Mann verschwindet mit Sohn: Steckt die Außenseiter-Ehefrau dahinter?

Freiburg - Mit dem Schwarzwald-"Tatort" startet das Erste am Sonntag um 20.15 Uhr in seine Themenwoche "Wir gesucht! - Was hält uns zusammen?". Die Hauptverdächtige darin erfährt so ziemlich alles - außer Zusammenhalt. Doch daran ist sie nicht ganz unschuldig.

Eine Leiche wurde gefunden. Franziska (Eva Löbau, 50) und Friedemann (Hans-Jochen Wagner, 53) versuchen, den Ablauf zu rekonstruieren.
Eine Leiche wurde gefunden. Franziska (Eva Löbau, 50) und Friedemann (Hans-Jochen Wagner, 53) versuchen, den Ablauf zu rekonstruieren.  © SWR/Benoît Linder

Die Beziehung mit ihrem Ehemann sei kompliziert, erklärt Sandra Vogt (Lisa Hagmeister, 43) den Kommissaren Franziska Tobler (Eva Löbau, 50) und Friedemann Berg (Hans-Jochen Wagner, 53).

Nun ist Sandras Ehemann verschollen, mitsamt dem kleinen Sohn. Zurückgeblieben ist eine riesige Blutlache auf der Matratze.

"Sandra ist halt Sandra", hört man im besten freiburgischen Dialekt immer wieder im Sonntagskrimi "Die Blicke der Anderen".

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Gemeint ist: Die Mutter zweier Söhne ist eine Außenseiterin, die "halt nicht von hier ist". Die Schwiegermutter wettert, ihr Sohn hätte seine Frau längst vom Hof jagen sollen, der gehe es doch nur ums Geld. Und auch die Nachbarin in dieser Kleinstadtkulisse im Breisgau lässt kein gutes Wort an Sandra.

Mit dem Verschwinden ihres Mannes und ihres Sohnes will sie aber nichts zu tun haben. Während ihrer Aussagen verstrickt sich die baldige Hauptverdächtige allerdings immer wieder in Lügen und will den Kommissaren partout nicht verraten, wo sie in der Tat-Nacht war.

"Wieso muss ich Ihnen eigentlich Ihr Alibi aus der Nase ziehen?", herrscht Berg die Frau an.

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Was verheimlicht Sandra Vogt (Lisa Hagmeister, 43) vor den Freiburger Kommissaren?
Was verheimlicht Sandra Vogt (Lisa Hagmeister, 43) vor den Freiburger Kommissaren?  © SWR/Benoît Linder

Es gab schon schlechtere Sonntagskrimis, aber auch schon deutlich bessere. So zum Beispiel den Dresdner "Tatort: Das kalte Haus", den das Erste im Juni zeigte.

Aufmerksamen Fans dürfte die Ähnlichkeit zwischen den beiden Fällen aufgefallen sein: eine lebensbedrohliche Blutlache im Schlafzimmer, ein verschwundener Ehepartner sowie tief sitzende Eheprobleme.

Was "Die Blicke der Anderen" besonders macht, ist die schauspielerische Leistung von Lisa Hagmeister. Die Berlinerin gibt dem Krimi, der immer wieder zwischen Vergangenheit und Gegenwart wechselt, eine gehörige Portion Pfeffer - insbesondere dann, wenn sie von der scheinbar gleichgültigen Witwe zur emotional aufgewühlten Mutter wird.

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Ihr ist es zu verdanken, dass der TV-Zuschauer während der dahinplätschernden 90 Minuten nicht vorzeitig abschaltet, sondern bis zum Ende darauf wartet, ob's die Ehefrau nun war oder nicht. Eines sei verraten: Das große Finale ist erfrischend überraschend.

Titelfoto: SWR/Benoît Linder

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