Streeck bei Lanz: "Wird es NIE einen Corona-Impfstoff geben?"

Von Björn Strauss

ZDF - Gleich zu Beginn zitiert Markus Lanz (51) den Virologen Streeck (43): "Es wird wahrscheinlich nie einen Impfstoff geben", und damit brauchen wir statt einem Plan A (AHA-Regeln) eher einen Plan B: Wie leben wir mit dem Virus - vielleicht für immer?

"Markus Lanz": Virologe Prof. Hendrik Streeck (43) am Donnerstagabend: "Ich will das Virus damit nicht kleinreden."
"Markus Lanz": Virologe Prof. Hendrik Streeck (43) am Donnerstagabend: "Ich will das Virus damit nicht kleinreden."  © ZDF

Diese Aussage war dann auch der Grundtenor des Lanz'schen Abends im ZDF... Wie viel Hoffnung auf Normalität besteht überhaupt?

Vorweg: Die Talkrunde verlief unaufgeregt, ohne Streit und vernünftig, obwohl Moderator Lanz wie so oft seine Gäste aus Reserve locken wollte. Das Thema allerdings lässt so manchen sicherlich ratlos zurück: Corona wird die Menschheit "für immer" beschäftigen. 

Zu Beginn die Corona-Zahlen: Die seien für den Virologen Streeck nicht das Maß der Dinge. Das Virus sei da und "bleibt uns lebenslang erhalten", so der der Bonner Virologe und macht damit alle Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Pandemie zunichte.
Was vor uns liegt, sei ein "Marathon  vielleicht ein Leben lang".

Mit Kurzstrecken-Läufen (Einzellösungen für manche Gebiete, wie es Manuela Schwesig gern propagiert) könne man nichts bewirken, vielmehr seien "pragmatische Lösungen" essentiell.

"Das Virus ist da und bleibt uns lebenslang erhalten"

Markus Lanz (51) moderiert seinen Talk seit 2008.
Markus Lanz (51) moderiert seinen Talk seit 2008.  © ZDF

Markus Lanz will immer wieder "eintauchen in die Corona-Zahlen": 

Angela Merkel (66, CDU) habe von 19.200 Fällen zu Weihnachten gesprochen, andere warnten vor einer zweiten oder sogar dritten Welle, wenn das so weitergehe…

Die AHA-Regeln, das Masken-Tragen etc. waren und sind hilfreich, die Viruslast zu senken - "wir alle waren bisher diszipliniert", was die relativ niedrigen Corona-Betroffenen in Deutschland (noch) zeigen.

Der Hoffnungsschimmer: "Wir sind bisher gut über die Runden gekommen." Am Ende aber gehe es um Eigenverantwortlichkeit jedes Einzelnen, das funktioniere besser als Verbote.

"Wir sind bisher gut über die Runden gekommen"

"Wir wollen die Einschränkungen so kurz und gering wie möglich halten", versicherte Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern (46, SPD).
"Wir wollen die Einschränkungen so kurz und gering wie möglich halten", versicherte Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern (46, SPD).  © ZDF

Streeck fragt sich: 

"Was ist unser Ziel? (...) Weil am Ende die große Hoffnung des Impfstoffes steht. Corona wird für immer bei uns sein, auch mit einem Impfstoff." Wird es nach dem Herbst besser? "Ich glaube, das wollen die meisten nicht hören, nach dem Herbst ist es nicht vorbei."

Für Manuela Schwesig sind "die Einschränkungen so kurz und gering wie möglich zu halten". Die Gesundheit der Menschen sei schützen, Wirtschaft und Arbeit müsse gesichert sein und drittens das soziale Leben - sehr wichtig sind für sie Schule und Kita, spricht sie das Thema Bildung gegen Ende auch an. 

Und: "Eine Ausgangssperre ist das härteste überhaupt, das will ich nicht."

Gäste neben Virologe Prof. Hendrik Streeck und SPD-Politikerin Manuela Schwesig waren am Donnerstagabend in Hamburg: die  Sozialpsychologe Prof. Harald Welzer und Publizist Prof. Michel Friedman. Wer will, kann die Sendung in der ZDFmediathek sehen.

Titelfoto: ZDF

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