Tatort-Star Joe Bausch weiß: "Niemand wird als Mörder geboren, aber jeder kann es werden!"

Leipzig - In der aktuellen Riverboat-Talkrunde war der Tatort-Schauspieler und pensionierte Gefängnisarzt Joe Bausch (68) zu Gast. Ganz frei plauderte er darüber, was einen Menschen zum Mörder macht - und warum gerade Frauen auf Krimis und "True Crime" abfahren!

Joe Bausch (68) weiß, dass jeder in Extremsituationen zum Mörder werden kann - per se wird der Mensch aber nicht böse geboren!
Joe Bausch (68) weiß, dass jeder in Extremsituationen zum Mörder werden kann - per se wird der Mensch aber nicht böse geboren!  © Screenshot MDR

Einbrecher, Vergewaltiger, Mörder: Gefängnisarzt Joe Bausch hat sie während seiner 32 Dienstjahren in der Justizvollzugsanstalt Werl alle auf seinem Behandlungstisch gehabt. Völlig faszinierend, wie Riverboat-Moderatorin Kim Fisher (52) befindet - sie will ganz genau wissen, wie ein Mensch zum Mörder wird und warum!

"Der Mensch kommt nicht per se böse auf die Welt und nicht in jedem von uns steckt ein Mörder. Aber ich denke, jeder von uns kann ein Mörder werden - etwa in Extremsituationen wie beispielsweise Krieg", sinnierte Joe Bausch in der Talkrunde.

Er geht von einer Art Skala an Boshaftigkeit aus, auf dem sich jeder Mensch an einem anderen Ort befindet.

In aller Freundschaft: Keine neue Folge: Darum fliegt In aller Freundschaft aus dem Programm
In aller Freundschaft Keine neue Folge: Darum fliegt In aller Freundschaft aus dem Programm

"Ich kenne Menschen auf der einen Seite der Verteilung, die sind wie Mutter Theresa. Und andere haben eine kürzere Zündschnur, auf der anderen Seite würde ich sagen ist jemand wie Charles Manson", so der Schauspieler und Autor.

Ob jemand wirklich einen anderen Menschen umbringen kann, sei von verschiedenen Faktoren abhängig, befand Joe Bausch. "Ist es der Furor, eine Ausnahmesituation, die Familie, die Gesellschaft, die Genetik? Es ist alles", fasste er dann zusammen.

Frauen lesen Krimis, um sich vor dem "Worst Case" zu schützen

Seit 1997 spielt Joe Bausch den Gerichtsmediziner Dr. Joseph Roth im Köln-Tatort.
Seit 1997 spielt Joe Bausch den Gerichtsmediziner Dr. Joseph Roth im Köln-Tatort.  © Martin Valentin Menke/WDR/Bavaria Fiction GmbH/ARD/dpa

Weil nicht nur bei Kim Fisher, sondern auch bei vielen Frauen das Interesse an Krimis oder "True Crime"-Produktionen sehr hoch ist, hakte die Moderatorin noch einmal nach.

"Was fasziniert uns so an Verbrechen, Mord und Vergewaltigung?", wollte sie vom Crime-Experten wissen.

"Gerade Frauen sind die, die sich in einer traditionellen Bewertung um die Familie, die Kinder und deren Sicherheit gekümmert haben. Das wird ihnen ja heute noch auf die Nase gedrückt, ob sie wollen oder nicht. Ich denke deshalb sind es existenzielle Sorgen und Interessen an Verbrechen, damit sie faktisch wissen, wie sie sich davor schützen können", vermutete Joe Bausch.

Bares für Rares: "Wie bitte?": Kandidatin ist mit "Bares für Rares"-Expertise nicht einverstanden
Bares für Rares "Wie bitte?": Kandidatin ist mit "Bares für Rares"-Expertise nicht einverstanden

Immerhin zeige eine Statistik auf, dass alle drei Tage ein Mann in Deutschland seine Ex-Frau umbringt - indem sie sich mit der Thematik auseinandersetzen, wollen Frauen sich also auf den "Worst Case" in gewisser Weise vorbereiten.

Künftig wird sich der 68-Jährige aber übrigens nicht mehr persönlich mit Mördern und anderen Verbrechern auseinandersetzen müssen: Seit knapp drei Jahren ist der Gefängnis-Arzt in Rente und widmet sich ganz dem Tatort und dem Schreiben von Büchern.

Titelfoto: Screenshot MDR

Mehr zum Thema Riverboat: