Nach Video-Eklat: RTL wirft Xavier Naidoo aus DSDS-Jury!

Köln - Sänger Xavier Naidoo (48) ist nicht mehr Jury-Mitglied in der RTL-Sendung "Deutschland sucht den Superstar". RTL hat ihn rausgeworfen. RTL Exclusiv bestätigte den Rauswurf von Xavier Naidoo für die folgende Sendung.

Xavier Naidoo wurde aus der DSDS-Jury geschmissen. 
Xavier Naidoo wurde aus der DSDS-Jury geschmissen.  © Henning Kaiser/dpa

Xavier Naidoo (48) hatte Rassismus-Vorwürfe gegen sich zunächst vehement zurückgewiesen. Er reagierte damit auf eine Debatte um ein Video, in dem zu sehen ist, wie er ein Lied mit umstrittenen Textzeilen singt. 

Naidoo schrieb am Mittwoch bei Facebook, seine Aussagen seien absolut falsch interpretiert worden. Zu den Hintergründen und der Entstehung des Videos äußerte er sich aber nicht.

Rassenhass und Fremdenfeindlichkeit seien ihm völlig fremd, auch wenn er sich zuweilen emotional künstlerisch äußere, hieß es in einem Beitrag auf Naidoos Facebook-Seite vom Mittwoch. "Ich setze mich seit Jahren aus tiefster Überzeugung gegen Ausgrenzung und Rassenhass ein. Liebe und Respekt sind der einzige Weg für ein gesellschaftliches Miteinander", wurde der Sänger dort zitiert.

In dem fraglichen Videoausschnitt heißt es unter anderem: "Ich hab' fast alle Menschen lieb, aber was, wenn fast jeden Tag ein Mord geschieht, bei dem der Gast dem Gastgeber ein Leben stiehlt, dann muss ich harte Worte wählen. Denn keiner darf meine Leute quälen."

Update, 19.26 Uhr: Statement von RTL-Geschäftsführer

Jörg Graf, Geschäftsführer RTL, teilte am Mittwochabend folgendes Statement wegen des Naidoo-Rauswurfs mit: "RTL steht für Vielfalt im Programm. Wir sind Verfechter der Meinungsfreiheit. Dazu gehört aber auch, dass wir jede Form von Rassismus und Extremismus entschieden ablehnen."

Und weiter: "Die jetzt aufgetauchten Videos von Xavier Naidoo haben uns massiv irritiert. Unsere Bitte, seine Äußerungen im Dialog und live bei RTL persönlich und öffentlich zu diskutieren und zu erklären, hat er bislang unbeantwortet gelassen. Gerade diese Diskussion fänden wir wichtig, da für uns die Aussagen im Video und seine Kommentierung danach überhaupt nicht zusammen passen. Daher haben wir uns entschieden, ihn für die kommende Liveshow von DSDS auszuschließen."

Damit wird Xavier Naidoo zunächst in der nächsten DDSD-Liveshow nicht in der Jury sitzen. Er wird das Gespräch mit dem Sender suchen und sich erklären müssen.

Viele User werfen Naidoo Rassismus und Hetze gegen Flüchtlinge vor

Sänger Xavier Naidoo.
Sänger Xavier Naidoo.  ©  Alexandra Wey/KEYSTONE/dpa

In den Kommentarspalten zu dem Video werfen zahlreiche Nutzer dem Sänger Rassismus vor. Wer das Video wann ins Netz stellte, ist unklar. 

Der Fernsehsender RTL, für den Naidoo derzeit in der Jury von "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) sitzt, hatte Naidoo zuvor aufgefordert, sich zu dem Video zu erklären.

In einem Posting, das RTL über Twitter verbreitete, hieß es zunächst: "1. Wir distanzieren uns von jeglicher Form von Rassismus 2. Auch wir sind irritiert von dem aufgetauchten Video 3. Wir erwarten klare Antworten von Xavier #Naidoo."

In seiner Stellungnahme schrieb Naidoo dann: "Auch meine Familie kam als Gast nach Deutschland und hat sich natürlich an Recht und Moralvorstellungen des Gastgebers gehalten."

Diese Selbstverständlichkeit solle für alle gelten - auch, wenn nur ein sehr kleiner Teil dies missverstanden habe. 

Was oder wen genau er damit meint, präzisierte der Sänger nicht, sondern schrieb weiter: "Aber gerade dieser kleine Teil belastet alle anderen, die hierdurch in "Sippenhaft" genommen und durch eine erschreckende Zunahme an Gewaltakten in Gefahr gebracht werden."

Naidoo schon mehrfach in der Kritik, Redner bei Reichsbürger-Demo

Der Sänger stand in der Vergangenheit mehrfach wegen Äußerungen in der Kritik. Am Tag der Deutschen Einheit 2014 sprach er in Berlin bei einer Demonstration sogenannter Reichsbürger, die die staatliche Ordnung in Deutschland ablehnen. Naidoo betonte später, dass er mit den Reichsbürgern nichts zu tun habe.

Im Jahr darauf nominierte der Norddeutsche Rundfunk (NDR) den Sänger für den Eurovision Song Contest (ESC). Nach heftiger Kritik zog der Sender die Entscheidung zurück. Naidoo hatte sich gegen die Kritik gewehrt: "Mit meinem ganzen Wesen stehe ich für ein weltoffenes und gastfreundliches Deutschland und einen respektvollen sowie friedlichen Umgang miteinander", wurde er damals vom NDR zitiert.

Im Lied "Marionetten" der Söhne Mannheims (2017), das Naidoo geschrieben hatte, werden unter anderem Volksvertreter als "Volks-in-die-Fresse-Treter" bezeichnet. Ihm wurde vorgeworfen, rechtspopulistische Töne anzuschlagen. Naidoo rechtfertigte den Text als «zugespitzte Zustandsbeschreibung gesellschaftlicher Strömungen».

Im selben Jahr untersagte ein Gericht es einer Referentin einer Stiftung gegen Rechtsextremismus, den Sänger als Antisemiten zu bezeichnen. 2019 bestätigte das Oberlandesgericht Nürnberg das Urteil. 

Die Frau habe sich nur auf Liedtexte Naidoos bezogen und keine Fakten für diesen Eindruck vorlegen können. Der Sänger habe immer wieder zu Vorwürfen geäußert, dass seine Texte falsch interpretiert würden.

Titelfoto: Henning Kaiser/dpa

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