"Tatort" im eiskalten Berlin: Wenn "Psychoquark" zu viel des Guten ist

Berlin - Eine junge Frau verabredet sich mit einem Paar zu einem nächtlichen Vergnügen. Am nächsten Morgen wird in der Nähe der Wohnung, wo sich die drei getroffen haben, eine Leiche gefunden. Die Kommissare Nina Rubin (Meret Becker, 52) und Robert Karow (Mark Waschke, 49) ermitteln im "Tatort: Die Kalten und die Toten", der am heutigen Sonntagabend um 20.15 Uhr im Ersten läuft.

Nina Rubin (Meret Becker, 52, l.) und Robert Karow (Mark Waschke, 49) versuchen Doris Ziegler (Jule Böwe, 52) ins Gewissen zu reden.
Nina Rubin (Meret Becker, 52, l.) und Robert Karow (Mark Waschke, 49) versuchen Doris Ziegler (Jule Böwe, 52) ins Gewissen zu reden.  © rbb/ARD Degeto/Aki Pfeiffer

Das Gesicht des Opfers ist entstellt. Erst als eine Vermisstenmeldung eintrifft, haben Rubin und Karow eine Spur. Ein anschließender DNA-Abgleich bringt Gewissheit: Bei der Toten handelt es sich um die Medizinstudentin Sophia Bader, die sich über Dating-Apps gern flüchtige Bekanntschaften für die Nacht suchte.

Als die Ermittler den Eltern Marianne (Andreja Schneider, 57) und Helmut Bader (Rainer Reiners, 62) die Todesnachricht überbringen, bestreiten die Eltern, dass die Tote ihre Tochter ist. "Sophia schläft nicht mit irgendwelchen Leuten", sagt ihre Mutter.

Kurz darauf erscheinen Dennis Ziegler (Vito Sack, 25) und Julia Hoff (Milena Kaltenbach, 24) bei der Polizei. Das Paar erklärt, dass es einvernehmlichen Sex mit Sophia Bader hatte, ehe sie noch am selben Abend wieder ging. Aber unschuldig scheint Dennis nicht zu sein - er hat schon eine dicke Polizeiakte vorzuweisen.

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Schnell steht der Verdacht im Raum, dass es seinen Eltern, der Streifenpolizistin Doris (Jule Böwe, 52) und dem Sicherheitsfachmann Claus Ziegler (Andreas Döhler, 47), immer wieder gelungen ist, dem Sohn den Hals aus der Schlinge zu ziehen.

Doch wie sollen Rubin und Karow das beweisen? Die Kommissare beginnen mit Psycho-Spielchen.

Lohnt sich das Einschalten?

Im Büro bekommen die Kommissare Unterstützung von Malik Aslan (Tan Caglar, 41).
Im Büro bekommen die Kommissare Unterstützung von Malik Aslan (Tan Caglar, 41).  © rbb/ARD Degeto/Aki Pfeiffer

Nein, denn es ist wieder ein "Tatort", der einem nicht wirklich Neues erzählt. Wieder das gleiche Thema, wieder die gleiche, leicht aggressive Art der Kommissare.

Außerdem ist der "Psychoquark", wie Robert Karow sagt, zu viel des Guten. Damit überschreiten die Ermittler deutlich ihre Befugnisse und richten immensen Schaden an, was ihnen aber erst viel zu spät bewusst wird.

Einziger Lichtblick in diesem Fall ist der neue Polizist Malik Aslan, der Rubin und Karow bei den Ermittlungen unterstützt. Tan Caglar (41, "In aller Freundschaft") spielt den TV-Fahnder, der wie der Schauspieler selbst im Rollstuhl sitzt.

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Er ist schlagfertig und kommt mit viel Selbstironie daher. Als Rubin ins Büro kommt und Malik Aslan, ohne sie zu sehen, grüßt, fragt sie ihn, ob er hinten Augen habe. Der Polizist kontert cool: "Die bekommt man dazu, wenn man einen Rollstuhl kauft."

Sein Humor und seine Art bringen eine willkommene Abwechslung. Es wäre schön, wenn Malik Aslan in den zukünftigen Fällen noch mehr Sendezeit bekommt. Er ist ein Gewinn für den Berliner "Tatort".

Titelfoto: rbb/ARD Degeto/Aki Pfeiffer

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