Zu wenig Werbung: ProSiebenSat.1 macht 61 Millionen Euro Verlust

München - Der Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 schreibt rote Zahlen. Die Zuschauer sahen in den vergangenen Monaten zwar wieder etwas mehr Fernsehen, aber die Werbekunden schalteten viel weniger Spots. 

Das Konzern-Logo der ProSiebenSat.1 Media AG ist am Eingang zur Konzern-Zentrale in Unterföhring zu sehen.
Das Konzern-Logo der ProSiebenSat.1 Media AG ist am Eingang zur Konzern-Zentrale in Unterföhring zu sehen.  © Andreas Gebert/dpa

Die Folge: Der Konzernumsatz fiel im zweiten Quartal um 25 Prozent auf 709 Millionen Euro, und unter dem Strich blieb ein Verlust von 61 Millionen Euro.

Vorstandssprecher Rainer Beaujean (51) sah am Freitag jedoch ein wenig Licht am Ende des Tunnels: Im Juli seien die Werbeerlöse nur noch um 20 Prozent niedriger als im Vorjahr, und "im August zeichnet sich aktuell mit einem Minus von rund 10 Prozent eine weitere Verbesserung ab", sagte er.

Allerdings werde es nicht möglich sein, die bis Herbst entstandenen Rückgänge bis Jahresende aufzuholen. 

In normalen Jahren erwirtschafte ProSiebenSat.1 zwar etwa die Hälfte seines Betriebsgewinns zwischen September und Dezember. Aber angesichts der Unsicherheit über den Fortgang der Corona-Seuche könne der Vorstand keine Jahresprognose geben.

Mit 1,2 Milliarden Euro in bar sei die Liquidität des Unternehmens gut. Kosteneinsparungen seien teilweise bereits im zweiten Quartal sichtbar, sollten aber vor allem in der zweiten Jahreshälfte wirken.

Der Quartalsumsatz im Kerngeschäft Unterhaltung und im Produktionsgeschäft brach um ein Drittel ein. Nur die Konzerntochter Nucom konnte ihren Umsatz dank der Partnervermittlung Parship Group und der Online-Parfümerie Flaconi leicht steigern.

Titelfoto: Andreas Gebert/dpa

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