ZERV-Serie vom MDR: Ermittlungen gegen SED-Verbrechen in der Wendezeit!

Leipzig/Berlin - Geschichte per Krimi: Kurz nach der Wende entstand ein Vakuum, das Kriminelle aus West und Ost als nutzten, um sich zu verbünden. "Vogelfrei" agieren sie gemeinsam. Daher musste in Berlin 1991 auf Beschluss der Bundesregierung die "ZERV" (Zentrale Ermittlungsstelle für Regierungs- und Vereinigungskriminalität) gegründet werden.

Ost meets West: Nadja Uhl (48) und Fabian Hinrichs (47) kämpfen gemeinsam gegen Verbrechen in der Wendezeit direkt nach dem Mauerfall.
Ost meets West: Nadja Uhl (48) und Fabian Hinrichs (47) kämpfen gemeinsam gegen Verbrechen in der Wendezeit direkt nach dem Mauerfall.  © ARD/Merav Maroody

Ziel der ZERV war es, mit "vermeintlich unbelasteten westlichen Kommissaren die Kriminalität während der Wendezeit und vergangene SED-Verbrechen aufzuklären".

Genau für diese Krimi-Serie des MDR läuft momentan der Endspurt für die Dreharbeiten. Top besetzt entsteht der sechsteilige Krimi noch bis Februar in Leipzig, Berlin, Brandenburg und Tschechien unter der Regie von Dustin Loose (34).

Die Hauptrollen spielen Nadja Uhl (48, "Gegen die Angst") und Fabian Hinrichs (47, "Tatort"). In weiteren Rollen sind dabei: Imogen Kogge (63, "Polizeiruf 110"), Thorsten Merten (58, "Spreewald-Krimi"), Fritzi Haberlandt (45, "Krause"), Rainer Bock (66, "Solo für Weiss", Peter Schneider (46, "Usedom-Krimi"), Max Hubacher (28, "Großstadtrevier") sowie Vanessa Loibl (35) u. v. a. m.

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"ZERV" erzählt "von den ersten Jahren nach dem Mauerfall, den Brüchen von Lebensläufen, von völlig unterschiedlichen Biografien und vom geglückten Aufeinanderzugehen im gemeinsamen Kampf gegen das Verbrechen", das kein Ost und West mehr kennt, so der MDR.

ZERV, das ist ein Stoff, aus dem Komödien, aber auch Dramen sind

Nadja Uhl (48) stand jüngst in Berlin für den ARD-Film "Nach eigenem Gesetz" vor der Kamera. Im Februar beendet jetzt sie die Dreharbeiten zu ZERV.
Nadja Uhl (48) stand jüngst in Berlin für den ARD-Film "Nach eigenem Gesetz" vor der Kamera. Im Februar beendet jetzt sie die Dreharbeiten zu ZERV.  © ZDF/Christoph Assmann

MDR-Fernsehfilmchefin Johanna Kraus sagt: "Die Arbeit der ZERV seriell aufzuarbeiten ist hochspannend." Denn bisher sei dieses gesellschaftlich hoch relevante Thema noch nie fiktional aufgegriffen worden.

Der MDR wolle so die deutsch-deutsche Zeitgeschichte weiterführend filmisch abbilden und sieht die neue Krimi-Reihe in der Tradition z. B. "Weissensee".

Produzentin Gabriela Sperl (69, geboren in Bad Godesberg bei Bonn) meint: "Unsere Kriminalgeschichten, die großen wie die kleinen, transportieren am Ende ein wichtiges Gefühl: Unrecht, Willkür und Verbrechen in West und Ost können nur gemeinsam bekämpft werden, und am Ende sind die großen Wirtschaftskriminellen und die kleinen Ganoven vor dem Gesetz gleich."

Erste Ost-West-Begegnungen - Kampf gegen alte Seilschaften

Tatort-Schauspieler Fabian Hinrichs (47) spielt in ZERV den "West"-Kommissar Peter Simon.
Tatort-Schauspieler Fabian Hinrichs (47) spielt in ZERV den "West"-Kommissar Peter Simon.  © Annette Riedl/dpa

Darum geht's im "ZERV-Berlin 1991": Kriminalhauptkommissarin Karo Schubert (Uhl) begegnet im Mordfall eines hohen Mitarbeiters des Abrüstungsministeriums, beauftragt mit der Auflösung der Nationalen Volksarmee, zum ersten Mal dem neu eingesetzten "West"-Kommissar Peter Simon (Hinrichs) aus der Sondereinheit ZERV.

Beide ermitteln notgedrungen zusammen. Die diversen Aufgaben der ZERV sind für Peter Simon und sein Team nur lösbar in Zusammenarbeit mit den "Ost-Kollegen".

Recht und Unrecht, das stellen beide Kommissare sehr schnell fest, bleiben Recht und Unrecht, egal von welcher Seite man es betrachtet...

Es geht um illegale Waffengeschäfte, um nicht vollzogene Abrüstung und um politisches und gesellschaftliches Unrecht, das sich nur gemeinsam auflösen und aufarbeiten lässt.

Und es wird persönlich, denn als Karo im Zuge ihrer Ermittlungen über die Akten ihres verschwundenen Vaters stolpert, findet sie ein neues Puzzleteil, um sowohl ihre Familiengeschichte als auch den Fall zu klären.

"ZERV" wird gefördert vom Medienboard Berlin-Brandenburg, der Mitteldeutschen Medienförderung, dem FilmFernsehFonds Bayern und dem Filmanreizprogramm des tschechischen Staatlichen Kinematographie Fonds. Ein Sendetermin im Ersten steht noch nicht fest.

Titelfoto: ARD/Merav Maroody

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