Fünf Netflix-Tipps für die Corona-Quarantäne

Deutschland - Wer soll bei dieser Auswahl den Überblick behalten? Netflix hat unzählige Filme und Serien im Angebot. Doch welche lohnen sich wirklich? Fünf Tipps für Euch!

"Manhunt Unabomber"

Diese Miniserie ist schon ein wenig älter und daher seit längerer Zeit beim Streaming-Riesen verfügbar. Doch genau deshalb läuft sie unter dem Radar der breiten Masse und wird von vielen gar nicht erst entdeckt.

Dabei lohnt sie sich definitiv. Denn die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte ist brisant, packend, vielschichtig und tiefschürfend. Im Mittelpunkt steht dabei die Arbeit von FBI Supervisory Special Agent James R. Fitzgerald (Sam Worthington), auf dessen Buch "A Journey to the Center of the Mind, Book III: The “First Ten" diese Serie beruht, die acht Episoden umfasst.

Fitzgerald macht Jagd auf den Terroristen Theodore "Ted" John Kaczynski (Paul Bettany), einen ehemaligen Mathematik-Professor, der die USA viele Jahre mit seinen Briefbomben, die mehrere Menschenleben kosteten, in Atem hielt.

Vor allem Bettany (Vision" in den Marvel-Filmen) begeistert in seiner ambivalenten Rolle als manischer Bösewicht und verkörpert seine Figur mit großer Intensität. 

Dazu kommt ein erstklassiges Drehbuch, ein gut ausbalanciertes Erzähltempo und eine atemberaubende Spannungskurve, durch die  "Manhunt Unabomber" auf jeden Fall einen Blick wert ist.

Theodore "Ted" John Kaczynski (vorne-mittig, Paul Bettany) ist der sogenannte "Unabomber", der die USA viele Jahre lang in Atem hielt.
Theodore "Ted" John Kaczynski (vorne-mittig, Paul Bettany) ist der sogenannte "Unabomber", der die USA viele Jahre lang in Atem hielt.  © PR/© Discovery

"Beasts Of No Nation"

Dieser Film ist nur für etwas Hartgesottene! Denn dieses Anti-Kriegsdrama geht nämlich durch Mark und Bein. In ihm spielt  der junge Agu (Abraham Attah) die Hauptrolle. Er wohnt in einem kleinen westafrikanischen Dorf, das jedoch bald mitten im Kriegsgebiet steht.

Während seine Familie abgeschlachtet wird, entkommt er in den Dschungel, wo er bald von den Rebellen entdeckt- und gefangen genommen wird. Der Commandant (Idris Elba) und seine Soldaten wollen ihn hinrichten, nehmen ihn dann aber als Kindersoldaten in ihre Reihen auf. Dort erlebt und tut er grausame Dinge...

139 Minuten lang ist dieser intensive Film von Cary Joji Fukunaga ("Sin Nombre", "James Bond: Keine Zeit zu sterben"), der einem noch lange im Gedächtnis bleibt. Insgesamt 32 Mal wurde er ausgezeichnet, dazu für 54 weitere Preise nominiert.

Das liegt nicht nur an der starken Leistung der Schauspieler um Elba, sondern auch an der erschütternden und zugleich bewegenden Geschichte, die mit viel Fingerspitzengefühl inszeniert ist, was ihre Wirkung nur noch verstärkt.

Wer so ein heftiges Erlebnis verkraften kann, ist hier an der richtigen Adresse. 

Der Commandant (l., Idris Elba) hat gleich mehrere Kindersoldaten in seinen Reihen, die er grausame Dinge tun lässt.
Der Commandant (l., Idris Elba) hat gleich mehrere Kindersoldaten in seinen Reihen, die er grausame Dinge tun lässt.  © PR/Participant Media

"The Game Changers"

Eine hochinteressante Dokumentation, die vegane Ernährung in den Fokus stellt. Anhand mehrerer Spitzensportler wird aufgezeigt, wie sie Weltklasse-Leistungen zeigen konnten, obwohl- oder gerade besser: weil sie auf Fleisch verzichteten. 

Auch Hollywood-Größe Arnold Schwarzenegger ("Terminator") kommt zu Wort und erzählt, weshalb er nach vielen Jahren mit hohem Fleischkonsum mittlerweile umgestiegen ist. Er und viele andere Experten wie renommierte Wissenschaftler sorgen für einen lehrreichen Film, der einen die eigene Ernährung überdenken lässt.

