"Wir kämpfen an vorderster Front!": Johannes Oerding über Konzerte und Corona

Leipzig - Johannes Oerding (38) sprach in der neuen "Riverboat"-Folge mit den Moderatoren Jörg Kachelmann (61) und Kim Fisher (51) über die Probleme, die das Coronavirus ihm und seiner Musik bereitet hat. Außerdem verrät er, warum er ein Kontrollfreak ist.

Johannes Oerding (38) verrät, wie er auf die Absage seiner Tournee reagierte.
Johannes Oerding (38) verrät, wie er auf die Absage seiner Tournee reagierte.  © Screenshot/MDR-Riverboat

Vor seinem Auftritt in der MDR-Talkshow war der Sänger und Musiker Johannes Oerding zuletzt im März in Leipzig gewesen, um dort ein Konzert zu geben.

Und eigentlich sollte es für ihn in Rostock planmäßig auf der Bühne weitergehen, doch dann kam am 10. März alles anders.

"Wir hatten schon alles aufgebaut und sollten vor 9000 Leuten spielen. Um 16 Uhr kam dann die behördliche Auflage, wieder zusammen zu packen. Das war kein schöner Moment. Ich hatte mich eingestellt, anderthalb Jahre auf Tour zu sein und über 100 Konzerte zu geben und das brach so förmlich stündlich zusammen", erinnert sich der 38-Jährige nachdenklich zurück. 

In Warnemünde saß er danach tagelang in einem Hotel und nahm sich Zeit für sich selbst: "Ich habe einfach nichts gemacht und mich mit einer Möwe angefreundet, die oben auf dem Balkon saß". 

Doch nicht nur ihn hatte die Tour-Absage hart getroffen, auch die 50 Leute, die zu seinem Team gehören, waren sprachlos. Immerhin war die Planung für die nächsten 1,5 Jahre innerhalb einer Sekunde komplett zusammengebrochen.

"Was könnte denn Herr Dr. Haseloff für Sie tun?", will Jörg Kachelmann daraufhin wissen. 

Johannes Oerding wünscht sich konkrete Entscheidungen: "Was ist wirklich eine Großveranstaltung? Bis 1000 Menschen? Bis 10.000? Damit wir planen können. Es ist nicht nur schwierig für uns Musiker, sondern auch für den ganzen Apparat, der da hinten dran hängt. In der Veranstaltungsbranche arbeiten 2 Millionen Menschen. Wir kämpfen an vorderster Front und sind auch eine große Wirtschaftskraft". 

Der Fädenzieher Johannes Oerding

Seit 2011 ist Johannes Oerding (38) mit Ina Müller (54) liiert.
Seit 2011 ist Johannes Oerding (38) mit Ina Müller (54) liiert.  © Swen Pförtner/dpa

Auch über den normalen Bandalltag wird in der Talkrunde gesprochen. 

"Sie gelten als Johnny Controletti in der Band", stellt Jörg Kachelmann fest, doch für Johannes Oerding hat dieser Spitzname keine negative Bedeutung.

"Ich glaube, ich finde das ganz wichtig, wenn man als Solokünstler vorneweg geht, sein Gesicht zeigt", erklärt der Musiker selbstbewusst. 

"Ich muss da 100% die Fäden in der Hand halten. Ich delegiere Aufgaben, muss dann aber immer noch einmal drüber sehen, um mich gut zu fühlen. Das ist sicher wahnsinnig nervig für die anderen, aber es haben sich Gottseidank alle gut darauf eingestellt in der Band". 

Auch was seine Musik angeht, legt der perfektionistische 38-Jährige sehr viel Wert auf die Details. 

"Sobald nur ein bisschen mein Bauchgefühl sagt: 'Ne, das ist noch nicht perfekt', dann ist das noch nicht fertig". 

Und wie sieht es in seiner Freizeit aus? Da beschreibt sich Johannes als entspannt. Dennoch würde er mit seiner Partnerin, der Sängerin Ina Müller (54), wahrscheinlich nicht in eine ländliche Gegend ziehen wollen. "Ich glaube, wir sind beide zu urban geworden, sie sowieso".

An einem festen Wohnort alt zu werden scheint beiden nicht besonders zuzusagen. "Jeder von uns ist gern alleine unterwegs, wir reisen ja auch sehr viel und sehr gern und ich kann mir vorstellen, dass das auch der Weg für die Zukunft ist".

Titelfoto: Screenshot/MDR-Riverboat

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