Sozialer Frust, Migration und Corona: Darum ist die AfD im Osten so stark

Leipzig - In Sachsen hat die AfD bei der Bundestagswahl die meisten Direktmandate gewonnen und auch die höchsten Zweitstimmenanteile erreicht. MDR Exakt hat sich damit beschäftigt, warum die Partei vor allem im Freistaat so populär ist.

Die Wählerzweitstimmen im Osten von Deutschland sind seit der Bundestagswahl in 2017 beinahe gleich geblieben.
Die Wählerzweitstimmen im Osten von Deutschland sind seit der Bundestagswahl in 2017 beinahe gleich geblieben.  © Screenshot MDR

Während die Alternative für Deutschland in den westlichen Bundesländern stetig an Stimmen verliert, ist die Anzahl der AfD-Wähler im Osten stabil geblieben: Bei der Bundestagswahl 2017 holte die Partei 20,5 Prozent der Stimmen und auch am vergangenen Sonntag wählten 18,9 Prozent der Ostdeutschen AfD.

Im ostsächsischen Neustadt konnten die Reporter von MDR Exakt einige Stimmen fangen, warum gerade hier der AfD-Politiker Steffen Janich mit 33 Prozent der Wählerstimmen via Direktmandat in den Bundestag einzog.

"Viele arbeiten hier im Mindestlohnsektor. Bekannte von mir gehen in Rente und können ihre Miete, zum Beispiel in Dresden, nicht mehr zahlen, das ist doch gruselig", erklärt ein AfD-Wähler.

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"Ich bin seit fünf Jahren im Krankenstand, weil ich einen Hirnschlag hatte, und ich bekomme nicht so viel Unterstützung wie andere, die hier einfach ins Land kommen und bleiben wollen", behauptet eine ältere Dame, die der AfD ihre Stimme gegeben hat.

Die AfD macht vor allem im Osten oft gemeinsame Sache mit rechten Organisationen wie Pegida hier in Dresden.
Die AfD macht vor allem im Osten oft gemeinsame Sache mit rechten Organisationen wie Pegida hier in Dresden.  © Screenshot MDR

Höhere Nachfrage an nationalistischer, fremdenfeindlicher Politik im Osten

Der Mainzer Politikwissenschaftler Kai Arzheimer weiß, dass die Ablehnung von Migration einer der Hauptgründe für Wähler der AfD ist.
Der Mainzer Politikwissenschaftler Kai Arzheimer weiß, dass die Ablehnung von Migration einer der Hauptgründe für Wähler der AfD ist.  © Screenshot MDR

Tatsächlich sei eine Ablehnung von Migration die Hauptmotivation vieler AfD-Wähler, bestätigte der Politikwissenschaftler Professor Kai Arzheimer: "Im Osten gibt es eine höhere Nachfrage nach nationalistischer, fremdenfeindlicher Politik als im Westen".

Das läge an den unterschiedlichen Lebenslagen in Ost und West und deren Entwicklung vor und nach der Wende. "Jüngere, gut gebildete Menschen ziehen eher in die alten Bundesländer. Wer sich an einer bunten, weltoffenen Gesellschaft nicht stört, zieht eher in die westlichen Städte", so Arzheimer.

Auch die Corona-Pandemie und die Maßnahmen zur Eingrenzung selbiger hat der AfD in die Karten gespielt. "Wir wollen die ganze Diskussion Fachärzten überlassen, die auch kontrovers diskutieren dürfen sollen", forderte beispielsweise der AfD-Bundestagsabgeordnete Steffen Janich.

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Ob die AfD die Erwartungen ihrer Wählerschaft tatsächlich umsetzen kann und was deren Schulterschluss mit rechten Organisationen wie Pegida bewirkt, könnt Ihr Euch in der gesamten MDR Exakt-Folge ansehen. Diese ist in der MDR-Mediathek abrufbar.

Titelfoto: Screenshot MDR

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