"Tatort" aus Mainz: Ohne Beweise kein Mord!

Mainz - Unfall, Suizid oder doch Mord? Eine reiche Witwe wird tot in ihrer Villa aufgefunden. Ellen Berlinger (Heike Makatsch, 50) ist sich sicher, dass ein Gewaltverbrechen vorliegt ist. Ihr Instinkt sagt es ihr. Um den Täter zu überführen, braucht es jedoch Beweise - und die fehlen der Kommissarin. Am heutigen Sonntagabend um 20.15 Uhr läuft der Krimi "Tatort: In seinen Augen" im Ersten.

Ellen Berlinger (Heike Makatsch, 50) hat den Mörder schon gefunden - glaubt sie zumindest.
Ellen Berlinger (Heike Makatsch, 50) hat den Mörder schon gefunden - glaubt sie zumindest.  © SWR/Daniel Dornhöfer

Bibiana Dubinski (Ulrike Krumbiegel, 60) und Charlotte Mühlen (Michaela May, 70) könnten unterschiedlicher nicht sein. Die eine führt ein schillerndes Leben im Reichtum, die andere ist dagegen eine graue Maus.

Was beide verbindet? Beide sind kinderlose Witwen und haben durchaus noch sexuellen Appetit.

Mühlen hat in Hannes Petzold (Klaus Steinbacher, 28, "Das Boot") ihr "spätes Liebesglück" gefunden. Doch auch ihre Freundin findet Gefallen an dem einige Jahrzehnte jüngeren Mann.

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Wenig später ist Dubinski tot - offizielle Todesursache: Insulin-Schock. Doch Ellen Berlinger schließt Fremdverschulden nicht aus, denn die Obduktion weist Ungereimtheiten auf. Schnell gerät der Gigolo ins Visier der Ermittlerin.

"Es war Mord!", bekräftigt sie immer wieder. "Ich habe es gesehen in den Augen des Mörders." Doch ihr bloßer Instinkt reicht nicht aus, um ihn zu überführen.

Berlinger wird von Staatsanwältin Jasmin Winterstein (Abak Safaei-Rad, 48) ausgebremst. Sie stellt den Fall wegen mangelnder Beweise ein.

Auf eigene Faust setzt die Kommissarin mit ihrem Kollegen Martin Rascher (Sebastian Blomberg, 50) die Ermittlungen fort. Sie finden heraus, dass Charlotte Mühlen die Villa und das Vermögen ihrer Freundin erbt. Ist das etwa das Motiv für den Mord?

Lohnt sich das Einschalten?

Charlotte Mühlen (Michaela May, 70) erbt die Villa ihrer Freundin. Dort will sie mit ihrem Lebensgefährten Hannes Petzold (Klaus Steinbacher, 28, l.) einziehen.
Charlotte Mühlen (Michaela May, 70) erbt die Villa ihrer Freundin. Dort will sie mit ihrem Lebensgefährten Hannes Petzold (Klaus Steinbacher, 28, l.) einziehen.  © SWR/Daniel Dornhöfer

Ja, denn es bleibt bis zum Ende spannend. Immer wieder kommt es zu überraschenden Wendungen, die dem "Tatort" neuen Schwung verleihen.

Die Geschichte wird auf mehreren Zeitebenen erzählt. Die Handlung hat sich Drehbuchautor Thomas Kirchner (61) geschickt ausgedacht. Der Zuschauer steht die ganze Zeit vor der Frage, ob Hannes Petzold wirklich ein Bösewicht ist - mehrfach vorbestraft, sechs Jahre im Knast - oder ob nicht doch ein guter Kerl in ihm steckt. Beide Versionen dieser Persönlichkeit spielt Klaus Steinbacher mit Bravour.

Nicht nur seine schauspielerische Leistung überzeugt, sondern auch die von Michaela May und Ulrike Krumbiegel. Die beiden Schauspielerinnen trauen sich an gewagte Szenen heran. Auch Makatsch und Blomberg harmonieren als Ermittler-Duo und spielen sich gegenseitig die Bälle zu.

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Einziger Minuspunkt: Die Figur der Staatsanwältin. Deren familiäre Probleme beeinflussen ihr Urteilsvermögen im Job extrem - was fatale Folgen hat.

Doch leider bleibt die eine oder andere Frage, die sich im Laufe der Geschichte stellt, am Ende unbeantwortet.

Titelfoto: SWR/Daniel Dornhöfer

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