Regisseur Louie Psihoyos ("Oscar" für "Die Bucht") gelingt es dabei auf beeindruckende Weise aufzuzeigen, wie falsch viele Ansichten zu den Essgewohnheiten sind. Er lässt viele verschiedene Menschen zu Wort kommen und überfrachtet seinen Film dennoch nicht. 

Außerdem begeistern die erstklassigen, dynamischen Aufnahmen und die coole Musikuntermalung, weshalb "The Game Changers" eine fesselnde Doku zu einem wichtigen Thema geworden ist.

Patrik Baboumian (M.) sicherte sich 2011 den Titel als stärkster Mann Deutschlands - als Veganer. Auch der frühere Mixed-Martial-Arts-Fighter James Wilks (r.) ernährt sich rein pflanzlich.
Patrik Baboumian (M.) sicherte sich 2011 den Titel als stärkster Mann Deutschlands - als Veganer. Auch der frühere Mixed-Martial-Arts-Fighter James Wilks (r.) ernährt sich rein pflanzlich.  © PR/TheGameChangers

"Systemsprenger"

Auch der beste deutsche Film des letzten Jahres soll an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich empfohlen werden. Das Werk von Regisseurin Nora Fingscheidt gewann 17 Filmpreise, wurde für 19 weitere nominiert, lockte hierzulande mehr als 600.000 Zuschauer in die Kinos und ging als deutscher Beitrag ins "Oscar"-Rennen.

Seit dem 20. Februar ist das Drama um die junge Benni (Helena Zengel) überraschend bei Netflix abrufbar - und avanciert auch dort zum Hit. 

Benni rastet immer wieder auf beängstigend aggressive Weise aus, weshalb ihre überforderte Mutter Bianca Klaaß (Lisa Hagmeister) sie in die Hände des Jugendamts gegeben hat. Doch auch die herzensgute Frau Bafané (Gabriela Maria Schmeid) weiß nicht mehr weiter. 

Benni wird nämlich von einer Pflegefamilie und einer Einrichtung zur nächsten geschickt, ehe sich der Anti-Gewalt-Trainer für Jugendliche, Martin Heller (Albrecht Schuch), ihrer annimmt und zu dem Mädchen durchdringt. Das macht es jedoch noch komplizierter...

Diese großartige Geschichte hat Fingscheidt subtil und sensibel umgesetzt, weshalb sich von Beginn an ein fesselnder Film entwickelt, der einen emotional auf einer tieferen Ebene anspricht.

Dazu sind die schauspielerischen Leistungen überragend, ist das Drehbuch hervorragend recherchiert, die Atmosphäre dicht, die Dialoge authentisch und gibt es einen kritischen Blick auf die Amtsstrukturen hierzulande. Eine echte Filmperle!

Benni (Helena Zengel) rastet immer wieder aggressiv aus. 
Benni (Helena Zengel) rastet immer wieder aggressiv aus.  © PR/Yunus Roy Imer / Port au Prince Pictures

"Cold War - Der Breitengrad der Liebe"

Dieses bewegende Liebesdrama aus Polen war einer der Independent-Hits des Jahres 2018! 45 Preise und 113 Nominierungen sprechen eine deutliche Sprache. 

Angesiedelt hat Regisseur Pawel Pawlikowski ("Ida") den Film kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Die sozialistische polnische Regierung ruft das Folklore-Ensemble "Mazurek" ins Leben, das sich darauf konzentrieren soll, polnische Volkslieder und -tänze zu lernen, aufzuführen und das Land damit würdig zu vertreten.

Wiktor (Tomasz Kot) ist einer der Lehrer. Er ist vom ersten Moment an von Zula (Joanna Kulig) hingerissen und verliebt sich in die talentierte Schönheit. Doch diese ist nicht die Person, die sie anfangs zu sein scheint...

Pawlikowski holt aus der Geschichte und den Schauspielern das Maximum heraus. Zur nachhaltigen Wirkung seines Ausnahmewerks trägt auch die Entscheidung bei, den Film in Schwarz-Weiß zu drehen.

So hat "Cold War" einen edlen Stil und beeindruckt zudem mit einer aus dem Leben gegriffenen, epischen Geschichte. 

Zula (Joanna Kulig) und Wiktor (Tomasz Kot) verlieben sich ineinander.
Zula (Joanna Kulig) und Wiktor (Tomasz Kot) verlieben sich ineinander.  © PR/Neue Visionen Filmverleih

Titelfoto: PR/© Discovery/Participant Media

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