Schlagerstar gesteht im Riverboat: "Wir hatten nur noch Mehl, Wasser und Tomatenmark"

Leipzig - Es war ein Auftritt voller Emotionen: Das Schlager-Duo "Fantasy", bestehend aus Martin Hein (49) und Freddy Malinowski (49), war am Freitagabend zu Gast in der Talkshow mit Kim Fisher (51) und Jörg Kachelmann (62). Mittlerweile haben die beiden elf Alben herausgebracht, spielen vor ausverkauften Hallen. Das war aber nicht immer so.

Das Schlager-Duo"Fantasy" war am gestrigen Freitag im Riverboat zu Gast.
Das Schlager-Duo"Fantasy" war am gestrigen Freitag im Riverboat zu Gast.  © Screenshot/MDR-Riverboat

Denn: Freddy Malinowski hatte zwar eine schöne Kindheit, wie er sagt, lebte aber in Armut. Er wuchs im Ruhrgebiet auf. Im Riverboat erinnerte sich der Sänger zurück. 

"Ich bin ein Kind der Siebziger und das war das ja alles okay, glaube ich. Ich fand meine Kindheit wunderschön. Ich war so ein typisches Ruhrpott-Kind. Wir hatten Kohlenheizung, Toilette war im Flur, es war ein uraltes Haus. In der Zeit als man Kind war, hat man es sicher schlimm empfunden, aber im Nachhinein betrachtet fühlt es sich doch sehr schön an", so Freddy.

Und doch gibt es Erinnerungen, die ihm heute noch zu schaffen machen. "Zum Beispiel wurde bei uns der Strom abgestellt, der Vermieter klopfte und wollte die Miete, die wir nicht bezahlen konnten, ich durfte keinen Mucks von mir geben." 

Der Vater des gebürtigen Kroaten starb, da war Freddy noch ein Kind. "Wir hatten auch mal eine ganz fürchterliche Zeit, als mein Vater gestorben ist, da war ich sieben Jahre alt. Meine Mutter hatte kein Geld, um einkaufen zu gehen. Egal, wieviel sie gearbeitet hat, es reichte nicht. Wir hatten nur Mehl, Wasser und Tomatenmark, daraus hat sie uns eine improvisierte Pizza gemacht."

Doch diese Erfahrungen haben den 49-Jährigen nicht verbittert. "Dennoch war es im Nachhinein eine schöne Zeit, ich bin froh, dass ich das erleben durfte. Denn es hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin."

Wie geht Freddy heute mit seinen schlimmen Erinnerungen um?

Freddy (49) lebt in Essen und Kroatien.
Freddy (49) lebt in Essen und Kroatien.  © Screenshot/MDR-Riverboat

Da hakte Moderator Kachelmann nochmal nach: "Haben Sie das jemals verarbeitet? Diese Kindheitserinnerungen?" Berechtigte Frage, auf die Freddy eine klare Antwort hat.

"Wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich das mit meinem jetzigen Partner aufgearbeitet. Er sagt ganz oft, ich hätte einen Schaden davon getragen. Das meint er aber nicht böse. Ich denke, wir haben in unserem Buch sehr viele Geschichten verarbeiten können und haben auch viel geweint dabei, als wir unserer Ghostwritern unsere Geschichten erzählt haben. Ich sagte hinterher immer, ich fühle mich total befreit."

Malinowski hat aus einer früheren Ehe drei erwachsene Kinder, lebt privat aber mittlerweile mit seinem Mann Dean zusammen. Das Outing folgte erst 2017. Nicht einfach für den Sänger - gerade in seinem konservativen Heimatland Kroatien. 

Wie haben seine Landsleute darauf reagiert? "Ich würde sagen, dass es genauso ist wie in Resteuropa. In den Städten ist es ok, in den Dörfern ist es noch nicht so nett angesehen, aber es ist nicht wie im Mittelalter, wo man bespuckt wird oder so. Wir haben sehr, sehr nette Nachbarn, die davon wissen. Daran liegt mir sehr viel. Auch, dass ich dort leben kann, wie ich will. Und das funktioniert dort sehr gut und ich bin dankbar, dass unser Land und unser Ort uns dort frei leben lässt."

Titelfoto: Screenshot/MDR-Riverboat

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