Experten weisen synthetischen Stoff in deutschen Gewässern nach

Hamburg/Hannover/Kiel - Im Auftrag des Senders NDR haben Experten eine beunruhigende Entdeckung in mehreren deutschen Gewässern und sogar in einer Trinkwasser-Probe gemacht. 

Die Umweltauswirkungen von "Acesulfam K" werden möglicherweise unterschätzt.
Die Umweltauswirkungen von "Acesulfam K" werden möglicherweise unterschätzt.  © Frank Rumpenhorst/dpa

Demnach wurde in Laboranalysen für die Sendung "Die Tricks mit dem Wasser" der synthetisch hergestellte Süßstoff "Acesulfam K" nachgewiesen. Spuren wurden etwa in der Trave bei Lübeck, in der Elbe bei Hamburg und im Dümmer See in Niedersachsen gefunden. Außerdem war der Süßstoff in einer Trinkwasserprobe im NDR Landesfunkhaus in Hannover nachweisbar.

Der Süßstoff wird normalerweise in zuckerfreien Produkten wie zum Beispiel Light-Getränken eingesetzt. Bislang gilt der Stoff als gesundheitlich unbedenklich, doch ganz sicher ist sich die Wissenschaft da noch nicht. 

"Acesulfam K" wird vom menschlichen Körper unverändert ausgeschieden. Weil er auch die Abwasser-Reinigung im Klärwerk übersteht, gelangt er von da aus wieder zurück in die Umwelt. 

Der Wasserversorger Enercity aus Hannover, schrieb dem NDR auf Anfrage, dass Acesulfam K grundsätzlich aus Fließgewässern in den Wasserkreislauf gelangen kann. Laut aktueller Trinkwasserverordnung müssten Wasserversorger nicht untersuchen, ob sich der Süßstoff in ihrem Trinkwasser befindet. 

Grundsätzlich sollte aber möglichst jeder Eintrag menschengemachter Stoffe in den Wasserkreislauf vermieden werden, so der Wasserversorger weiter. 

Stoff doch nicht ganz unbedenklich?

Auch im niedersächsischen Dümmer See wurde der Stoff nachgewiesen.
Auch im niedersächsischen Dümmer See wurde der Stoff nachgewiesen.  © Friso Gentsch/dpa

Die Umweltauswirkungen von Acesulfam K werden möglicherweise auch unterschätzt. 

Eine Studie, die dem NDR vorliegt, kommt zu dem Ergebnis, dass es bei Goldfischen nach der Aufnahme von Acesulfam K zu Stoffwechselproblemen (oxidativem Stress) kommt.

Die Freisetzung von Acesulfam K in die Umwelt solle mit strengeren Standards neu bewertet werden, so die Autoren einer weiteren Studie.

Das NDR Fernsehen zeigt „Die Tricks mit unserem Wasser“ am Montag, 10. August, um 21 Uhr. 

Titelfoto: Frank Rumpenhorst/dpa

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