Prozess startet: Kölner Tatort-Star soll mit Dienstwohnung betrogen haben

Düsseldorf - Der "Tatort"-Schauspieler und frühere Gefängnisarzt Joe Bausch (68) muss sich am kommenden Dienstag wegen Betrugs vor dem Amtsgericht Düsseldorf verantworten.

Der Gefängnisarzt und Schauspieler Joe Bausch steht vor seiner Arbeitsstätte, der JVA Werl. Der 68-Jährige muss sich ab Dienstag wegen Betrugs vor Gericht verantworten.
Der Gefängnisarzt und Schauspieler Joe Bausch steht vor seiner Arbeitsstätte, der JVA Werl. Der 68-Jährige muss sich ab Dienstag wegen Betrugs vor Gericht verantworten.  © Bernd Thissen/dpa

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, sechs Jahre lang keinen Mietzuschuss für seine Dienstwohnung gezahlt zu haben. Es ist der zweite Anlauf in dem Verfahren: Ein bereits für Oktober vorgesehener Prozesstermin musste kurzfristig abgesagt werden, weil die zuständige Richterin erkrankt war.

Der Auslöser für das Verfahren soll bereits zehn Jahre zurück liegen: Nachdem Bausch sich 2012 einen Monat lang ohne Bezüge beurlauben ließ, soll es zu einem "Bearbeitungsfehler" im Landesamt für Besoldung gekommen sein.

Danach sei ihm die Vergütung für die Dienstwohnung von monatlich 801 Euro nicht mehr von seinen Bezügen abgezogen worden. Bauschs Anwalt Peter Wehn sprach von einem "Versehen" seines Mandanten: "Joe Bausch hat es schlicht nicht gemerkt, dass die Vergütung nicht mehr abgezogen wird."

Dschungelcamp: Dschungel-Ausraster bei RTL: "Scheißverein! Miese Scheiß-Show ist das!"
Dschungelcamp Dschungel-Ausraster bei RTL: "Scheißverein! Miese Scheiß-Show ist das!"

Sein Mandant, der auch Buchautor ist, habe zu dem Zeitpunkt auch andere Vergütungen bekommen.

Bausch selbst habe den Stein ins Rollen gebracht, als er nach seiner Pensionierung danach fragte, die Wohnung noch länger nutzen zu dürfen, und bat, den Mietzuschuss weiter wie bisher abzuziehen.

Großteil des Geldes laut Anwahlt von Bausch bereits zurückgezahlt

Insgesamt geht es um 57.672,72 Euro über einen Zeitraum von 72 Monaten. Nach Angaben des Anwalts hat der als Darsteller im Kölner "Tatort" bekannt gewordene Mediziner den größten Teil des zu Unrecht eingesparten Geldes bereits an das Besoldungsamt gezahlt. Um knapp 9000 Euro werde wegen der Verjährung noch vor dem Verwaltungsgericht gestritten.

Die Anklage wirft dem prominenten Pensionär vor, dass er als Beamter das Besoldungsamt auf den Fehler hätte hinweisen müssen und dies pflichtwidrig und vorsätzlich nicht getan habe.

Bausch war 32 Jahre lang Arzt in der Justizvollzugsanstalt Werl in Westfalen. Seit 1997 spielt der Schauspieler mit dem kahlen Schädel im Kölner "Tatort" den Rechtsmediziner Joseph Roth.

Titelfoto: Bernd Thissen/dpa

Mehr zum Thema Tatort: