Zootiere wegen Corona-Krise schlachten? Das sagt Leipzigs Zoo-Chef dazu

Leipzig/Köln - Über die Ostertage machte der Zoo Neumünster mit einer schockierenden Prognose Schlagzeilen: Sollten durch die Corona-Krise weiterhin keine Einnahmen in die Zookassen gespült werden, ziehen die Mitarbeiter sogar als letztes Mittel in Betracht, einige der Tiere zu schlachten (TAG24 berichtete). Leipzigs Zoodirektor Jörg Junhold (56) hat dazu eine andere Meinung. 

Tiere schlachten? Die Aussage muss Zoo-Chef Jörg Junhold (65) relativieren.
Tiere schlachten? Die Aussage muss Zoo-Chef Jörg Junhold (65) relativieren.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/ZB

Am Mittwoch war der Direktor des Zoos Leipzig und Präsident des Verbandes der Zoologischen Gärten zu Gast in der RTL-Talk-Show von Marco Schreyl (46). Um sich und die anderen Gäste vor einer möglichen Ansteckung mit dem gefährlichen Coronavirus zu schützen, wurde der Leipziger per Video ins Kölner Studio geschalten.

"Den deutschen Zoos geht es zwar derzeit nicht gut, weil die Einnahmen fehlen, aber sie haben keine konkreten Pläne, ihre Tiere zu schlachten wegen des Covid-19", relativierte der 56-Jährige die Aussage aus Neumünster. 

Für Tierschützerin Uschi Ackermann (73), Witwe des Feinkostkönigs Gerd Käfer (†82), steckte hinter der grausigen Prognose aus Neumünster sogar eine kluge Strategie: "Hätte die Chefin das nicht mit einer solchen Klarheit gesagt, säßen wir jetzt nicht hier und würden über das Problem diskutieren", so die Mops-Besitzerin. 


Auch Leipziger Zoo ist auf Spenden angewiesen

Fakt ist: Die Zoos brauchen Unterstützung, denn jede Woche ohne Besucher kostet allein dem Leipziger etwa 1 Million Euro Umsatzverlust. 

"Es ist noch nicht klar, wie wir die Lücke am Ende schließen. Wir leben im Moment von Reserven und von gestreckter Liquidität. Seit ein paar Tagen haben wir Kurzarbeit inklusive des Managements und des Zoodirektors, weil wir das solidarisch gemeinsam durchstehen wollen", schildert Junhold die aktuelle Lage.

Was helfen kann: Eine schnelle, planbare Öffnung der Zoos und natürlich Geld. Spenden oder Tierpatenschaften von den Besuchern könnte helfen. 

Tierschützerin Uschi Ackermann geht in der Sendung dann schon mal mit gutem Beispiel voran und will dem Zoo 1000 Euro durch eine Patenschaft zukommen lassen. 

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/ZB

Mehr zum Thema RTL:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0