Nach Wohnhausbrand mit 28 eingeschlossenen Personen: "Kripo Live" sucht Zeugen

Leipzig - An einem kalten Wintertag brach im Leipziger Osten ein Feuer im Treppenhaus eines Wohnhauses aus. 28 Menschen waren durch die Flammen eingeschlossen. "Kripo Live" hat mit einem ehemaligen Bewohner gesprochen und unterstützt die Polizei mit einem Zeugenaufruf.

Student Paul Manger lebte im Erdgeschoss des Wohnhauses in der Neustädter Straße 9. Er konnte sich selbstständig retten.
Student Paul Manger lebte im Erdgeschoss des Wohnhauses in der Neustädter Straße 9. Er konnte sich selbstständig retten.  © Screenshot/Kripo live

Was sich am 9. Februar 2021 um die Mittagszeit in der Neustädter Straße 9 zutrug, ist ein wahr gewordener Albtraum.

Paul Manger erinnert sich an den Tag des Feuers. Er hatte noch Glück im Unglück, denn er lebte damals im Erdgeschoss des Mehrfamilienhauses. "Wir sind sofort rausgerannt. In dem Moment denkt man eigentlich nicht darüber nach, was gerade vor sich geht", erzählt der Student in der MDR-Sendung.

Anderen Hausbewohnern blieb der rettende Weg ins Freie versperrt.

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"Als wir nach draußen gekommen sind, haben wir halt erstmal festgestellt, wie groß das Feuer überhaupt ist", berichtet Manger weiter. Er und die anderen Mieter alarmierten die Einsatzkräfte.

Torsten Kolbe von der Leipziger Feuerwehr kennt die besondere Gefahr solcher Brände: "Die Treppenhäuser sind der erste Rettungsweg für alle Bewohnerinnen und Bewohner, die sie kennen, die sie auch nutzen, wenn es da brennt. Der Rauch ist tödlich. Es reichen drei Atemzüge aus, um tödliche Verletzungen zu erleiden."

Vor Ort gestalteten sich die Löscharbeiten schwierig - im Hinterhof konnten keine Drehleitern eingesetzt werden und auch die Minusgrade erschwerten die Bedingungen.

Kolbe schildert die komplizierte Lage: "Wir haben zuerst unser Hauptaugenmerk auf die Menschenrettung gerichtet. Das heißt zu Beginn haben wir wirklich das Löschen erst einmal nicht an erster Stelle gesehen. Das heißt, der Brand konnte sich weiter ausbreiten."

28 Menschen konnten das Gebäude wegen des Feuers im Treppenhaus nicht verlassen.
28 Menschen konnten das Gebäude wegen des Feuers im Treppenhaus nicht verlassen.  © Screenshot/Kripo live

Die Polizei geht von Brandstiftung aus

Das Haus ist bis heute nicht bewohnbar. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.
Das Haus ist bis heute nicht bewohnbar. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.  © Silvio Bürger

Glücklicherweise wurden alle Beteiligten gerettet. Mehrere Personen mussten allerdings mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus. Das Gebäude ist bis heute nicht bewohnbar.

Beunruhigend bleibt auch die Frage nach dem Auslöser. Laut "Kripo Live" wird von Brandstiftung ausgegangen.

So erklärt Dorothea Benndorf von der Polizei Leipzig: "Am Folgetag waren zwei Brandursachenermittler vor Ort. Diese haben festgestellt, dass das Feuer im Treppenhaus ausgebrochen war und mit hoher Wahrscheinlichkeit ein technischer Defekt ausgeschlossen werden kann."

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Der unaufgeklärte Fall lässt auch Manger nicht los: "Das hinterlässt natürlich ein mulmiges Gefühl, wenn man weiß, das hat jemand mit Absicht gemacht, das kann auch wieder passieren, aber man hofft natürlich, dass so etwas ein Einzelfall bleibt."

Habt Ihr zwischen 12 und 13 Uhr Personen am oder im betroffenen Haus gesehen? Hinweise nimmt die Kripo unter der Telefonnummer 0341/96646666 entgegen.

Titelfoto: Screenshot/Kripo live

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