Frieden mit Waffen? - "maybrit illner" diskutiert umstrittenen Offenen Brief an Olaf Scholz

Berlin - "Frieden schaffen mit noch mehr Waffen – Fehler oder Pflicht?" So lautet der Titel des "maybrit illner" Politik-Talks, der am heutigen Donnerstagabend um 22.15 Uhr im ZDF ausgestrahlt wird. Das Thema ist der umstrittene Offene Brief an Olaf Scholz (63, SPD), der von weiteren Waffenlieferungen an die Ukraine abriet.

Donnerstagabend wird bei "maybrit illner" das Thema "Frieden schaffen mit noch mehr Waffen – Fehler oder Pflicht?" diskutiert.
Donnerstagabend wird bei "maybrit illner" das Thema "Frieden schaffen mit noch mehr Waffen – Fehler oder Pflicht?" diskutiert.  © ZDF/Svea Pietschmann

Eingeladen sind dafür Ranga Yogeshwar (62), Wissenschaftsjournalist und Mit-Autor des Offenen Briefes, die deutsch-ukrainische Politikerin Marina Weisband (34), SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert (32), CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen (56) und Friedensforscherin Nicole Deitelhoff (48).

Der Offene Brief an Olaf Scholz, der dabei diskutiert wird, erschien vergangenen Freitag in der Zeitschrift "Emma", die im Januar wegen trans*feindlichen Äußerungen unangenehm auffiel.

28 selbsternannte Intellektuelle, Künstlerinnen und Künstler unterzeichneten den Brief, in dem sie vor weiterer Unterstützung der Ukraine durch Waffenlieferungen abrieten.

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Auch wenn sie glaubten, es gäbe eine moralische Pflicht, der Ukraine zu helfen, sollte dies ihrer Meinung nach ohne Gewalt geschehen. Sie behaupteten, dass Deutschland sonst mitverantwortlich wäre, den 3. Weltkrieg zu verursachen.

Viele weitere prominente Persönlichkeiten haben den Offenen Brief seit seiner Veröffentlichung unterzeichnet. Auf Twitter und Instagram sorgte er allerdings für eine große Debatte.

Unterzeichner sprechen von Naivität und Vereinfachung

Den Unterzeichnern wurde unter anderem vorgeworfen, eigene Angst vor einem möglichen Angriff hinter "Sofa-Pazifismus" zu vertuschen. "Das können nur Leute sagen, die mit dem Hintern im Warmen sitzen", sagte Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP, 64) dazu.

Viele warfen den Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern außerdem Naivität und Vereinfachung vor.

Dies benannte unter anderem auch der grüne Europaabgeordnete Erik Marquardt (34): "Wer schreibt, dass der Widerstand gegen den Angriffskrieg das Leid unter der ukrainischen Zivilbevölkerung erzeugt, aber in keinem Satz von Vergewaltigungen oder Butscha redet, steckt entweder in einer Heile-Welt-Blase oder hat nicht ganz so erfolgreich nachgedacht."

Titelfoto: ZDF/Svea Pietschmann

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