"Tatort": Kommissare ermitteln wegen Leiche im Pumper-Milieu

Wien - Nach der Sommerpause läuft am heutigen Sonntag (20.15 Uhr, Das Erste) der "Tatort" wieder an! In ihrem neuesten Fall tauchen die Wiener Kommissare Eisner und Fellner ein ins Pumper-Milieu.

Der neue "Tatort" aus Wien spielt im Fitness-Milieu.
Der neue "Tatort" aus Wien spielt im Fitness-Milieu.  © ARD Degeto/ORF/Allegro Film/Hubert Mican

Der Lokführer ahnt es als Erster. "Das war kein Selbstmörder", sagt er zu den zweifelnden Kommissaren über den Mann, der von seinem Zug gerade zerstückelt wurde. 

Auch beim Anblick der Leiche schlürfen Adele Neuhauser (61) als Majorin Bibi Fellner und Harald Krassnitzer (59) als Oberstleutnant Moritz Eisner ihren Kaffee und kauen auf einem Hörnchen.

Der Tote ist ein arbeitsloser Muskelprotz aus dem Kosovo, der seinen Aston Martin liebte. 

"Schon tragisch, wenn einer so ein Autonarr ist und dann von einem Zug überrollt wird", sagt Eisner lapidar. 

Das in diesem Moment eher überschaubare Interesse der beiden österreichischen "Tatort"-Kommissare an dem neuen Fall ändert sich schnell.

Es geht vordergründig um Medikamentenmissbrauch im Fitness-Milieu. 

Doch der Kern der wendungsreichen Story dreht sich um eine "Balkan-Connection", die im großen Stil Sozialbetrug betreibt. Mancher wird das für ein übles Klischee halten, andere werden darin wahre Züge erkennen.

Mit "Pumpen" startet der "Tatort" nach der Sommerpause wieder durch. Für Krassnitzer ist die im Frühjahr 2019 gedrehte Folge bereits der 47. Fall, und seinen 50. Auftritt als Kommissar Eisner liefert er vor der Kamera gerade ab.

Tatort "Pumpen": Lohnt sich das Einschalten?

Die Kommissare Moritz Eisner (Harald Krassnitzer, 59, l.) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser, 61) begleiten Fitnessstudio-Mitarbeiter Markus Hangl (Laurence Rupp, 33) zur Umkleidekabine.
Die Kommissare Moritz Eisner (Harald Krassnitzer, 59, l.) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser, 61) begleiten Fitnessstudio-Mitarbeiter Markus Hangl (Laurence Rupp, 33) zur Umkleidekabine.  © ARD Degeto/ORF/Allegro Film/Hubert Mican

Aber sowas von! "Pumpen" ist mehr als nur ein würdiger Auftakt in die Jubiläumssaison. 

Es ist ein Sonntagabendkrimi, wie ihn der treue "Tatort"-Zuschauer schon lange nicht mehr gesehen hat - und das ungeachtet der Corona-bedingten Zwangspause. 

Warum? Zuallererst, weil der Film von Regisseur Andreas Kopriva nicht krampfhaft versucht, mehr zu sein als er ist.

Der ein oder andere erinnert sich wahrscheinlich noch an den pseudo-philosophischen Sinnsuche-"Tatort" aus Frankfurt Mitte April (mit Hannelore Elsner - na, klingelt's?) oder den irrwitzigen Cyber-"Tatort" mit Robocop Lindholm (Maria Furtwängler) aus Göttingen im Monat zuvor. 

Beide fielen bestenfalls in die Kategorie "Experiment", wirkten zuweilen wie fehlgeschlagene Versuche überambitionierter Filmemacher, dem Publikum mal etwas Neues zu bieten.

"Pumpen" hingegen ist ein erfrischend unprätentiöser Krimi, dessen Reiz in seiner Einfachheit liegt, der aber dennoch durch clevere - und vor allem authentische (!) - Wendungen zu überraschen weiß. 

Hinzu kommt, dass Neuhauser und Krassnitzer zusammen harmonieren wie kaum ein anderes Ermittler-Duo. Und kaum findet ein "Tatort"-Fall auf der aus unserer Sicht anderen Seite des Humor-Äquators (den Alpen) statt, strotzen die Dialoge auch noch vor Witz und Esprit.

Titelfoto: ARD Degeto/ORF/Allegro Film/Hubert Mican

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