"Bombe oder Pizza": Bote bringt Päckchen, dessen Inhalt das Blut in den Adern gefrieren lässt

Zürich - Heute feiert der erste Zürcher "Tatort"-Fall der Kommissarinnen Ott (Carol Schuler, 33) und Grandjean (Anna Pieri Zuercher, 41) Premiere. Die beiden grundverschiedenen Ermittlerinnen müssen zum Einstand zueinander finden - und parallel gleich zwei Morde auf einmal aufklären.

Das neue Schweizer Ermittlerinnen-Team: Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher, 41, l.) und Tessa Ott (Carol Schuler, 33).
Das neue Schweizer Ermittlerinnen-Team: Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher, 41, l.) und Tessa Ott (Carol Schuler, 33).  © ARD Degeto/SRF/Sava Hlavacek

In ihrem Debüt-Fall "Züri brännt" (20.15 Uhr, Das Erste) haben es Tessa Ott und Isabelle Grandjean zunächst mit einer verkohlten Leiche und später mit einem Polizeichef zu tun, der kurz vor seiner Pensionierung steht.

Letzterer lässt sich gerade bei der Ehrung feiern, als ein Bote ihm vor versammelter Mannschaft ein Päckchen überreicht. "Bombe oder Pizza", witzelt er, während er das Paket öffnet. 

Weder noch: hinaus fällt ein Totenschädel. 

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Die weiteren Ermittlungen werden zeigen, dass es sich um die Überreste einer seit knapp vier Jahrzehnten vermissten jungen Frau handelt, die während der Jugendunruhen Zürichs in den 80er-Jahren als verdeckte Ermittlerin unterwegs war.

Ein Motiv, die Undercover-Polizistin zu beseitigen, haben viele: ihr heute drogenabhängiger einstiger Freund (zufällig eng verbandelt mit Kommissarin Ott), ihr psychisch angeknackster Bruder, der Chefredakteur einer großen Tageszeitung, der damals als Radikaler in der Anarcho-Szene mitmischte. 

Als sich herausstellt, dass der verkohlte Tote damals Polizist in Zürich gewesen war, wächst der Kreis der Verdächtigen noch weiter.

"Tatort" Zürich: Lohnt sich das Einschalten?

Die Kommissarinnen Anna Pieri Zuercher (r.) und Carol Schuler auf dem Weg zu einer Pressekonferenz.
Die Kommissarinnen Anna Pieri Zuercher (r.) und Carol Schuler auf dem Weg zu einer Pressekonferenz.  © Walter Bieri/KEYSTONE/dpa

Ja. Allerdings in erst Linie deshalb, weil es jedes Mal aufs Neue eine Wohltat ist, wenn ein neues Team zum erlauchten Kreis der "Tatort"-Ermittler stößt. 

So kann man als Zuschauer völlig unbefangen an den Fall herangehen, anstatt beim gefühlt 370. "Lindholm"-Tatort schon im Vorfeld ziemlich genau zu wissen, was einen erwartet.

Ähnlich wie ihre Kolleginnen aus Göttingen sind Ott und Grandjean ein scheinbar ungleiches Duo. Die eine (Ott) hat Psychologie studiert, kommt frisch von der Uni. 

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Die andere (Grandjean) ist eine erfahrene Kriminalistin und war zuvor beim Strafgerichtshof in Den Haag tätig. 

Da ist Stress quasi vorprogrammiert.

Doch das Konfliktpotenzial, welches diese Paarung in sich birgt, schimmert im ersten Zürich-"Tatort" nur vereinzelt durch. 

Und so überrascht es schon sehr, als sich die vermeintliche gegenseitige Abneigung der Kommissarinnen in einem heftigen Streitgespräch entlädt, in dem sich beide wüst beschimpfen ("Du zynisches Arschloch!"). 

Ähnlich konstruiert wirkt auch der Erzählstrang rund um den scheidenden Polizeichef (gespielt von Roland Koch, 61), der sich im Laufe des Films als Tatverdächtiger entpuppt, jedoch herzlich wenig dafür tut, die Ermittlungen zu sabotieren. Und das, obwohl er aufgrund seiner Stellung alle Möglichkeiten dazu hätte.

Und so ist "Züri brännt" ein Einstand mit Licht und Schatten, ein Debüt mit ambitioniertem Drehbuch und Schwächen in der Umsetzung sowie zwei Kommissarinnen, die ihre Rollen noch nicht so richtig gefunden zu haben scheinen. Dennoch darf man gespannt sein, wie der zweite "Tatort" aus Zürich (ist schon im Kasten) wird. Aller Anfang ist ja bekanntlich schwer ...

Titelfoto: ARD Degeto/SRF/Sava Hlavacek

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