Sonderrolle während Corona: Rangnick verteidigt den Profifußball

Leipzig - Während Profifußballer trainieren und durch die Republik, gar noch in andere Länder reisen, um gegeneinander zu spielen und den Spielbetrieb am Laufen zu halten, müssen Millionen Kinder, Jugendliche und Freizeitsportler auf ihren Verein und das Fitnessstudio verzichten. Dem Fußball wird auch in der Pandemie eine Sonderrolle zugestanden. Das finden nicht alle gut.

Sieht eine positive Auswirkung des Fußballs auf die Gesellschaft: Ralf Rangnick (62).
Sieht eine positive Auswirkung des Fußballs auf die Gesellschaft: Ralf Rangnick (62).  © picture point/Sven Sonntag

Fußballtrainer und -funktionär Ralf Rangnick (62) aber verteidigte das Vorgehen jetzt im MDR-"Riverboat".

"Es ist ein spezieller Berufszweig. Und im Profifußball gibt es nur zwei Dinge: Entweder du spielst, oder du spielst nicht. Die DFL und der DFB haben ein hervorragendes Hygienekonzept ausgearbeitet, das auch für alle anderen Ligen galt."

"Die deutsche Bundesliga hat ja im Mai schon wieder angefangen zu spielen. Und an diesem Hygienekonzept haben sich alle orientiert, und alle europäischen Profi-Ligen spielen gerade auch wieder", so Rangnick im Gespräch mit Moderatorin Kim Fisher (51).

"In der Champions League gab es natürlich die Reisebeschränkungen und deswegen hat man jetzt versucht, die Spiele ins Ausland zu verlegen. Ich gehe davon aus, dass das Rückspiel auch in Budapest stattfinden wird. Ich kann schon verstehen, dass man auch in der Gesellschaft und in der Politik darüber diskutiert, ob es angemessen ist, dass der Profifußball unter solchen Ausnahmebedingungen spielen darf und der Nachwuchsfußball nicht."

Fußball habe einfach eine gewisse positive Auswirkung und Funktion auf die Gesellschaft, meint er.

Verfrühte Impfungen für Fußballer? Rangnick erklärt kontroverse Rummenigge-Aussage

Karl-Heinz Rummenigge (65) steht wegen seines Impf-Vorschlags in der Kritik.
Karl-Heinz Rummenigge (65) steht wegen seines Impf-Vorschlags in der Kritik.  © Arne Dedert/dpa

"Auch Konzerte finden nicht statt. Ja, aber der Profifußball hat für sich eine gewisse positive Auswirkung und Funktion auf die Gesellschaft. Und da rede ich jetzt nicht von mir selbst als Fan und jemand, der dort gearbeitet hat.

Sondern einfach auch, weil ich denke, dass es vielen Menschen in dieser Zeit hilft, dass man wenigstens Fußball im Fernsehen schauen kann", so Rangnick.

"Und ich glaube, dass diese Blase sich selbst finanziert, ohne, dass man Steuergelder heranziehen muss, dass gespielt werden kann. Ich denke, vielen Menschen würde da auch etwas fehlen, wenn es diese Spiele nicht geben würde. Aber das rechtfertigt nicht diese Sonderposition, das kann ich auch schon nachvollziehen."

Ein wenig nimmt er auch seinen Kollegen Karl-Heinz Rummenigge (65) in Schutz, der sich zuletzt mit einigen Äußerungen zu Impfungen für Fußballer ein wenig ins Aus geschossen hat. "Für mich gilt übrigens auch beim Thema Impfen: Zuerst die Menschen, die in Altenheimen und so weiter arbeiten und die ganz oben auf dem Stufenplan stehen. Ich denke, das sieht auch Rummenigge so, der ja gerade dafür kritisiert wird, dass er zuerst Fußballer impfen lassen wollte, zumindest wurde das so verstanden.

Was er gemeint hat, ist: Wenn dann genügend Impfstoff für alle da ist, dass dann eventuell die Profifußballer eine Vorbild-Funktion haben können: 'Schaut her, wir lassen uns impfen'. Ob und wann nun wer geimpft wird, entscheiden aber eben auch andere."

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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