Virologe Kekulé im Riverboat: Ungeimpfte sollen nicht "gedisst" werden

Leipzig - Im ersten "Riverboat" nach der Sommerpause empfing das Moderatoren-Duo Kim Fisher (52) und Jörg Kachelmann (63) unter anderem den Virologen Dr. Alexander Kekulé. Die natürlich brennendste Frage an den 62-Jährigen: Wann wird die Pandemie ein Ende haben?

Der Virologe Dr. Alexander Kekulé (62) stand im "Riverboat" Rede und Antwort.
Der Virologe Dr. Alexander Kekulé (62) stand im "Riverboat" Rede und Antwort.  © Screenshot MDR-Mediathek

"Wissen Sie, das Schlimme ist: Das hängt nicht vom Virus ab, aber von der Politik", erklärte Kekulé in der Talkshow-Runde. Für ihn und andere Virologen sei das Coronavirus inzwischen einfacher einzuschätzen und zu berechnen als die Politik.

"Wenn wir wollen, dass es im Herbst weitergeht, müssen wird dafür sorgen, dass die Fallzahlen - sie werden im Herbst hochgehen - nicht ins Unendliche steigen."

Um eine Inzidenz unter der 100er-Marke zu bewahren, müssten Regelungen wie die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr sowie die 3G-Regel bei Veranstaltungen gelten.

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"Ich selbst bin der Meinung, man sollte da für den Herbst jetzt schon das Konzept hinlegen, eine klare Ansage machen und dann auch mutig sein, das durchzusetzen", erläuterte der 62-Jährige gegenüber den anderen Gästen und Fragensteller Kachelmann.

Auch mit Kritik an den politischen Entscheidungen in der Pandemie hielt Kekulé nicht hinterm Berg: So sei es seiner Meinung nach eine schlechte Idee gewesen, die Tests für Ungeimpfte kostenpflichtig zu machen.

"Ich finde, diejenigen, die sich nicht impfen lassen wollen, sollen jetzt nicht deswegen gedisst werden. Wir sollten unseren Zusammenhalt behalten", argumentierte er. "Und wenn einer sagt, ich will nicht geimpft werden, sondern ich lasse mich gern testen, wenn ich eine Veranstaltung besuchen will: Ja, genauso gut! Diesen moralischen Druck, die Leute zu nötigen, finde ich nicht gut. Wir müssen da höllisch aufpassen, dass wir im Herbst da keinen Clash of Cultures kriegen".

"Wenn wir diese Welle überstehen, dann ist der Spuk nächstes Jahr vorbei"

Moderator Jörg Kachelmann (63) konnte dem Virologen einige Einschätzungen und Prognosen zu den kommenden Monaten entlocken.
Moderator Jörg Kachelmann (63) konnte dem Virologen einige Einschätzungen und Prognosen zu den kommenden Monaten entlocken.  © Screenshot MDR-Mediathek

Angesichts dieser düsteren Einschätzung wandte sich Talkshow-Gast Uwe Herrmann (58) mit einer drängenden Frage an den Virologen: "Ich bitte Sie, ich gehe auch auf die Knie vor Ihnen: Wie wird das Hochzeitsjahr, das Konfirmationsjahr 2022? Geben Sie uns Hoffnung, bitte!"

Laut Kekué brauche es möglichst viele Geimpfte bei den Erwachsenen, um den Herbst gut meistern zu können. Und die gewünschte Hoffnung konnte er auch geben: "Wenn wir diese Welle überstehen, dann ist der Spuk nächstes Jahr vorbei", versprach er optimistisch.

Man müsse sich vermutlich an ein neues "Normal" gewöhnen müssen, mit Masken in Verkehrsmitteln und anderen Hygieneregeln, aber nach und nach werde das Coronavirus an Relevanz verlieren: "Es wird sich in die Reihe der Grippeviren, schweren Erkältungen, Lungenentzündungen, Hirnhautentzündungen einreihen."

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Und zur Begeisterung der Anwesenden im Studio verkündete er: "Aus meiner Sicht können Sie also nächstes Jahr die Puppen wieder tanzen lassen."

Seiner Einschätzung nach könne die Pandemie also im Mai/Juni 2022 hinter uns liegen. "Ich betone: Das ist die Sicht des Virologen", merkte Kekulé trotzdem an. "Was die Politik draus macht, ist eine andere Sache."

Neben all den ernsten Themen, die Kekulé mit Kachelmann besprach, gab es zwischendurch auch etwas Auflockerung: So wollte der Moderator wissen, ob der Virologe denn ab und an mal mit seinen Kollegen am Telefon quatscht. Das konnte Kekulé tatsächlich bestätigen: "Ich habe von allen die Handynummer - außer die von Christian Drosten. Wir sind aber per Du! Er ist ja in dieser Pandemie zu einem Superstar aufgestiegen, und da wäre ich auch vorsichtig, wer meine Handynummer hat."

Titelfoto: Screenshot MDR-Mediathek

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