Intensivstation im Leipziger Uniklinikum: So stark belastet Covid-19 das Pflegepersonal

Leipzig - Es war ein emotionaler Auftritt von Sylvia Köppen im MDR-"Riverboat". Die Bereichsleiterin der Intensivpflege der Uniklinik Leipzig schilderte offen und ehrlich, wie sehr auch sie und ihre Kollegen unter der Corona-Pandemie leiden und wie groß die Impfbereitschaft in ihrem Team ist.

Sylvia Köppen, hier links im Bild, kümmert sich tagtäglich auf der Intensivstation der Uniklinik Leipzig um Corona-Patienten.
Sylvia Köppen, hier links im Bild, kümmert sich tagtäglich auf der Intensivstation der Uniklinik Leipzig um Corona-Patienten.  © Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild/dpa

Kim Fisher (51) und Interims-Moderator Wolfgang Lippert (68) führten gemeinsam das Interview mit Sylvia Köppen. Das Thema bewegte die "Riverboat"-Talkrunde sichtlich.

"Uns war es wichtig, Sie heute hierher einzuladen", so Fisher. "Weniger, um Angst zu machen, sondern auch um zu zeigen, unter welchem Druck Sie stehen und was Sie bisher in dieser Corona-Krise geleistet haben."

Die Möglichkeit in der Talkshow für die aktuelle Situation in Krankenhäusern zu sensibilisieren, nahm Köppen gern an.

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"Wir freuen uns auch darüber und ich bin stellvertretend für meine Kollegen heute hier, die mir zugesprochen haben, herzukommen. Unsere Berufsgruppe an sich freut sich über die Aufmerksamkeit, die wir in diesen Zeiten bekommen und wir hoffen natürlich, dass es auch mittelfristig oder langfristig einen Nutzen hat und diese Berufsgruppe gefördert wird", so die Krankenpflegerin.

Psychische Belastung ist für Intensivpflegekräfte enorm

Die Bereichsleiterin hofft, dass die Berufsgruppe der Krankenpfleger künftig mehr gefördert wird.
Die Bereichsleiterin hofft, dass die Berufsgruppe der Krankenpfleger künftig mehr gefördert wird.  © Screenshot/MDR Riverboat

Schnell kam das Gespräch von aktuellen Zahlen auf die psychische Belastung ihres Teams. "Wer kümmert sich um Sie, wenn Sie sagen, um die Patienten kümmern sich Psychologen?", so Wolfgang Lippert.

Denn für die behandelnden Ärzte und Schwestern bleibt nur der Austausch untereinander.

"Wir als Team kümmern uns umeinander. Ich habe ein Team von 169 Leuten. Die kommen zu mir, sie wissen auch, dass sie kommen können. Oder ich gehe in die Bereiche und versuche, Kontakt aufzunehmen, Dinge zu sehen. Aber im Normalfall wissen die meisten Kollegen, gerade wenn sie über einen längeren Zeitraum im COVID-Bereich tätig sind, dass wir uns austauschen können", so die Bereichsleiterin.

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Und weiter: "Oder wir trinken nach Ende des Dienstes einen Kaffee zusammen und sprechen nochmal miteinander. Denn es ist nichts, was wir mit nach Hause nehmen wollen, es ist nichts, was man mit seiner Familie besprechen kann."

"Selbst die Bilder geben nicht wieder, welche Dinge wir in den letzten Monaten erlebt haben. Deshalb müssen wir es im Team besprechen, dazu gehören auch unsere ärztlichen Kollegen, die all diese Dinge mit uns sehen. Wir sind als Team tatsächlich sehr eng zusammengewachsen", erklärt Köppen.

Das Thema Impfen ist ein großes – auch in ihrem Team. "Seit es viele Aufklärungsgespräche dazu gab, geht man davon aus, dass sich deutschlandweit die Pflegekräfte deutlich positiver zum Thema Impfen öffnen." Die meisten ihrer Kollegen seien mittlerweile geimpft.

Titelfoto: Screenshot/MDR Riverboat

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