Joris im Riverboat: Das gab ihm nach Terroranschlag bei seinem Konzert Kraft

Leipzig - Wie so viele andere in der Kultur- und Kunstszene leidet auch Popsänger Joris (31, "Herz über Kopf") unter der aktuellen Realität und den Folgen der Corona-Pandemie. Wie er trotz aller Rückschläge stets seinen Optimismus behält, erzählte er am Freitag im MDR-Riverboat.

Joris (31) schöpft aus seiner Musik Kraft und Zuversicht.
Joris (31) schöpft aus seiner Musik Kraft und Zuversicht.  © Screenshot/MDR-Riverboat

Eigentlich sollte sein Album "Willkommen Goodbye" bereits im vergangenen Jahr veröffentlicht werden - doch dann kam der Lockdown. In Anbetracht der mit der Pandemie einhergehenden Todesfälle hat der Künstler sein Album nochmal umgeschrieben.

"Das Album ist sehr lebensbejahend, aber es gibt jetzt eben auch viele andere Geschichten, die gerade erzählt werden müssen."

Auch er habe im vergangenen Jahr einen geliebten Menschen verloren. "Da wäre es fast ein bisschen salopp gewesen, einfach so ein Good-Vibes-Album zu veröffentlichen", so Joris.

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Und so hatte der Prozess statt einiger Monate im Endeffekt drei Jahre gedauert. Vor allem handelt seine neue Musik vom "Stolpern und Wiederaufstehen im Leben".

Besonders wichtig sei Joris laut eigener Aussage momentan der Zusammenhalt der Menschen untereinander. Auch das wolle er mit seinen neuen Liedern vermitteln, verriet er im Riverboat.

"Ich wünsche mir sehr, dass gerade in dieser Zeit jetzt Menschen da sind, die bedingungslos für uns da sind und eben auch mithelfen, diese schwere Kiste mit Ballast mitzuziehen. Dass jemand hilft, wenn es einem schlecht geht. Jemand, auf den man setzen kann", erklärte der 31-Jährige.

So verarbeitete Joris den Sprengstoffanschlag von Ansbach

Im Riverboat gab Joris (31) seinen neuen Song "Steine" zum Besten.
Im Riverboat gab Joris (31) seinen neuen Song "Steine" zum Besten.  © Screenshot/MDR-Riverboat

Moderatorin Kim Fisher (52), die sich im Vorfeld der Sendung schon sehr auf den Sänger gefreut hatte, kam kaum mehr aus dem Schwärmen raus: "Ich finde, du hast so einen ganz guten Blick auf Leben und trägst auch eine Menge Humor in dir", lobte sie Joris' ansteckende gute Laune im Studio.

"Ich glaube, das ist unbedingt wichtig", bestätigte dieser auch sofort. "In dem Moment, in dem wir auf die Welt kommen, ist klar: Das überlebt keiner. Und wenn wir den Dingen nicht mit dem richtigen Humor begegnen, dann wird es schwer."

Doch auch Joris hatte es nicht immer leicht: Im Jahr 2016 stand er auf der Bühne des "Ansbach Open"-Festivals, als sich dort ein Anhänger des Islamischen Staats in die Luft gesprengt und dabei mehrere Menschen verletzt hatte.

Das Erlebnis hatte den Sänger schwer erschüttert: "Das, was ich eben noch bedingungslos geliebt habe, zu tun - nämlich Musik zu machen - ist auf einmal so fundamental in Frage gestellt gewesen. Diese Leichtigkeit, die ich so liebte."

Was ihm damals die Hoffnung und Zuversicht wiedergegeben hatte, waren die Worte eines Ton-Mannes seiner Crew, wie Joris sich im Riverboat an diese dunklen Momente zurückerinnerte. "Der hat mir nämlich gesagt: Wir haben jetzt mehr denn je die Mission, Liebe in die Welt zu tragen." Und genau das will der 31-Jährige mit seiner Musik schaffen.

Titelfoto: Screenshot/MDR-Riverboat

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