Erbarmungsloser Zweikampf zwischen skrupellosem Firmenchef und Ex-Mitarbeiter

Stuttgart - Zwischen einem skrupellosen Firmenchef und einem unberechenbaren Ex-Mitarbeiter herrscht ein erbarmungsloser Zweikampf. Die Kommissare Thorsten Lannert (Richy Müller, 65) und Sebastian Bootz (Felix Klare, 42) ermitteln im neuesten Stuttgart-"Tatort" im Umfeld eines mittelständischen Unternehmens.

Oliver Manlik (Barnaby Metschurat, 46) will sein früheres Leben zurück.
Oliver Manlik (Barnaby Metschurat, 46) will sein früheres Leben zurück.  © SWR/Benoît Linder

Im Zentrum des "Tatorts" mit dem Titel "Der Welten Lohn" stehen der rachsüchtige Ex-Key-Account-Manager Oliver Manlik (Barnaby Metschurat, 46) und der selbstgefällige Unternehmensboss Joachim Bässler (Stephan Schad, 56).

Manlik war einst Bässlers Mitarbeiter. 

Auf unschöne Weise musste er seinen Kopf für die Firma hinhalten und landete in den USA wegen Korruption im Gefängnis. 

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"Sie waren immer ein guter Mann, einer der Besten", sagt Bässler ganz am Anfang der Folge, als sich beide zum ersten Mal nach der Haft treffen und Manlik vom Boss acht Millionen Euro sowie eine öffentliche Entschuldigung einfordert. 

Außerdem will er wieder bei der Firma angestellt werden.

Währenddessen finden die Polizisten die Personalchefin des Stuttgarter Unternehmens tot im Wald. 

Sie soll gestürzt sein - die Ermittler gehen aber schnell von einem Verbrechen aus. 

Die Polizisten bringen den Leichenfund schnell mit dem Unternehmenschef und dem Ex-Mitarbeiter in Verbindung.

Tatort Stuttgart: Lohnt sich das Einschalten?

Sebastian Bootz (Felix Klare, 42, l.) und Thorsten Lannert (Richy Müller, 65) finden am Tatort Pfefferspray.
Sebastian Bootz (Felix Klare, 42, l.) und Thorsten Lannert (Richy Müller, 65) finden am Tatort Pfefferspray.  © SWR/Benoît Linder

Absolut. Denn wie für so vieles im Leben gilt auch für einen guten "Tatort": Weniger ist oftmals mehr. 

Und so kommt "Der Welten Lohn" erfrischend reduziert daher - weniger Exkurse ins Privatleben der Ermittler, weniger moralinschwangere Gesellschaftskritik, weniger filmische Experimente. 

Dafür mehr von dem, worum es eigentlich geht oder gehen sollte: eine spannende Kriminalgeschichte. 

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Und das bietet der neueste Schwaben-"Tatort" in jedem Fall. 

Die Story ist gut durchdacht, beinhaltet überraschende Wendungen, ohne dabei konstruiert zu wirken.

Richy Müller und Felix Klare spielen ihre Rollen gewohnt souverän und überlassen in ihrem neuesten Fall die "Tatort"-Bühne zum großen Teil den eigentlich Hauptakteuren des Films: dem egozentrischen Unternehmenschef Bässler, der ein wenig wie ein schwäbischer Don Corleone wirkt und dem zunehmend verzweifelten Ex-Knasti Manlik, dessen Leben in Trümmern liegt.

Sowohl Stephan Schad (Bässler) als auch Barnaby Metschurat (Manlik) spielen ihre Rollen wirklich mitreißend. 

Auf authentische Weise präsentieren die beiden Schauspieler den Zuschauern ein erbittertes Katz-und-Maus-Spiel, das in einem Showdown endet, in dem mit Abfindungen und Entschuldigungen nicht mehr viel auszurichten ist.

Titelfoto: SWR/Benoît Linder

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