Kristina Vogel zwei Jahre nach Unfall: Jetzt wird sie Schauspielerin!

Leipzig - Es war nicht Kristina Vogels (29) erster Auftritt im MDR-Riverboat, es wird vermutlich auch nicht ihr letzter gewesen sein, aber emotional war er auf jeden Fall. Die Bahnrad-Olympiasiegerin hat am Freitagabend in der Talkrunde von Kim Fisher (51) und Jörg Kachelmann (62) einmal mehr über den Unfall gesprochen, der ihr Leben so drastisch veränderte. Und darüber, wie sie ganz unverhofft zur Schauspielerin in der Serie "Rote Rosen" wurde!

Kristina Vogel war am Freitag zu Gast im MDR-Riverboat und sprach dort unter anderem über ihr Mitwirken in der Serie "Rote Rosen".
Kristina Vogel war am Freitag zu Gast im MDR-Riverboat und sprach dort unter anderem über ihr Mitwirken in der Serie "Rote Rosen".  © Sebastian Gollnow/dpa

"Ich wurde irgendwann gefragt, ob ich mitspielen kann", gesteht sie im Gespräch mit Kim Fisher. "Es gibt dort schon eine Schauspielerin im Rollstuhl. Ich dachte: 'Wahhh, Schauspielerin bin ich ja eigentlich nicht, seid ihr euch sicher?' Aber es hat mich sehr gefreut, dass die Serie den Inklusionsauftrag so ernst nimmt und sich mit dem Thema beschäftigt." 

In insgesamt drei Folgen spielt Kristina sich selbst, zu sehen sind die Serienteile schon jetzt im September. "Es ist voll schwer, da mitzuspielen! Ich musste eine Menge Text können! Es war ein Außendreh und Lüneburg zeigte sich von seiner besten Seite. Acht Grad und richtiger, richtiger Regen. Aber es war sehr schön."

Auch Kristinas schwerer Unfall vor gut zwei Jahren war noch einmal Thema in der Show. "Vor zwei Jahren ist Dein schwerer Unfall auf der Radrennbahn passiert. Hast Du Dich mit dem niederländischen jungen Fahrer nochmal getroffen?", wollte Fisher wissen. 

"Nein, noch nicht. Es war kurz davor, dann kam aber Corona", so Kristina. "Aber eigentlich bin auch froh, dass wir es noch ein bisschen verschoben haben. Ich hege nach wie vor keine Schuld oder Hass gegen ihn, aber er ist ja die Personifizierung meines Unfalls." 

Kristina Vogel: Bald wird sie den Unfallfahrer treffen

Darüber hinaus erklärte Olympiasiegerin, dass sie demnächst ihren Unfallfahrer treffen wolle.
Darüber hinaus erklärte Olympiasiegerin, dass sie demnächst ihren Unfallfahrer treffen wolle.  © Sebastian Gollnow/dpa

Aber dennoch wird sie bald allen Mut zusammennehmen und den jungen Sportler treffen. 

"Jetzt wird es dann bald mal so sein, dass ich ihn treffe. Er muss ja mit dem Unfall und dem Schicksal ja auch umgehen. Wir haben noch nie gesprochen. Er ist gerade 19 Jahre alt und seine Eltern wollten erst vorher mit mir sprechen, um ihr Kind zu schützen. Ich lasse mich da reinfallen und mal schauen, wie das so wird. Ich lebe ein wunderschönes Leben, habe ganz viele Möglichkeiten. Nicht weil ich im Rollstuhl sitze, sondern wegen des Rollstuhls. Ich kann jetzt viele Dinge tun, die ich vorher nicht tun konnte."

Kristinas Freund Michael ist nach wie vor ihre größte Stütze, manchmal neckt er seine Liebste auch ganz frech, gesteht sie. 

"Er ist der erste Ansprechpartner für mich, er lebt mit mir und ist der erste, der mir über eine Schwelle helfen muss oder mich mal tragen muss. Ich denke, ich habe ihm gut die Möglichkeit gegeben, damit umzugehen, war immer offen. Unsere gemeinsamen Witze sind ganz gut. Wenn wir uns mal zoffen oder ein blöder Satz fällt, können wir gut miteinander lachen. Dann nimmt er den Rollstuhl weg und sagt zu mir: 'Na, komm doch her.'" 

Sie brauche ihren Michael jetzt mehr als vorher, gab Kristina Vogel auch zu. "Ich war immer sehr selbstständig. Es gibt jetzt Sachen, für die brauche ich einfach seine Hilfe. Manchmal vergisst er auch, dass ich im Rollstuhl sitze."

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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