Eislauf-Star im Riverboat: Aljona Savchenko bangt um ihre Familie in der Ukraine

Leipzig - Ihre ersten Schlittschuh-Schritte machte sie als kleines Mädchen auf einem zugefrorenen Teich in der Ukraine. Jahre später, bei den Olympischen Spielen 2018 legte sie dann gemeinsam mit Bruno Massot (33) eine märchenhafte Kür aufs Eis - und holte damit eine Goldmedaille für Deutschland. Im MDR-Riverboat hat der deutsch-ukrainische Eiskunstlauf-Star Aljona Savchenko (38) über den Krieg in ihrer Heimat gesprochen.

Aljona Savchenko (38) und Bruno Massot (33) bei den Olympischen Spielen 2018.
Aljona Savchenko (38) und Bruno Massot (33) bei den Olympischen Spielen 2018.  © Peter Kneffel/dpa

"Normalerweise würden wir jetzt vor allem über die Kür Ihres Lebens sprechen. Aber Sie sind in der Ukraine aufgewachsen, haben natürlich Verwandte dort. Und deswegen die Frage zuerst: Wie geht es Ihren Verwandten? Wo sind die alle?", wollte Moderator Jörg Kachelmann (63) am Freitagabend verständlicherweise gleich ganz zu Beginn des Gesprächs mit der 38-Jährigen wissen.

"Meine Eltern sind bei mir in Deutschland, mein Papa ist vor zwei Tagen gekommen", konnte die Leistungssportlerin berichten.

Doch der Rest ihrer Familie sei noch in der Ukraine. "Viele Verwandte kommen aus Donezk, aus Mariupol und aus den Städten, wo es gar keine Stadt mehr gibt", beschrieb sie die bedrückende Realität in dem Land. "Wir haben auch keine Informationen."

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Und auch ihre Brüder seien noch dort - in der Nähe von Kiew. Immerhin: "Wir haben noch Kontakt." Dennoch sei da die ständige Ungewissheit, wie es weitergeht, was in der nächsten Minute passieren kann.

"Wir wünschen Ihnen, dass Sie mit Ihrer Tochter zu Ihrem Teich gehen können"

Der Eiskunstlauf-Star war am Freitagabend zu Gast im MDR-Riverboat.
Der Eiskunstlauf-Star war am Freitagabend zu Gast im MDR-Riverboat.  © instagram/aljonasavchenko

Ganz konkret interessierte sich der Gastgeber vor allem für die Frage: "Was müssten wir machen? Wie können wir am besten helfen? Wir sitzen hier noch im Warmen und alles ist gut, wir müssen nicht um unser Leben bangen, wir sitzen nicht in Kellern."

Die mahnende Antwort der Olympiasiegerin: "Wir dürfen nicht leise sein. Wir müssen laut sein. Wir müssen reagieren. Wir müssen vorsichtig sein. Wir müssen überlegen." Die Ukraine sei nicht weit weg. "Man unterschätzt sehr den Putin, man unterschätzt, wie weit er gehen kann."

Mit ihren Worten spreche sie Russland und Deutschland an: "Ich denke wir sollen uns äußern, wir sollen das stoppen. Und wenn mehr Leute da sich äußern und rausgehen und ihre richtige Meinung sagen, dann wird auch was gemacht."

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Am Ende des Gesprächs gab der Talkmaster seinem Gast noch ein wenig Hoffnung mit auf den Weg: "Ich glaube, wir wünschen Ihnen alle tierisch, dass Sie mit Ihrer Tochter zu Ihrem Teich gehen können und alles wird gut."

Titelfoto: instagram/aljonasavchenko

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