"Tatort" aus Wien: Ermittler haben es gleich mit zwei rätselhaften Todesfällen zu tun

Wien (Österreich) - Das Duo Moritz Eisner (Harald Krassnitzer, 60) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser, 62) ermittelt in seinem neuesten Fall in der Wiener Sommerhitze. In "Tatort: Verschwörung" (20.15 Uhr, Das Erste) geht es um Vetternwirtschaft in der Politik, Intrigen sowie zwei dubiose Todesfälle.

Die junge Witwe Elisabeth Wagner (Lili Epply, 26) wird von Majorin Fellner zu ihrem verstorbenen Mann befragt.
Die junge Witwe Elisabeth Wagner (Lili Epply, 26) wird von Majorin Fellner zu ihrem verstorbenen Mann befragt.  © ARD Degeto/ORF/Petro Domenigg

Der inzwischen 27. gemeinsame Fall von Eisner und Fellner spielt im sommerlichen Wien. Es wird Eis geschleckt, geschwitzt was das Zeug hält und unter den hohen Temperaturen gelitten. Diese wurden Dr. Wagner (40), einem hohen Tier im Innenministerium, allem Anschein nach zum Verhängnis. Eine Joggingrunde im Wald endete für den Hobby-Sportler tödlich. Herzinfarkt, so scheint es. Oder war es vielleicht doch Mord?

Um der Sache nachzugehen, statten Eisner und Fellner der Witwe des Opfers (Lily Epply, 26) einen Besuch in ihrem lichtdurchfluteten Designerhaus vor den Toren Wiens ab. Die junge Frau wohnt in direkter Nachbarschaft zu einem politischen Weggefährten und langjährigen Freund ihres verstorbenen Mannes: Dr. Leytner (Matthias Franz Stein, 41).

Als würde dessen Verstrickung in einen früheren Immobilen-Skandal, in den auch Dr. Wagner involviert war, nicht ausreichen, um als Hauptverdächtiger infrage zu kommen, wirkt er obendrein wie der perfekte Film-Bösewicht. Das liegt vor allem an der Kombination aus schmieriger Gel-Frisur, Clark-Gable-Gedächtnis-Bärtchen und Unsympathen-Attitüde.

Auch die Witwe, die ein Verhältnis mit einem zwielichtigen Sport-Mediziner zu haben scheint und auffällig oft um ihren Mann weint, wirkt nicht ganz koscher. Als sich dann aber ein zweiter Todesfall ereignet, erscheint plötzlich vieles in einem anderen Licht.

Lohnt sich das Einschalten?

Moritz Eisner (Harald Krassnitzer, 60) und Bibi Fellner müssen (62) den Tod eines hohen Beamten im Innenministerium aufklären.
Moritz Eisner (Harald Krassnitzer, 60) und Bibi Fellner müssen (62) den Tod eines hohen Beamten im Innenministerium aufklären.  © ARD Degeto/ORF/Petro Domenigg

Leider nein. Und das, obwohl Adele Neuhauser und Harald Krassnitzer in ihrem neuesten Fall einmal mehr zeigen, warum sie zu den sympathischsten und charmantesten Fahndern im ganzen "Tatort"-Universum zählen. Grund: Zwischen den beiden herrscht eine Chemie, von der die meisten anderen Ermittler-Teams nur träumen können.

Das allein reicht aber nicht aus, um über die offensichtlichen Schwächen von "Verschwörung" hinwegzutäuschen. Und die liegen - wie so oft - im maximal mittelmäßigen Drehbuch, das der Geschichte zugrunde liegt.

Dass es für einen Krimi kontraproduktiv wäre, wenn die Ermittler schnurstracks und ohne Umwege den Täter ermitteln würden, ist klar. Damit die Zuschauer auch schön miträtseln können, werden deshalb klassischerweise Handlungsstränge angelegt, die keinen anderen Zweck erfüllen, als die Hobby-Kriminalisten daheim auf die falsche Fährte zu locken.

Im "Tatort: Verschwörung" werden diese Nebenstorys allerdings derart umständlich erzählt, dass sie letztlich mehr Verwirrung stiften, als Spannung zu erzeugen.

Und so dümpelt der Film irgendwo zwischen hübschen Naturaufnahmen und Szenen mit schicken Designerhäusern herum, ohne jemals wirklich Fahrt aufzunehmen.

Titelfoto: ARD Degeto/ORF

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