Femizid: Hat ein Soldat eine Bankerin aus Frauenhass getötet?

Müllheim - "Tatort"-Kommissarin Lena Odenthal ermittelt in ihrem 75. Fall bei der Bundeswehr.

Müllheim: Schauspielerin Ulrike Folkerts (60) während der Dreharbeiten vor einem gepanzerten Transportkraftfahrzeug GTK Boxer.
Müllheim: Schauspielerin Ulrike Folkerts (60) während der Dreharbeiten vor einem gepanzerten Transportkraftfahrzeug GTK Boxer.  © Philipp von Ditfurth/dpa

Die Dreharbeiten inmitten von bedrohlich brummenden Panzern, salutierenden Soldaten und umringt von Kasernengebäuden liefen in den vergangenen Tagen bei der Deutsch-Französischen Brigade im südbadischen Müllheim.

Die Panzer hätten ihr dabei eine Heidenangst eingejagt, sagte Schauspielerin Ulrike Folkerts (60) während des dritten und letzten Drehtags in der Robert-Schumann-Kaserne - "Horror".

In der SWR-Produktion, die in der ersten Jahreshälfte 2022 ausgestrahlt werden soll, geht es um den grausamen Mord an einer Investmentbankerin.

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Indizien vom Fundort der Leiche führen das Ermittlerinnen-Duo Odenthal und Johanna Stern (Lisa Bitter) zu einem Soldaten aus einem fiktiven deutsch-französischen Infanteriebataillon im rheinland-pfälzischen Umland von Ludwigshafen.

Dessen Vernehmung entwickelt sich immer mehr zu einem Katz-und-Maus-Spiel. Mordete er aus Frauenhass?

"Femizid ist ein wahnsinnig wichtiges Thema", sagte Folkerts. "Das ist schon harter Tobak für Lena Odenthal und auch für Ulrike."

Die Bundeswehr habe sich dankenswerterweise bereit erklärt, das Filmteam in der Kaserne zu empfangen. "Wenn wir versuchen würden, die Bundeswehr nachzustellen, wir würden kläglich scheitern."

Bundeswehr stellt Fahrzeuge und Soldaten

Ein Filmteam des SWR baut eine Einstellung auf, während im Vordergrund ein französisches Militärfahrzeug zu sehen ist.
Ein Filmteam des SWR baut eine Einstellung auf, während im Vordergrund ein französisches Militärfahrzeug zu sehen ist.  © Philipp von Ditfurth/dpa

20 Militärfahrzeuge waren für den Dreh im Einsatz, darunter ein Spähwagen des Typs Fennek und ein gepanzertes Transportkraftfahrzeug des Typs Boxer - einschließlich 40-mm-Maschinengranatwerfer.

Dazu boten sich 35 Mitglieder der deutsch-französischen Brigade als Komparsen an. Damit auch bei den unechten Soldatinnen und Soldaten das Grüßen, die Haltung und die Art zu sprechen möglichst realistisch wirken, wurden sie eigens geschult.

Die Bundeswehr sieht den Dreh in ihren Reihen als eine Möglichkeit, zum Thema Gleichberechtigung ein positives Signal zu senden. Es gebe in Deutschlands Armee immer mehr Frauen in Führungspositionen, sagte Oberstleutnant Stefan Voges, Sprecher der 10. Panzerdivision der Bundeswehr und damit auch für die Kaserne in Südbaden zuständig.

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Auch in Müllheim sei etwa die stellvertretende Bataillonskommandeurin des Versorgungsbataillons eine Frau.

Dass ein Soldat in dem "Tatort" verdächtigt wird, eine Frau ermordet zu haben, sei Zufall. Es hätte laut Voges auch ein Schreiner oder Bäcker sein können.

Titelfoto: Philipp von Ditfurth/dpa

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