Maischberger: Wirbel um "Weiße" Gästeliste

Berlin - Sandra Maischberger (53) bereitet in ihrer Sendung "maischberger.die.woche" im Ersten brandaktuelle Themen der Woche auf. Meist diskutieren Medien-Fachfrauen und -männer, Politiker oder auch mal Komiker mit extra geladenen "Haupt"-Gästen aus Gesellschaft, Medien und Kultur. 

Sandra Maischberger (53) diskutierte mit ihren Gästen "die Proteste in den USA | das Konjunkturpaket der Bundesregierung | Reisewarnungen und Grenzöffnungen | die Suche nach einem Impfstoff gegen das Corona-Virus".
Sandra Maischberger (53) diskutierte mit ihren Gästen "die Proteste in den USA | das Konjunkturpaket der Bundesregierung | Reisewarnungen und Grenzöffnungen | die Suche nach einem Impfstoff gegen das Corona-Virus".  © ARD/maischberger.die.woche

Das ist im Prinzip ein gutes Konzept, weil ein breites Feld abgeackert werden kann, statt dass in der Talkshow monothematisch wie noch vor einigen Jahren diskutiert wird. 

In der jüngsten Sendung allerdings stieß vielen Zuschauern die angekündigte, ausschließlich "weiße" Diskutier-Runde auf, die unter anderem über den Tod George Floyds (†46) sprechen sollte - Stichwort: #IcantBreathe: Floyds dramatischer Tod sorgt für einen weltweiten Aufschrei. Sein verzweifelter Hilferuf "I can't breathe" ("Ich kann nicht atmen") wurde zur Kampfansage von Abertausenden wütenden Demonstranten gegen Rassismus (>> TAG24 berichtet im Ticker).

Auf Twitter kam seit Bekanntwerden der Maischberger'schen Gästeschar mehr und mehr Kritik auf - teils hart, teils ironisch - immer aber emotional betroffen. 

Auf den ARD-Stühlen sollte zunächst niemand mit Migrationshintergrund sitzen: Neben Terra-X-Moderator Dirk Steffens kamen Bundesaußenminister Heiko Maas, die ARD-Börsenexpertin Anja Kohl, Kolumnist Jan Fleischhauer und die Virologin Helga Rübsamen-Schaeff zu Wort.

Wie können ausschließlich "weiße" über ein offensichtlich rassistisches Problem reden, so die Kritik - nicht nur auf Twitter.

Priscilla Layne via Video-Schalte im Gespräch mit Sandra Maischberger.
Priscilla Layne via Video-Schalte im Gespräch mit Sandra Maischberger.  © Twitter/@maischberger

Maischberger-Redaktion ergänzt Gästeliste

Neben Terra-X-Moderator Dirk Steffens kamen Bundesaußenminister Heiko Maas, die ARD-Börsenexpertin Anja Kohl, Kolumnist Jan Fleischhauer und die Virologin Helga Rübsamen-Schaeff zu Wort.
Neben Terra-X-Moderator Dirk Steffens kamen Bundesaußenminister Heiko Maas, die ARD-Börsenexpertin Anja Kohl, Kolumnist Jan Fleischhauer und die Virologin Helga Rübsamen-Schaeff zu Wort.  © ARD/maischberger.die.woche

Als dann endlich die Gast-Kritik via Twitter in der Redaktion der Maischberger-Redaktion ankommt, wurde ein weiterer Gast benannt - Priscilla Layne: "Droht den USA ein Bürgerkrieg? Und welche Rolle spielt US-Präsident Trump? Dazu im Gespräch: US-Wissenschaftlerin US-Wissenschaftlerin Priscilla Layne", so die neuere Ankündigung auf der ARD-Homepage 

Angeblich war "die Redaktion seit Sonntag im Kontakt mit mehreren möglichen, auch schwarzen, Gesprächspartner*innen zum Thema #Rassismus in den #USA. Zugesagt hat jetzt eine afro-amerikanische Germanistikprofessorin aus North Carolina", twittert @maischberger noch Mittwochvormittag.

Allerdings, die schwarze Wissenschaftlerin wurde in der Tat sehr spät angefragt, um mitzudiskutieren. Wie sie auf Twitter selbst schreibt, wurde sie nicht, wie vom Sender behauptet "vergangenen Sonntag", sondern erst am Dienstag angefragt -  "Yesterday I got a phone call from ARD about possibly appearing on German TV to talk about racism in the US and the current protests". 

Unter dem Tag @maischberger/#maischberger steht Twitter derzeit nicht still. 

Titelfoto: ARD/maischberger.die.woche

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