Parteiversprechen zu Umweltpolitik: FDP bei "Quarks"-Check plötzlich herabgestuft!

Köln - Die WDR-Sendung "Quarks" hat in ihrer neuesten Folge die Klima-Ziele der Parteien im Bundestagswahlprogramm geprüft. Im Ranking landete die FDP mit ihrer Umweltpolitik zunächst auf Platz 1, wurde aber wegen der persönlichen Meinung der Moderatorin deutlich herabgestuft.

Zunächst landete die FDP mit ihrer versprochenen Klimapolitik beim Quarks-Magazin auf Platz 1.
Zunächst landete die FDP mit ihrer versprochenen Klimapolitik beim Quarks-Magazin auf Platz 1.  © Youtube/WDR/ Quarks

Im Internet tobten deshalb nicht nur die FDP-Anhänger. Auch die Bild-Zeitung holte aus zum Schlag gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Das Nachrichtenmagazin schrieb von einer angeblichen "Manipulation", damit das finale Ergebnis der Wissenschaftsredaktion besser in den Kram passe.

Am Ende blieb der erste Platz leer, die FDP wurde auf Platz 5 herabgestuft. Eine vermeintliche "Lieblingspartei" wurde nicht benannt.

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Die Quarks-Redakteure hatten nach eigenen Angaben journalistisch alle Partei-Programme untersucht, sich Rat von Wissenschaftlern eingeholt.

Der Ansatz für die Sendung: "Fast jede große Partei will das Pariser Klimaabkommen einhalten – sagen sie. Aber reicht das, was von den Parteien geplant ist aus, um genug für den Klimaschutz zu tun – und die Klimaziele einzuhalten? Wir haben nachgerechnet, mit welchen Wahlprogrammen das überhaupt möglich ist."

Für das Ranking orientierte sich die Quarks-Show am CO2-Budget Deutschlands für das angestrebte 1,5 Grad-Ziel und verglich es mit den Klimaschutz-Plänen der Parteien. Zusätzlich schauten die Redakteure ganz konkret auf die versprochenen Maßnahmen der Parteien in der Energiepolitik.

Darum wird die Quarks-Sendung kritisiert

Die FDP wurde herabgestuft, weil man das Versprechen nicht glaubte.
Die FDP wurde herabgestuft, weil man das Versprechen nicht glaubte.  © Youtube/WDR/ Quarks

Im Ergebnis landete die FDP zunächst auf Platz 1, vor der Linken und vor den Grünen.

Die Moderatorin sagte selbst: "Ja, wir waren auch überrascht. Die FDP. Wenn sie ihre Pläne tatsächlich durchzieht und einen CO2-Preis für alles macht. Dann würden die Kohlekraftwerke ganz schnell stillgelegt werden und der Klimaneutralität wären wir sehr schnell, sehr viel näher."

Doch dann griff die Quarks-Moderatorin in das Ranking ein und verbannte die FDP vom ersten Platz.

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Die plötzliche Begründung: "Wir bezweifeln, dass sie das auch so tun würde. Denn auch die FDP will wahrscheinlich nicht, dass Deutschland ein Stromversorgungsproblem bekommt. Damit bewegt sich die FDP wohl eigentlich eher auf dem vorletzten Platz, was den Klimaschutz angeht. Denn der CO2-Preis ist ihre einzige konkrete Maßnahme."

Damit wurde das Wahlversprechen dieser Partei als unrealistisch abgetan, während die Versprechen anderer Parteien glaubhafter und machbarer eingestuft wurden. Genau das sorgte im Netz für den verständlichen Ärger.

Das Quarks-Magazin veröffentlichte online zwar zahlreiche Belege und Studien für die Show, die als Quellen dienten. Doch warum das Versprechen der einen Partei glaubhafter erschien als das der anderen, blieb offen und wurde nicht präzise benannt.

FDP-Politiker kritisiert Quarks-Ranking

Henning Höne (34, FDP), Mitglied im NRW-Landtag, schrieb bei Twitter zu dem Ranking: "Was Quarks hier sagt: "Die FDP hat das wirksamste Instrument zum #Klimaschutz im Programm. Weil aber auf Symbolpolitik bei der FDP verzichtet wird, müssen wir aus wissenschaftlichen Gründen die Platzierung von 1 auf 5 ändern.' Keine Pointe."

Ein Quarks-Fans war sichtlich enttäuscht vom direkten Eingriff: "Eigentlich bin ich wirklich ein großer Fan von euch und weiß eure Arbeit echt zu schätzen. Aber die Art wie ihr das Ranking am Ende einfach mal ändert und die FDP auf den 5. Platz setzt zeugt wirklich nicht von journalistischer Qualität."

Er urteilte: "Eigene Meinungen sollten keine Rolle im Journalismus spielen (oder zumindest eine sehr kleine). Die von der FDP geforderte Obergrenze an Emissionen würde jedes Jahr sukzessive sinken. Sprich nicht von Anfang an müssten alle Kohle Kraftwerke abgeschaltet werden."

Lindner über die Umweltpolitik der FDP

Christian Lindner (42, FDP) sprach am Donnerstag über die Umweltversprechen seiner Partei.
Christian Lindner (42, FDP) sprach am Donnerstag über die Umweltversprechen seiner Partei.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Christian Lindner (42), Chef der FDP, sprach übrigens am Donnerstag im Zeit-Interview selbst über die CO2- und Umweltziele seiner Partei.

Er versprach "eine nationale Deckelung der gemäß des 1,5-Grad-Ziels erlaubten CO2-Emmissionen".

Und weiter: "Über die Ausgabe von Zertifikaten ließe sich die Marktwirtschaft dann sehr gut steuern. Produzentinnen und Verbraucher hätten damit einen natürlichen Anreiz, auf Nachhaltigkeit zu setzen."

Auf die Nachfrage, ob dann die Preise nicht direkt steigen würden, entgegnete Lindner: "Aber in unserem Modell würden die Einnahmen des Staates aus dem Verkauf von CO2-Zertifikaten genutzt, um den Strompreis zu reduzieren und um eine Klimadividende direkt an die Bürgerinnen und Bürger zurückzuzahlen."

Titelfoto: Youtube/WDR/ Quarks

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