Nazi-Demo eskaliert: Chaoten-Mörder gesucht
Köln - Eine Nazi-Demo zieht durch Köln. Einer der Chaoten verübt einen Brandanschlag. Währenddessen wird er von hinten erschlagen. So beginnt der neue "Tatort: Schutzmaßnahmen", der am heutigen Sonntag (20.15 Uhr, Das Erste) ausgestrahlt wird.

Kommissar Freddy Schenk (Dietmar Bär, 61) ist empört, dass er erst verspätet zum Tatort in der "Wunderlampe" gerufen wird. Das Lokal gehört nämlich seiner Tochter Sonja (Natalie Spinell, 40) und deren Freund Karim Farooq (Timur Işık, 42).
In dem abgebrannten Restaurant wird eine bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Leiche gefunden.
Wie Schenk und sein Kollege Max Ballauf (Klaus J. Behrendt, 62) herausfinden, handelt es sich um den Sohn von Viktor Raschke (Manfred Zapatka, 80), der alle Gaststätten im Viertel beliefert.
Die beiden Ermittler decken nach und nach auf, welche Macht die Raschkes vor Ort haben. Die meisten Lokalinhaber müssen Schutzgeld zahlen, was aber niemand gegenüber der Polizei zugeben will. Stattdessen loben alle die eingeschworene Gemeinschaft.
Ballauf und Schenk verfolgen verschiedene Theorien, wer den Mord begangen haben könnte. Doch Schenk darf bald nicht mehr weiter ermitteln. Da seine Familie mehr als das Opfer eines Brandanschlags ist, wird er wegen Befangenheit von dem Fall abgezogen.
Tatort "Schutzmaßnahmen": Lohnt sich das Einschalten?

Na ja. Es ist ein solider Krimi mit einem überraschenden Ende, doch es gab schon bessere Filme.
Aber interessant ist auf jeden Fall zu sehen, wie sich Freddy Schenk in diesem Fall verhält. "Das komplexe Spannungsfeld 'Familie Schenk' bietet in dieser Grenzsituation viele Störungen", sagt Dietmar Bär im WDR-Interview.
"Dass Freddy Schenk beim Beschützen seiner Liebsten dem eher distanziert wahrgenommenen Lebensgefährten der Tochter auch noch professionelles Misstrauen entgegenbringen muss, bringt das Verhältnis zu seiner Tochter an die Belastungsgrenze."
Dieser Zwiespalt fällt auch Ballauf auf. Schenk kann sich jedoch auf die Unterstützung seines Kollegen verlassen. "Natürlich lässt er ihn nicht hängen. Aber Max hat auch ein Gespür dafür, wann er seinen Kollegen vor sich selbst schützen muss. Bei aller Freundschaft dürfen die Ermittlungen nicht darunter leiden", so Klaus J. Behrendt.
Denn um den Fall zu klären, müssen familiäre Interessen hinten angestellt werden.
Titelfoto: Montage: WDR/Bavaria Fiction GmbH/Martin Valentin Menke, ARD