Melanie Müller: Schlagabtausch wegen Corona live im Fernsehen

Leipzig - Es war die erste Sendung nach der Sommerpause und die hatte es auch gleich in sich! Im MDR-"Riverboat" war am Freitagabend auch Ballermann-Star Melanie Müller (32) zu Gast. Die Sängerin und ihre Familie hatten sich mit Covid-19 infiziert, gerade erst die amtlich verordnete Quarantäne hinter sich gebracht. Schon vor ihrer Erkrankung beschwerte sich Melli immer mal wieder über die Corona-Maßnahmen, findet die Masken-Tragerei noch immer nicht gut (TAG24 berichtete). Dafür gab’s es von anderen Gästen in der Talkrunde von Kim Fisher (51) und Jörg Kachelmann (62) ordentlich Gegenwind. 

Kim Fisher (51) erkundigt sich zuerst nach Melanies Befinden, nachdem diese ihre Corona-Erkrankung überstanden hat.
Kim Fisher (51) erkundigt sich zuerst nach Melanies Befinden, nachdem diese ihre Corona-Erkrankung überstanden hat.  © Screenshot/MDR-Riverboat

"Wie geht es dir?", wollte Kim Fisher als Erstes von Melanie Müller wissen. "Mir geht es sehr gut, mir ging es immer gut, ich hatte nur Geschmacks- und Geruchsverlust, mein Mann lag aber sehr flach", so Melli.

"Ich muss aber gleich sagen, weil alle jetzt über uns sagen: 'Ja, da seid ihr selber schuld, ihr seid viel auf der Bühne, ihr seid viel unterwegs.' Unser Arzt sagte zu uns, auch bei einer normalen Sommergrippe wäre es völlig normal gewesen, dass mein Mann 16 Tage flach gelegen hätte - bei dem Pensum, das wir täglich absolvieren. Den hat es halt richtig aus der Bahn geworfen."

Mittlerweile gehe es ihrem Mike wieder besser. "Er hat neun Kilo abgenommen, aber ihm geht es wieder super. Er lag flach und ist wieder gesund. Ich hatte aber wirklich Schiss um meinen Mann. Er ist schon 55 Jahre alt. Und er war sehr überrascht, dass ich 16 Tage ruhig mit ihm war. Ich poltere sonst sehr viel, frage ihn ständig nach Dingen - aber ihm ging es so schlecht, da habe ich ihn geschont."

Bahnrad-Olympiasiegerin Kristina Vogel gehört zur Risikogruppe und kann nur den Kopf schütteln

Kristina Vogel (29) hat gar kein Verständnis für Melanie Müllers Einstellung.
Kristina Vogel (29) hat gar kein Verständnis für Melanie Müllers Einstellung.  © Screenshot/MDR-Riverboat

Dass die Sängerin und zweifache Mama Gast in der Show war, machte sogar Kim Fishers Mama Sorgen! "Selbst meine Mutter sagte heute: 'Die Müller ist da - darf die das denn?'", erzählte Frau Fisher.

Melli ist es mittlerweile aber gewohnt, auf ihre Corona-Erkrankung angesprochen zu werden. "Ja, ich werde überall angesprochen, selbst im Einkaufsmarkt. Es ist merkwürdig. Man wird komplett gemieden. Selbst meine Freunde, die sonst immer Zeit haben, wollten nichts mit uns unternehmen. Also man wird immer gemieden."

Für Müller und ihre Familie gab es nach Bekanntwerden der positiven Covid-Tests jede Menge negative Kommentare. Gerade auch, weil Melli sich immer mal wieder laut über die Masken-Tragerei beschwert hatte.

Ihre Meinung darüber hat sie aber nicht geändert. "Ich bereue es trotzdem nicht. Aber das Leben muss ja irgendwie weiter gehen. Ich finde, wir sollten Vorerkrankte und Ältere schützen, bitte nicht falsch verstehen, ja. Aber es hat ja auch vorher niemanden interessiert, wie viele Menschen an der Schweinegrippe erkrankt sind. Ich finde diesen kompletten Wind einfach zu übertrieben. Ich sehe es immer noch so und ich weiß, dass das bei vielen nicht gut ankommt."

Bahnrad-Olympiasiegerin Kristina Vogel (29), die nach einem schweren Sturz im Rollstuhl sitzt, kann darüber nur den Kopf schütteln. "Ich möchte nicht in einer Welt leben, in der man zuerst an sich selbst denkt, sondern in der wir Rücksicht aufeinander nehmen. Die Maske nervt mich auch und es gibt Schickeres, aber wenn einem so eine Scheißmaske Gesundheit geben kann? Wenn ich Leute ohne Maske sehe, denke ich: 'Ihr gefährdet einfach mein Leben!' Ich bin ab dem siebten Brustwirbel gelähmt, habe kein Zwerchfell und kann nicht abhusten im Fall einer Lungenerkrankung. Ich wäre also ein Fall für eine Beatmungsmaschine. Wir haben als Personen des öffentlichen Lebens auch eine Vorbildfunktion. Auch wenn ich Meinungsfreiheit und Motzen erst Mal gut finde."

Melli fühlt sich missverstanden: "Hackt doch nicht alle auf mir rum!"

Melanie versucht sich und ihr Meinung zu rechtfertigen.
Melanie versucht sich und ihr Meinung zu rechtfertigen.  © Bildmontage/Screenshot/MDR-Riverboat

Mellis Reaktion? Verständnis - zumindest ein bisschen.

"Das verstehe ich schon. Mir geht es aber auch darum: Ich habe viele Verwandte und Bekannte in Altenheimen, die einfach komplett vom Leben abgeschnitten werden im Moment. An die denkt gar keiner, wir flößen denen so viel Angst ein, dass die sich nicht mehr raustrauen. Mir geht es um die Veranstaltungen. Es muss ja irgendwann mal wieder der normale Rhythmus weiter gehen."

Komiker Bernd Stelter (59) hat ebenfalls eine klare Meinung. "Ich finde, eine Maske zu tragen, ist nun gar kein großes Problem. Ich halte die weiterhin für unabdingbar."

Sie versuchte es sich zwar nicht anmerken zu lassen, aber ein wenig fühlte sich die Sängerin dann wohl doch angegriffen. Sie betonte auch immer wieder, dass sie selbstverständlich überall, wo es gefordert ist, eine Maske trägt und sich deshalb auch nicht erklären könne, wo sie und ihre Familie sich angesteckt haben könnten.

Als Jörg Kachelmann dann mit ihr über ihre aktuelle Single und das Geschäft auf Mallorca spricht, wird's Melli dann aber doch ein wenig zu bunt. Der Moderator ist nicht der größte Fan der Ballermann-Kultur und gab deshalb auch die ein oder andere kleine Spitze zum Besten. 

"Hackt doch nicht alle auf mir rum", war Mellis Reaktion darauf - zwar in ein Lachen verpackt, aber gut möglich, dass sie nicht mit so viel Gegenwind in der Runde gerechnet hatte…

Titelfoto: Bildmontage/Screenshot/MDR-Riverboat

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