Frankfurts "Tatort"-Kommissare verlieren den Durchblick

Frankfurt am Main - Slapstick zu Beginn, absurde Entwicklungen zum Ende – zwischendrin eine verrückte, aber unterhaltsame Story mit schwachen Ermittlern: Der "Tatort: Wer zögert, ist tot", der am Sonntag um 20.15 Uhr im Ersten läuft, erzählt von einem schlechten Vater-Sohn-Verhältnis und einer Entführung, die nicht nur die Frage nach dem Täter aufwirft.

Die "Tatort"-Kommissare Anna Janneke (Margarita Broich, 61) und Paul Brix (Wolfram Koch, 59) ermitteln am Sonntag wieder im ARD-Abendprogramm.
Die "Tatort"-Kommissare Anna Janneke (Margarita Broich, 61) und Paul Brix (Wolfram Koch, 59) ermitteln am Sonntag wieder im ARD-Abendprogramm.  © HR/Degeto/Bettina Müller

In ihrem 13. Fall werden die Hauptkommissare Anna Janneke (Margarita Broich, 61) und Paul Brix (Wolfram Koch, 59) auf einen Golfplatz geschickt.

Hier wurde zuvor Millionärs-Sohn Frederick Seibold (Helgi Schmid, 35) von vier mit Hundeköpfen maskierten Entführern eingesackt. Sein Vater soll für den verlorenen Sohn tief in die Tasche greifen – satte vier Millionen Euro verlangen die Kidnapper.

Fredericks Ex-Freundin Bille Kerbel (Britta Hammelstein, 40) kann als alleinerziehende Mutter nichts zum Lösegeld beitragen, sein Vater Konrad Seibold (Bernhard Schütz, 62) will es zunächst schlicht und ergreifend nicht.

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Der wohlhabende Wirtschaftsanwalt vermutet, dass sein nichtsnutziger Sohn die Entführung selbst inszeniert hat. Als sich herausstellt, dass die Finger, die von den Entführern als Drohung an Bille und Konrad geschickt wurden, gar nicht von Frederick sind, scheint sein Vater recht zu behalten.

Doch dann wird eine Frauenleiche gefunden, an der sich Hautfetzen Fredericks befinden – eine heiße Spur für Janneke und Brix.

"Tatort" am Sonntag: Lohnt sich das Einschalten?

Beim neuesten Frankfurter "Tatort" geht es um die Entführung des Millionärs-Sohn Frederick Seibold (Helgi Schmid, 35).
Beim neuesten Frankfurter "Tatort" geht es um die Entführung des Millionärs-Sohn Frederick Seibold (Helgi Schmid, 35).  © HR/Degeto/Bettina Müller

Wer hinter den Entführern steht, erfahren die Zuschauer etwa in der Mitte des "Tatorts" und wesentlich früher als die Kommissare.

Diese Sprengung der klassischen Krimi-Struktur – in der dem Zuschauer erst ganz am Ende verraten wird, wer der Täter ist – ist eine der größten Stärken der HR-Produktion.

Auch die abgedrehten Entwicklungen rund um Fredericks Entführung sorgen für gute Unterhaltung.

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Wenig zum Fall tragen hingegen ausgerechnet die beiden Ermittler bei. Sie kommentieren nur mehr oder weniger das, was der Zuschauer schon längst weiß.

Echte Chemie haben Janneke und Brix leider auch nach 13 Fällen noch nicht entwickelt. Unter den "Tatort"-Duos gehören sie zu Recht zu den bei den Zuschauern unbeliebteren Kommissaren.

Trotzdem kann man "Wer zögert, ist tot" durchaus eine Chance geben. Einen hochspannenden Krimi sollte man trotz Entführer-Story aber nicht erwarten. Dafür werden dem Zuschauer einige Plot-Twists und charmante Nebenhandlungen geboten.

Insgesamt ein gelungener "Tatort", der charismatischere Ermittler verdient hätte.

Titelfoto: HR/Degeto/Bettina Müller

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