ER warnte Gesundheits-Minister Spahn schon im Januar vor Corona

Leipzig - Im Januar ging er noch als Panikmacher durch die Medien, wurde für seinen Auftritt und seine Aussagen in der ZDF-Talkshow bei Maybrit Illner (55) belächelt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (39, CDU) argumentierte gar gegen ihn. Die aktuelle Corona-Krise aber gab Dr. Johannes Wimmer (36), der aus verschiedenen TV-Formaten bekannt ist, recht. Jetzt war er auch zu Gast im MDR-Riverboat und schaute zurück auf den viel beachteten Auftritt mit Jens Spahn.

Dr. Johannes Wimmer (r.) war am 30. Januar zu Gast bei Maybrit Illner (M.) und sprach da schon von einem größeren Corona-Ausbruch in Deutschland.
Dr. Johannes Wimmer (r.) war am 30. Januar zu Gast bei Maybrit Illner (M.) und sprach da schon von einem größeren Corona-Ausbruch in Deutschland.  © Screenshot/ZDF-Mediathek

Kim Fisher (51) kam im Gespräch mit Wimmer auf den Vorfall zu sprechen. "Dr. Johannes Wimmer, Ende Januar gab es eine ZDF-Sendung bei Maybrit Illner, da saßen Sie mit unserem Gesundheitsminister zusammen und haben schon mit weiser Voraussicht vor dem Virus gewarnt. Und Jens Spahn hat das alles ein bisschen abgetan", so die Moderatorin.

Wimmer kann sich noch gut an die Situation Anfang des Jahres erinnern. "Bisschen ist gut. Er hat die Hektik und die Herangehensweise nicht verstanden. Und das ging dann in den Medien am nächsten Tag durch alle Onlineportale und Zeitungen: Mediziner macht Panik, Gesundheitsminister stutzt ihn zurecht", sagt der Mediziner. "Das war schon für mich ernüchternd."

Zwar könne er die Entscheidungsprozesse, denen Spahn folgt, nachvollziehen, aber: "Jeder macht, was er kann. Er ist kein Mediziner, er muss auf Berater hören. Das ist nun mal ein gelernter Bankkaufmann mit Fernstudium hinten dran, das hat man davon", setzt er stichelnd nach. 

Und ergänzt: "Ja, er ist dann eben erst mal einen Schritt langsamer, weil andere das für einen erst mal sortieren müssen." 

"Ich habe in China gelebt und hatte ein richtig schlechtes Gefühl"

Der 36-Jährige war jetzt auch im Riverboat zu Gast.
Der 36-Jährige war jetzt auch im Riverboat zu Gast.  © Screenshot/MDR-Mediathek

Wimmer selbst kennt sich in China aus, hat sogar einige Zeit dort verbracht. 

"Ich habe in China gelebt und es war ein Bauchgefühl. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich hatte ein richtig schlechtes Gefühl, schon im Januar. Wenn man in China einmal gelebt hat und gesehen hat, welche drastischen Maßnahmen die ergriffen haben - dagegen sind unsere Maßnahmen ja harmlos", findet der Hamburger.

"Die haben die Türen zugenagelt und das rigoros entschieden bei 50 Millionen Menschen. Es war ein Gefühl, dass das Virus auch schnell zu uns kommt und Deutschland treffen wird." Auf seine Warnungen wollte da aber wohl noch keiner der Entscheidungsträger hören.

Wimmer ist aktuell wochentags von 11 bis 12 Uhr mit seiner eigenen Sendung auf Sat.1 zu sehen.

Titelfoto: Screenshot/MDR-Mediathek

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