Misshandelte Frauenleiche in Nähe von beliebtem Club gefunden

Kiel - Männer, die sich von Frauen unterdrückt fühlen, und dafür kämpfen, wieder "Mann" zu sein: Der neue Kieler "Tatort: Borowski und die Angst der weißen Männer", der Sonntagabend um 20.15 Uhr im Ersten zu sehen ist, beschäftigt sich mit sogenannten Männerrechtlern, die gegen den Feminismus sind.

Borowski und seine Kollegin Mila Sahin (Almila Bagriacik, 30) untersuchen den Tatort.
Borowski und seine Kollegin Mila Sahin (Almila Bagriacik, 30) untersuchen den Tatort.  © NDR/Christine Schroeder

Hauptkommissar Klaus Borowski (Axel Milberg, 64) und seine Kollegin Mila Sahin (Almila Bagriacik, 30) sollen den Mord an einer jungen Frau klären.

Die Leiche, die in der Nähe eines beliebten Clubs gefunden wird, weist starke Misshandlungen auf.

Die Ermittler verdächtigen Mario Lohse (Joseph Bundschuh, 31, "Das Boot"), der dem Opfer anscheinend etwas in den Drink gemischt hat.

Lohse ist ein Außenseiter, der sich regelmäßig frauenverachtende Videos des selbst ernannten Männerrechtlers Hank Massmann (Arnd Klawitter, 52, "Dr. Klein") ansieht und in Foren im Darknet unterwegs ist.

Borowski mit seiner sachlichen und analytischen Art entdeckt eine versteckte "14" am Tatort. Es ist das Erkennungssymbol einer Gruppe amerikanischer Neonazis, die auch in Deutschland immer mehr Anhänger finden.

Um den Zusammenhang zwischen Lohse, Massmann und der radikalen Gruppe zu klären, ermittelt der Kommissar fortan undercover.

Dabei gerät er selbst in Gefahr. Auch seine Kollegin Sahin wird beim Schutz einer Politikerin, die auf einer Liste als potenzielles Anschlagsziel geführt wird, zur Zielscheibe.

"Tatort" Kiel: Lohnt sich das Einschalten?

Klaus Borowski (Axel Milberg, 64, l.) ermittelt undercover in der Bewegung von Hank Massmann (Arnd Klawitter, 52).
Klaus Borowski (Axel Milberg, 64, l.) ermittelt undercover in der Bewegung von Hank Massmann (Arnd Klawitter, 52).  © NDR/Christine Schroeder

Ja, denn dieser "Tatort" ist spannend bis zum Schluss.

In dem Fall geht es weniger um die Frage, wer für den Mord an der jungen Frau verantwortlich ist, sondern um die Frage, wie der Täter zum Mörder wurde.

Erschreckend realistisch wird die Geschichte eines einsamen, von Frauen abgelehnten und enttäuschten Einzelgängers erzählt, der in Internetforen Gleichgesinnte findet und sich radikalisiert.

Er driftet in die "Incel"-Bewegung ab. "Incel" steht für "involuntary celibate" (übersetzt: unfreiwilliges Zölibat). Der Begriff bezeichnet vorwiegend Männer, die ihrer Meinung nach unfreiwillig keinen Geschlechtsverkehr haben und Hass auf Frauen sowie auf sexuell aktive Männer entwickeln.

Wie Borowski in dem Fall berichtet, gehörten die Attentäter von Christchurch, Halle und Hanau sowie der extremistische Norweger Anders Breivik zu den Incels.

Damit wird deutlich, wie real die Gefahr von dieser radikalen Bewegung ist. "Dass wir die Incel-Bewegung im 'Tatort' aufgreifen und die Kommissare sich ganz klar zu dieser Thematik positionieren, finde ich extrem wichtig", sagt Almila Bagriacik im ARD-Interview.

Ihre Rolle Mila Sahin hat in dem Fall mit Beschimpfungen und Anfeindungen zu kämpfen, nur weil sie eine Frau ist. Ihr "souveräner Umgang damit zeigt, dass dies keine Seltenheit ist."

Das selbstbewusste Auftreten der Kommissarin passt nicht jedem Mann. Nur Borowski stellt eine Ausnahme dar. Er ist "ein Befürworter des Feminismus". "In Momenten der Anfeindung versucht er nicht sie zu beschützen, sondern zu unterstützen. Da er Mila nicht als Opfer betrachtet, sondern als eine starke Frau, die trotzdem hin und wieder seinen Rat in Anspruch nimmt", erklärt Bagriacik.

Ein "Tatort", der nachdenklich macht!

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