschlands" wird deutlich: "In der Debatte um Meinungsfreiheit geht es vor allen Dingen um die Art, wie miteinander gesprochen wird - der Ton ist rauer geworden, Diskussionen sind oft polarisierend und polemisch. Woran es häufig fehlt: Augenhöhe, Wohlwollen und Respekt."

Sehen könnt Ihr diese interessante Doku in der ZDFmediathek.

Titelfoto: ZDF/Hendrik Eichmann

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