Virologe Hendrik Streeck im Riverboat: Wie sieht es mit dem Sommerurlaub aus?

Leipzig - Kaum hatte Virologe Hendrik Streeck (43) seine Arbeit als Nachfolger von Christian Drosten (48) im Oktober 2019 an der Uni in Bonn aufgenommen, stellte die Corona-Pandemie nicht nur sein Leben gehörig auf den Kopf. Im MDR-Riverboat teilte der Mediziner seine Gedanken zur aktuellen Corona-Politik mit - und versuchte die Frage zu beantworten, wie man die Pandemie denn zu einem Ende bringen könnte - und, ob der Sommerurlaub in diesem Jahr noch einmal flach fallen muss.

Wünscht sich mehr Konzentration auf die Hygienekonzepte: Virologe Hendrik Streeck (43).
Wünscht sich mehr Konzentration auf die Hygienekonzepte: Virologe Hendrik Streeck (43).  © Screenshot MDR Riverboat

Zwar hätte sich Moderatorin Kim Fisher (51) gewünscht, Streeck würde das Coronavirus und die Pandemie sofort als beendet erklären. Ganz so einfach ist es dann doch nicht.

"Die Pandemie ist ein Marathonlauf, kein Lockdown-Sprint", stellte Streeck gleich zu Beginn fest. Um als Gesellschaft endlich Fuß fassen und die Wirtschaft wieder ankurbeln zu können, sei es wichtig, dass man sich mehr mit Hygienekonzepten beschäftigte, so der Virologe.

"Zum Beispiel ist Sport mit anderen Leuten draußen viel ungefährlicher als mit dem Fahrlehrer in einem Auto zu sitzen. Gemeinsamer Sport ist aber nicht erlaubt, Fahrschulen dürfen wieder öffnen", erklärt der 43-Jährige seine Kritik. Statt passiv immer wieder mit Schließungen auf steigende Fallzahlen zu reagieren, sollte man sich auf das Erstellen und Erforschen der Hygiene-Konzepte konzentrieren.

"Ein Baumarkt kann ein viel schlechteres Hygienekonzept haben als ein kleines Kabarett. Es ist willkürlich, wer öffnen darf und wer nicht", findet Streeck, "sofern wir uns nicht alle für eine Zeit einsperren können, müssen wir lernen, mit oder trotz dem Virus zu leben!"

Virologen vorsichtig: "Sommerurlaub im kleinem Rahmen möglich"

Hendrik Streeck wagt einen vorsichtigen Blick gen Sommer - ein Urlaub im kleinen Rahmen könnte klappen, so der Virologe.
Hendrik Streeck wagt einen vorsichtigen Blick gen Sommer - ein Urlaub im kleinen Rahmen könnte klappen, so der Virologe.  © Oliver Berg/dpa

Und zum guten Leben gehört natürlich auch ein Sommerurlaub dazu, wie Moderatorin Kim Fisher befindet. Wie sieht es denn mit diesem im Jahr 2021 aus?

"Wir Virologen sind keine Hellseher, aber das Virus verhält sich doch ähnlich wie andere, bereits bekannte Virusarten. Diese verlaufen in Wellen, die natürlich im Herbst und Winter wieder ansteigen - im Sommer aber fallen. Deswegen könnte es gut möglich sein, dass man im Sommer zumindest in kleinerem Rahmen verreisen kann", überlegt Hendrik Streeck.

Optimistisch geht anders - deshalb versuchte Kim Fisher zumindest abschließend, noch ein paar positive Ausblicke von dem Professor zu erhaschen. "So allgemein - haben Sie denn Angst vor dem Virus und der Zukunft, Herr Streeck?", fragte sie deshalb unverblümt.

Einen kleinen Lichtblick gab es dann doch seitens des Virologen. "Als Arzt ist es ganz schlecht, Angst zu haben oder Angst zu machen. Das Leben geht auf jeden Fall weiter und da wir uns alle niedrige Fallzahlen wünschen, werden wir es gemeinsam auf jeden Fall durch die Pandemie schaffen", so Streeck zuversichtlich.

Titelfoto: Screenshot MDR Riverboat

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