Lebensgefährlicher Notfall daheim: Mann (80) sitzt bewusstlos und stark blutend auf der Toilette

Jena - Hier zählt jede Sekunde! Zwei Rettungskräfte düsen zu einem Wohnhaus, um einer bewusstlosen Person zu helfen. Sie wissen nicht, was sie erwartet. Dort angekommen öffnet niemand die Tür - der Patienten schwebt in akuter Lebensgefahr!

Notfallsanitäter Petro Sadoni (56) wusste auf der Anfahrt noch nicht, was ihn erwartet: "Es kann auch eine Reanimation werden."
Notfallsanitäter Petro Sadoni (56) wusste auf der Anfahrt noch nicht, was ihn erwartet: "Es kann auch eine Reanimation werden."  © SAT.1/Gerrit Büttgenbach

Die Notfallsanitäter Sindy Meisegeier (25) und Petro Sadoni (56) aus Jena sind auf dem Weg ins etwa acht Kilometer entfernte Nennsdorf.

Die Alarmierung über eine bewusstlose Person ging um 10.04 Uhr ein. Was sie am Einsatzort erwartet, weiß das Duo nicht: "Das kann alles sein: eine Herzgeschichte oder ein Schlaganfall. Wir müssen uns auf alles einstellen, es kann auch eine Reanimation werden", so Petro in der SAT.1-Sendung "Lebensretter hautnah".

Angekommen an der Meldeadresse um 10.15 Uhr ist der Notarzt zwar schon da, steht aber vor verschlossener Tür. Auch aufs Klopfen an Fenster gibt es zunächst kein Lebenszeichen.

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Es ist durchaus denkbar, dass der Patient selbst angerufen hat, seine Situation sich aber nach dem Wählen des Notrufs so verschlimmert hat, dass er bewusstlos geworden ist, könnte sich Sindy vorstellen.

Dann öffnet zum Glück eine Frau die Haustür, führt die Rettungskräfte ins kleine Bad zu ihrem Mann: "Der sitzt auf dem Klo und spricht nicht mehr." Beim Toilettengang waren bei dem 80-Jährigen starke Blutungen aufgetreten, die sich nicht stoppen ließen.

Weil die Räumlichkeiten zu eng und verwinkelt sind, wird ein Rettungstuch in der Küche ausgelegt und der Patient darauf platziert. Es muss schnell gehen: "Der Patient war sehr blass und schweißig, wahrscheinlich durch den hohen Blutverlust", erinnert sich Petro.

Sindy Meisegeier (25) hält es für möglich, dass der Patient selbst den Notruf gewählt hat, dann aber bewusstlos wurde und somit nicht die Tür öffnen kann.
Sindy Meisegeier (25) hält es für möglich, dass der Patient selbst den Notruf gewählt hat, dann aber bewusstlos wurde und somit nicht die Tür öffnen kann.  © SAT.1/Gerrit Büttgenbach

Lebensretter hautnah: 80-Jähriger kommt zu sich, hat aber nur einen ganz schwachen Puls

Sindy ist seit 2015 Notfallsanitäterin, Petro bereits seit 1992.
Sindy ist seit 2015 Notfallsanitäterin, Petro bereits seit 1992.  © SAT.1/Gerrit Büttgenbach

Im Rettungswagen kommt der Mann wieder zu sich, ist ansprechbar. Sorgen bereitet den Sanitätern aber, dass sein Radialpuls, also der Puls am Handgelenk, nur ganz schwach tastbar ist.

Da der Senior in der Vergangenheit schon einmal einen Schlaganfall erlitten hatte und auch jetzt eine teilweise Gesichtslähmung aufgetreten zu sein scheint, könnte er wieder einen Schlaganfall erlitten haben. Das wäre nicht verwunderlich, denn etwa 20 Prozent aller Schlaganfall-Patienten erleiden innerhalb von fünf Jahren einen zweiten, meist tödlichen.

Dann berichtet die Ehefrau, wie es zu dem Notfall kommen konnte: "Er hatte gegen früh Durchfall bekommen, da musste er ab und an und dann kam immer Blut, Blut."

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Weil der 80-Jährige einen Blutverdünner zum Vorbeugen eines Schlaganfalls nimmt, können sich Blutungen kaum stoppen lassen - die Kehrseite der Medaille.

Während des Transports wird der Thüringer engmaschig kontrolliert und später ins Universitätsklinikum Jena eingeliefert. Dort können die Ärzte die Blutung schnell stoppen. Auch ein Schlaganfall kann ausgeschlossen werden.

"Lebensretter hautnah" aus Jena: Ehefrau bedankt sich herzlich bei den Sanitätern

Einige Wochen später ist das SAT.1-Team erneut bei dem Ehepaar zu Gast und erkundigt sich, wie es dem Mann geht.

"Ich bin sehr froh, dass ich ihn wieder zu Hause habe. Wir möchten uns bei dem Rettungsteam ganz, ganz herzlich bedanken für ihr schnelles und beherztes Eingreifen und dass es meinem Mann so schnell wieder gut ging", freute sie sich.

Schuld an der Notlage des 80-Jährigen war übrigens eine kleine Ausstülpung im Darm (ein sogenanntes "Divertikel"), aus der die Blutung entstand. Mittlerweile nimmt der Mann nur noch die halbe Dosis Blutverdünner.

Die ganze "Lebensretter hautnah"-Folge mit anderen spannenden Einsätzen seht Ihr auf Abruf bei Joyn. Eine neue Episode gibt's kommenden Dienstag um 20.15 Uhr bei SAT.1.

Titelfoto: SAT.1/Gerrit Büttgenbach

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