Psycho-Tatort: Untote helfen beim Lösen des Falls

Dresden - Existieren Geister wirklich oder sind sie nur Einbildung? Ganz egal, wie die Antwort lautet: Im neuen "Tatort" aus Dresden helfen die Untoten, die ein Mädchen des Nachts sieht, dabei, einen Fall zu lösen. 

Leo Winkler (Cornelia Gröschel, 32, r.) befragt die Augenzeugin Talia Schröder (Hannah Schiller, 20), die den Täter gesehen hat.
Leo Winkler (Cornelia Gröschel, 32, r.) befragt die Augenzeugin Talia Schröder (Hannah Schiller, 20), die den Täter gesehen hat.  © MDR/MadeFor/Daniela Incoronato

In "Parasomnia", am heutigen Sonntag 20.15 Uhr im Ersten zu sehen, suchen Karin Gorniak (Karin Hanczewski, 38) und Leo Winkler (Cornelia Gröschel, 32) einen Mörder, der schon in der Vergangenheit mehrfach aktiv war.

Talia Schröder (Hannah Schiller, 20) zieht mit ihrem Vater Ben (Wanja Mues, 46) in das Haus zurück, wo sie als Familie einst glücklich waren. Dort überrascht das Mädchen einen Mörder kurz nach seiner Tat. Gorniak und Winkler könnten den Fall also schnell lösen, da sie mit Talia eine Zeugin haben, die den Täter gesehen hat.

Doch so einfach ist es nicht. Das Mädchen hat nach dem Unfalltod ihrer Mutter vor acht Jahren einen psychologischen Selbstschutz entwickelt. "Sie macht aus etwas Schrecklichem etwas, das sie verkraften kann", erklärt Gorniak ihrem Chef Peter Schnabel (Martin Brambach, 53). 

Zudem verstärkt sich Talias Parasomnie, eine Schlafstörung mit Nachtangst und Schlafwandeln, durch das traumatische Ereignis. Sie spürt, dass die Geister, auf die sie nachts trifft, etwas mit dem Mord zu tun haben. 

Während Gorniak und Schnabel auf eine Spur stoßen, die weit in die Vergangenheit reicht, beginnt Talia, Vertrauen zu Winkler zu fassen, die sie so sehr an die verstorbene Mutter erinnert.

Lohnt sich das Einschalten?

Kommissariatsleiter Peter Michael Schnabel (Martin Brambach, l.) mit Kollegen der Spurensicherung im Garten der Schröders.
Kommissariatsleiter Peter Michael Schnabel (Martin Brambach, l.) mit Kollegen der Spurensicherung im Garten der Schröders.  © MDR/MadeFor/Daniela Incoronato

Ja, denn dieser Tatort ist ein richtiges Psychodrama mit viel Grusel. Der Fall des Dresdner Teams ist nichts für schwache Nerven. Der Zuschauer muss sich darauf einlassen, dass nicht alles so ist, wie es scheint. 

Die Nachwuchsschauspielerin Hannah Schiller spielt das Mysteriöse so überzeugend, so dass man meinen könnte, es sei real. Talias Angst, wenn sie von Untoten verfolgt wird, ist fast körperlich spürbar.

Oberkommissarin Leo Winkler übernimmt ungewollt die Rolle einer Ersatzmutter für Talia. Die Ermittlerin bringt das Mädchen auf einfühlsame Weise dazu, sich ihren Ängsten zu stellen und deren Ursache zu ergründen. Gröschel und Schiller gelingt es, diese psychische Herausforderung eindrucksvoll darzustellen. Dabei gerät die Lösung des Falles fast zur Nebensache. 

Regisseur Sebastian Marka (42) hat die Geschichte gefühlvoll, aufregend und subtil in Szene gesetzt. Bis zum Schluss bleibt offen, wer vor Jahrzehnten mit dem Morden begann. Die Erkenntnis kommt mit Wucht und beinahe zu spät.

Titelfoto: MDR/MadeFor/Daniela Incoronato

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