Jauchs Millionär spricht über Oktoberfest-Absage

Leipzig - Dass die vergangenen rund drei Wochen für uns alle Entbehrungen mit sich brachten, ist klar. Dass es auch wohl auch noch ein paar Wochen dauern könnte, bis wieder ansatzweise so etwas wie Normalität nach Corona einziehen wird, ist vermutlich auch keine Neuigkeit. Aber: Wie sieht es mit den Sommerferien oder gar dem Oktoberfest aus? 

Leon Windscheid (31) gewann bei "Wer wird Millionär" eine Million Euro und ist jetzt selbstständiger Eventmanager.
Leon Windscheid (31) gewann bei "Wer wird Millionär" eine Million Euro und ist jetzt selbstständiger Eventmanager.  © Screenshot/MDR-Riverboat

Das wollte auch Riverboat-Moderator Jörg Kachelmann (61) jetzt vom studierten Psychologen und Unternehmer Leon Windscheid (31) wissen. Vielen ist er noch bekannt als Millionen-Gewinner bei Günther Jauchs (63) "Wer wird Millionär?". 

Kurz nach seinem Gewinn machte er sich als Eventmanager selbstständig und kaufte ein Partyboot, das er auf den Namen "MS Günther" taufte. "Herr Dr. Windscheid, wenn man so mit Experten ohne Kamera spricht, hört man schon, dass das Oktoberfest dieses Jahr sowieso nichts wird. Es wird nichts offen gesagt, sondern so in Salami-Taktik Stück für Stück abgearbeitet", so Kachelmann

"Es glauben noch viele Leute, dass die Sommerferien etc. total normal sein werden, wir liegen im Freibad nebeneinander in der Sonne und werden das Oktoberfest feiern. Wenn man Experten aber ohne Kamera fragt, sagen alle: Vergesst das alles. Nichts von dem wird dieses Jahr stattfinden. Ist das eine sinnvolle Taktik?"

Findet das Oktoberfest 2020 statt? "... dann wird er als Sau durchs Dorf getrieben"

Findet das Oktoberfest 2020 statt oder nicht?
Findet das Oktoberfest 2020 statt oder nicht?  © Andreas Gebert/dpa

Windscheid nimmt die Experten in Schutz. "Also die sinnvollste Taktik wäre, dass man maximale Klarheit schafft und niemanden anlügt. Aber das ist auch nicht mein Eindruck, dass Lügen gesagt werden." 

Der RTL-Millionär: "Ich bin ein ganz großer Gegner davon, dass wir so eine miesepetrige Mentalität an den Tag legen und jemanden suchen, auf den wir mit dem Finger zeigen können. Denn es liegt so nahe, dass ich meine Angst in Wut umwandele, denn das fühlt sich erst einmal gut für mich an. Hinter Wut kann man Angst und Sorgen wunderbar verstecken."

Und weiter: "Dann suche ich mir irgendwen raus, sei es der Gesundheitsminister, die Medien, die angeblich falsch berichten, irgendwelche Idioten, die Klopapier hamstern. Und werde auf die wütend. Ich denke, gerade jetzt ist es wichtig, im Kopf zu haben: Auch Leute, die das Robert-Koch-Institut leiten, Minister, also Profis, die immer wieder Krisen bearbeiten und bewältigen, stehen gerade jetzt vor einer Herausforderung, welche sie so nicht kennen. Und ich finde es gerade jetzt ganz wichtig, dass wir alle versuchen, ein bisschen den Gang rauszunehmen und nicht immer in diese Vorwurfshaltung geraten."

Auch was das Oktoberfest angeht und derzeitige Unkenrufe, hat Windscheid eine klare Meinung: "Wenn jetzt jemand sagt: 'Das Oktoberfest findet nicht statt' - und es findet dann im Oktober statt, dann wird er doch als Sau im September durchs Dorf getrieben. Das will ja auch keiner. Wir stellen uns als Menschen immer so klein dar. Als jemand, der immer nur andere ausbeutet. Deswegen wird das auch hochgekocht mit den Hamsterkäufen oder Menschen, die Desinfektionsmittel und Masken stehlen."

Er sehe die große Menge aber als eine zusammenhaltende, soziale an. "Und diese Erlebnisse müssen wir uns im Kopf behalten. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir in ein paar Monaten stolz auf diese Zeit zurückblicken und das Gute im Menschen gesehen haben."

Titelfoto: Screenshot/MDR-Riverboat

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