Markus Lanz grillt Wolfgang Kubicki: "So rückgratlos sind sie?"

TV - Bei "Markus Lanz" drehte sich am Donnerstagabend mal wieder alles um das Thema Corona. Dabei knöpfte sich der 51-jährige Talkmaster in gewohnter Wadenbeißer-Manier den Bundestagsvizepräsidenten Wolfgang Kubicki (FDP, 68) vor.

Markus Lanz (51) nahm Wolfgang Kubicki (68) in die Mangel.
Markus Lanz (51) nahm Wolfgang Kubicki (68) in die Mangel.  © Screenshot/ZDF

Die erste Spitze lässt nicht lange auf sich warten. "Die FDP tut sich wahnsinnig schwer, ihre Rolle in dieser Pandemie zu finden", bringt Lanz das Gespräch mit Kubicki direkt auf Temperatur.

"Ich sehe das nicht so. Offensichtlich sehen das auch eine ganze Reihe anderer Menschen nicht so", meint der stellvertretende Bundesvorsitzende der Freien Demokraten und erklärt weiter, dass seine Partei dafür einstehe, "dass die Verfassung auch in Pandemie-Zeiten gilt."

Die Entscheidungen der Bundesregierung dürfe man nicht einfach ohne weiteres akzeptieren, vor allem wenn diese eben auch "dramatische Fehler" mache.

Besonders eine Person sei ihrer Verantwortung nicht gerecht geworden: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU, 40). Im Infektionsschutzgesetz sei nämlich festgehalten, dass er für die Beschaffung von Schutzkleidung, Arzneimitteln und so weiter verantwortlich ist, wie der Jurist erklärt.

Als weiteres Versäumnis führt Kubicki dann die Corona-Warn-App auf. Darauf scheint Lanz nur gewartet zu haben...

Wolfgang Kubicki genervt von Markus Lanz: "Ich kenne Ihre Vorurteile"

Markus Lanz versuchte immer wieder, Wolfgang Kubicki aus der Fassung zu bringen.
Markus Lanz versuchte immer wieder, Wolfgang Kubicki aus der Fassung zu bringen.  © Screenshot/ZDF

"Ein Liberaler für die Corona-Warn-App?", wundert sich Lanz. "Was ist mit dem Datenschutz? Das ist doch ihre (Der FDP; Anm. d. Red.) heilige Kuh."

Der Datenschutz verhindere nicht, die App besser zu nutzen als gegenwärtig. Jeder Mensch könne freiwillig entscheiden, dass und wie die Daten genutzt werden, kontert der 68-Jährige. Dezentrale Speicherung und eine Löschung nach 14 Tagen führt der Politiker als Ansätze auf.

Doch Lanz lässt nicht locker. "Herr, Kubicki, also bitte, ihre Partei ist die erste die 'Hurra!' schreit, wenn irgendeiner fünf Daten verlangt", spottet der Südtiroler.

Der FDP-Mann scheint nun etwas angefressen aufgrund der Hartnäckigkeit des Talkmasters. "Herr Lanz, ich kenne Ihre Vorurteile gegenüber den Freien Demokraten, aber wir sind durchaus technikaffin", sagt er etwas forscher werdend.

Nun lenkt Lanz um auf eine Facebook-Aussage des 68-Jährigen, in der er die Ein-Person-Regel kritisiert. Und will daran die behauptete Orientierungslosigkeit der FDP festmachen.

Kubicki genervt von Lanz: "Was wollen Sie jetzt von mir?"

Heiner Garg (FDP, 54), Gesundheitsminister von Schleswig-Holstein.
Heiner Garg (FDP, 54), Gesundheitsminister von Schleswig-Holstein.  © Christian Charisius/dpa

Ein Video von einer Pressekonferenz wird eingespielt, in dem Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP, 54) nach der letzten Ministerpräsidentenkonferenz die verschärften Kontaktbeschränkungen verkündet.

Für Lanz offenbar ein Beweis, dass ein führender FDP-Politiker hinter der Ein-Person-Regel steht. "Er verkündet ja nur, was die Koalition in Schleswig-Holstein beschlossen hat", erklärt Kubicki. Auch wenn die Auffassung eine andere ist.

Dann holt Lanz zum persönlichen Angriff aus: "Im Ernst? So rückgratlos sind sie?"

"Er sagt doch nur, was beschlossen wurde. Was wollen Sie jetzt von mir?", kontert Kubicki leicht genervt.

Nach Ansicht Lanz', hätte Garg auf der PK anfügen müssen, dass die FDP solche Einschränkungen nicht mittrage.

Fraglich ist allerdings, welche Wirkung es auf die Menschen in Schleswig-Holstein gehabt hätte, wenn der Gesundheitsminister Maßnahmen, die auf der Ministerpräsidentenkonferenz beschlossen wurden, verkündet und im selben Atemzug als Unsinn abtut.

Titelfoto: Screenshot/ZDF

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