Charité-Star Philipp Hochmair: Er stand in Unterhose vor Helmut Schmidt!

Leipzig - Gerade sehen ihn Millionen Menschen bei ARD als "Professor Otto Prokop" in der dritten Staffel der Erfolgsserie "Charité". In der Serie gibt er den weltbekannten Pathologen, vor Altkanzler Helmut Schmidt (†96) stand der Schauspieler allerdings einst in Unterhosen. Wie es dazu kam? Das verriet der gebürtige Wiener in der Talkrunde beim MDR-Riverboat im Gespräch mit Moderatorin Kim Fisher (51).

Philipp Hochmair (47) in "Charité" als österreichisch-deutscher Gerichtsmediziner Otto Prokop (1921-2009).
Philipp Hochmair (47) in "Charité" als österreichisch-deutscher Gerichtsmediziner Otto Prokop (1921-2009).  © Michael Heitmann/dpa

Die Rolle des Otto Prokop, der an der Charité zu einer Koryphäe der Gerichtsmedizin wurde, füllt Hochmair perfekt aus.

"Ihm wurde, unter anderem, auch die Obduktion der ersten Mauertoten aufgetragen. Und sein Bestreben - gegen den Willen des sozialistischen Systems - die wahre Sachlage der Todesumstände der an der Grenze erschossenen Flüchtigen der Nachwelt zu überliefern, macht ihn für mich zu einem Helden", so Hochmair.

Er schwärmt weiter: "Die Energie und Widersprüchlichkeit der Figur, sein positiver Narzissmus, sein Brennen für die Sache und sein unermüdlicher Kampf um das Fortbestehen des Krankenhauses, haben mich besonders an dieser Rolle gereizt. Dass er nie an seinem Genius zweifelt, führt oft zu recht humorvollen Szenen".

Bekannt ist er unter anderem für sein Mitwirken bei den "Vorstadtweibern" oder Auftritten im Polizeiruf und dem Tatort. Der Österreicher ist aber vor allem auch ein begnadeter Theaterschauspieler.

"Völlig entkleidet und vom Leben zerstört" vor Helmut Schmidt!

Helmut Schmidt (†96, SPD) war der fünfte Bundeskanzler Deutschlands.
Helmut Schmidt (†96, SPD) war der fünfte Bundeskanzler Deutschlands.  © Heinrich Sanden/dpa

"Helmut Schmidt konnte nicht mehr ins Theater gehen und da hieß es in deiner Hamburger Zeit: 'Lieber Herr Hochmair, kommen Sie doch mal zu ihm und spielen für ihn'", wusste Kim Fisher zu berichten. "Sie standen dann in seinem Wohnzimmer und spielten für ihn."

Und diesen Auftritt wird Hochmair sicherlich nie mehr vergessen. "Ich habe am Staatstheater Monologe gespielt, die ich selber entwickelt habe. Einer davon war von Kafka, 'Amerika', sein erster Roman, den habe ich dann im Wohnzimmer von Helmut Schmidt aufgeführt und gespielt. Das war ein einzigartiges Erlebnis. 15 Ehrengäste waren eingeladen, die hat er einmal im Monat zu sich gerufen und es wurde über Themen diskutiert und ich war sozusagen ein Redner und habe mein Stück gezeigt. Mein Stück ging anderthalb Stunden."

Am Ende seines Stückes für Altkanzler Schmidt ließ der Charité-Star allerdings tief blicken. "Der arme Karl Rossmann, die Figur, ist völlig entkleidet und vom Leben zerstört bleibt er als armes Wesen über. Und ich hatte jetzt keine Sorge, bei Helmut Schmidt in der Unterhose überzubleiben, es ist halt die Geschichte so. Das verlangt das Thema."

Schmidt sei von dem Auftritt begeistert gewesen. "Alle waren begeistert. Wir haben danach mehrere Bierchen getrunken. Er hatte auch einen eigenen Barkeeper, der war früher sein Sicherheitsbeamter. Und der hat uns reichlich mit Alkohol versorgt. Es war wirklich ein tolles Erlebnis. Und das ist auch das Schöne am Theater. Wenn man sich eine gewisse Flexibilität erhält, man auch verschiedene Räume bespielen kann."

Ob er nun in einem Wohnzimmer spielt oder im ausverkauften Wiener Burgtheater war dem Darsteller übrigens egal. "Das Erlebnis und Volumen und der Spaß ist der gleiche. Es ist eine Droge!", gibt er im Riverboat zu.

Titelfoto: Michael Heitmann/dpa

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