Hotel-Chefin nimmt "Tatort"-Ermittler nach Mord als Geisel

Köln - Ballauf (Klaus J. Behrendt, 60) und Schenk (Dietmar Bär, 59) bekommen es im "Tatort" "Der Tod der anderen" (20.15 Uhr, das Erste) mit einem vermeintlich simplen Fall zu tun, der sich als weitaus komplizierter entpuppt, als zunächst angenommen.

Mit gezogener Waffe: Ballauf (Klaus J. Behrendt, 60, r.) und Schenk (Dietmar Bär, 59) versuchen, einen Mord zu verhindern.
Mit gezogener Waffe: Ballauf (Klaus J. Behrendt, 60, r.) und Schenk (Dietmar Bär, 59) versuchen, einen Mord zu verhindern.  © WDR/Thomas Kost

Zu Beginn des Films checkt eine ältere Dame (Eva Weißenborn, 67) in einem Kölner Nobel-Hotel ein, bestellt im Restaurant den teuersten Wein, will es sich richtig gut gehen lassen - wenig später wird sie tot in ihrem Zimmer gefunden.

Für die Zuschauer ist von Anfang an klar, dass das vermeintliche Mordopfer viele zwielichtige Bekanntschaften und wohl auch Feinde hatte.

Sogar der potenzielle nächste NRW-Wirtschaftsminister Peter Wagner (Bernhard Schütz, 61) gehört dazu.

GZSZ: Fliegt jetzt alles auf? GZSZ-Nazan belauscht pikantes Gespräch
Gute Zeiten, schlechte Zeiten Fliegt jetzt alles auf? GZSZ-Nazan belauscht pikantes Gespräch

Als Hauptverdächtige macht das Kölner Ermitter-Duo jedoch schnell die Hotel-Chefin Bettina Mai (Ulrike Krumbiegel, 59) aus. Doch ehe die Kommissare sie festnehmen können, flieht Mai - und nimmt dabei Schenk als Geisel. Sie will, dass er ihr hilft, den wahren Täter zu finden.

Als Druckmittel hat sie zuvor den Polizei-Assistenten Jütte (Roland Riebeling, 43) entführt und eingesperrt.

"Tatort"-Story lässt zu wünschen übrig

Polizei-Assistent Jütte (Roland Riebeling, 43) wurde entführt.
Polizei-Assistent Jütte (Roland Riebeling, 43) wurde entführt.  © WDR/Thomas Kost

Ballauf weiß derweil gar nicht, was los ist, und versucht die Ermittlungen ohne seine beiden Kollegen voranzutreiben. Schenk scheint sich unterdessen zunehmend auf Mais Seite zu schlagen. Als er wieder auf Ballauf trifft, kommt es zwischen den beiden zum Stresstest.

Dass die Hintergründe des Falls gut 30 Jahre nach der Wiedervereinigung auf Geschehnisse in der deutsch-deutschen Vergangenheit zurückgehen, können sich die Zuschauer aufgrund zahlreicher Anspielungen bald denken.

Lohnt sich das Einschalten?

Rote Rosen: "Rote Rosen": Katrins Familie gaukelt ihr ein falsches Leben vor, doch die kommt dahinter
Rote Rosen "Rote Rosen": Katrins Familie gaukelt ihr ein falsches Leben vor, doch die kommt dahinter

Der inzwischen 80. Fall von Ballauf und Schenk ist ein Fall mit etwas Licht, aber auch viel Schatten. Positiv hervorzuheben ist die Vorstellung von Ulrike Krumbiegel, die als aktuelle Hotel-Chefin und ehemalige Stasi-Venusfalle brilliert, besonders im Zusammenspiel mit Dietmar Bär.

Die Ost-Berlinerin sprüht förmlich vor Witz und Charme, spielt ihre Rolle zudem äußerst authentisch. Die Story an sich lässt jedoch einiges zu wünschen übrig, wirkt unausgegoren, manche Handlungsstränge erscheinen schlicht unlogisch. Zudem quillt der "Tatort" vor DDR-Plattitüden und flachen Ossi-Witzen (hihi, dieser Dialekt) geradezu über.

Warum Polizei-Assistent Jütte als trotteligstes und tollpatschigstes Entführungsopfer in die Filmgeschichte eingehen muss, wissen wohl nur die Drehbuchautoren selbst.

Den "Tatort" mit dem Titel "Der Tod der anderen" gibt es am Sonntag ab 20.15 Uhr im Ersten zu sehen.

Titelfoto: WDR/Thomas Kost

Mehr zum Thema Tatort: