Medienregulierer will "Schulterschluss" von ARD und ZDF mit Privaten

München - Der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), Thorsten Schmiege, schlägt mehr Zusammenarbeit zwischen Öffentlich-Rechtlichen und Privaten vor.

Thorsten Schmiege, Geschäftsführer der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM).
Thorsten Schmiege, Geschäftsführer der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM).  © Sven Hoppe/dpa

Publizistischer Wettbewerb sei gut und wichtig, aber in anderen Bereichen wie Technik und Ausbildung sei mehr Kooperation möglich. "Der Schulterschluss zwischen den Anbietern ist wichtig und bringt alle voran", sagte Schmiege in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur vor den am Montag beginnenden Medientagen München (bis 29. Oktober).

Als Blaupause sieht der neue BLM-Chef "eine sehr gute Kooperation" mit dem Bayerischen Rundfunk (BR) beim Übertragungsstandard DAB+. "Auch das Thema Aus- und Fortbildung ist ganz wichtig", sagte Schmiege über die Zusammenarbeit mit der ARD-Anstalt. "Da stellen wir gerade fest, dass der BR sehr offen und kooperativ ist, gemeinsame Interessen und Ziele zu verfolgen."

Die BLM ist eine von 14 Landesmedienanstalten in Deutschland. Sie kontrolliert und fördert die privaten Radio- und Fernsehanbieter. Medienregulierer Schmiege ist seit Anfang Oktober neuer Präsident.

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Auch beim Aufbau einer neuen "Medien-Plattform Bayern" im Netz als Antwort auf globale Internetriesen wie Facebook setzt Schmiege auf Kooperation mit den Öffentlich-Rechtlichen.

"Im Plattform-Zeitalter zählen Größe und Relevanz. Je mehr Partner, desto besser", sagte der BLM-Präsident. "Dass der BR meines Erachtens auch hier ein prädestinierter Partner wäre, steht außer Frage."

"Natürlich ist man Wettbewerber"

ARD und ZDF finanzieren sich hauptsächlich über den Rundfunkbeitrag. (Symbolbild)
ARD und ZDF finanzieren sich hauptsächlich über den Rundfunkbeitrag. (Symbolbild)  © Soeren Stache/dpa

Zugleich wies Schmiege auch klar auf Gegensätze hin - wie etwa die hohe Bedeutung von Werbung zur Finanzierung der Privatsender. Für die Öffentlich-Rechtlichen ist der Rundfunkbeitrag Haupteinnahmequelle.

"Da unterscheiden sich Öffentlich-Rechtliche und Private ganz zentral." Mehr Werbung bei ARD und ZDF würde "auf jeden Fall zu weiteren Schwierigkeiten und neuen Konfliktlinien führen", warnte Schmiege.

Bei allen Überlegungen zu Kooperationen gelte zudem für das Verhältnis zwischen Öffentlich-Rechtlichen und privaten Anbietern weiterhin: "Natürlich ist man Wettbewerber."

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Publizistischer Wettbewerb um Qualitätsinhalte tue der gesamten Medienbranche gut. "Dazu gehört auch die Erkenntnis, dass die Öffentlich-Rechtlichen kein Monopol auf guten Content haben."

Das Verhältnis der Sendergruppen untereinander wird auch bei den Medientagen München eine große Rolle spielen. Die Veranstaltung ist einer der größten Konferenzen der Medienbranche in Deutschland. Die BLM ist Hauptträgerin der Medientage.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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