Doppeltes Spiel und Täuschungen im "Tatort": In den Fängen der Waffenschmuggler

Hamburg - Ein Privatjet stürzt über dem Mittelmeer ab. An Bord: ein verdeckter Ermittler der Bundespolizei. Gleich der erste Einsatz, bei dem Julia Grosz (Franziska Weisz, 40) die Ermittlungen leitet, scheint zu scheitern. Im "Tatort: Macht der Familie", der heute um 20.15 Uhr im Ersten läuft, muss sie mit ihrem Kollegen Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring, 53) klären, warum es zu dem Absturz kam.

Marija Timofejew (Tatiana Nekrasov, 37) will die Machenschaften ihres Onkels Victor (Wladimir Tarasjanz, 73) aufdecken.
Marija Timofejew (Tatiana Nekrasov, 37) will die Machenschaften ihres Onkels Victor (Wladimir Tarasjanz, 73) aufdecken.  © NDR/Meyerbroeker

Grosz, die gerade erst zur Hauptkommissarin befördert wurde, Falke und ihr Team stehen kurz davor, einen russischen Waffenhändler zu überführen.

Kurz vor der Aufdeckung der mafiösen Strukturen kommt ihr Undercover-Ermittler ums Leben. Bestürzt über den Verlust ihres Kollegen glauben die Polizisten, dass der Einsatz gescheitert ist.

Dank Falke haben sie aber noch eine letzte Chance: Von früher kennt er Marija Timofejew (Tatiana Nekrasov, 37) vom Landeskriminalamt, die die Nichte des Schmugglers ist. Sie erklärt sich bereit, gegen ihre Familie zu ermitteln, von der sie sich schon vor Jahren distanziert hat.

Timofejew verfolgt jedoch ihre eigenen Ziele. Es beginnt ein doppeltes Spiel, welches Grosz und Falke nicht mehr unter Kontrolle haben.

Und am Ende bekommen sie es mit einem Gegenspieler zu tun, den niemand erwartet hat.

Lohnt sich das Einschalten?

Julia Grosz (Franziska Weisz, 40) und Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring, 53) haben es dieses Mal mit einem russischen Waffenhändler zu tun.
Julia Grosz (Franziska Weisz, 40) und Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring, 53) haben es dieses Mal mit einem russischen Waffenhändler zu tun.  © NDR/Meyerbroeker

Ja, denn dieser "Tatort" spielt mit Widersprüchlichkeiten und dem Kontrollverlust der Kommissare. Bei Ermittlerin Marija Timofejew weiß der Zuschauer nie, auf welcher Seite sie wirklich steht. Sie macht einfach, was sie will. Doch ihr Auftreten wirkt stellenweise unlogisch.

Unnötig ist auch, dass Falke wieder einmal eine gemeinsame Vergangenheit mit der LKA-Kollegin hat und er deshalb besonders emotional involviert ist. Glücklicherweise wird auf die persönliche Beziehung nicht tiefgründiger eingegangen, und das tut dem Film gut.

Wie schon in den "Tatorten" der vergangenen Wochen spielt auch in diesem Fall Corona keine Rolle, obwohl er im Juli und August 2020, also mitten in der Pandemie, gedreht wurde. "Ich finde es schade, dass wir in unseren Filmen so tun, als würde es Corona gar nicht geben", sagt Wotan Wilke Möhring im NDR-Interview.

Er hat deshalb eine klare Forderung an die Filmemacher: "Lasst uns doch mal Szenen drehen, in denen ein Ermittler nicht an einen Tatort gelassen wird, weil er seine Maske nicht dabei hat. Das würde doch jeder verstehen, weltweit."

Dass das Leben in der Pandemie nicht zum Thema gemacht wird, liege wohl daran, "dass alle dachten, die Seuche geht ruckzuck vorbei", so Möhring.

Titelfoto: NDR/Meyerbroeker

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